Switzerland

Zunehmender Fortschritt erhöht die Fragilität. Dies ist das Grundproblem der Swisscom

Unerreichbare Ambulanz, Feuerwehr oder Polizei – mit zwei Pannen binnen eines Monats hat Swisscom das Vertrauen in Rekordzeit verspielt. Dies zeigt die Kehrseiten des technologischen Fortschritts.  

Warum es genau zu den Pannen bei Swisscom kommen konnte, ist der Öffentlichkeit nicht genau bekannt.

Warum es genau zu den Pannen bei Swisscom kommen konnte, ist der Öffentlichkeit nicht genau bekannt.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Die Schweiz hat ein Problem. Vordergründig heisst es Swisscom. Der Telekomkonzern, der zur Hälfte dem Bund gehört, galt lange als Synonym für Zuverlässigkeit. Mit zwei flächendeckenden Netzausfällen hat Swisscom das Vertrauen in Rekordzeit verspielt. Dass in manchen Kantonen Polizei, Feuerwehr und Sanität stundenlang nicht über die üblichen Kanäle erreichbar waren, ist nicht nur peinlich, sondern gefährdete auch Menschenleben.

Die Ursachen der Pannen sind der Öffentlichkeit nur in groben Umrissen bekannt. Entsprechend spekulativ ist eine Ferndiagnose des Zustands des «blauen Riesen». Zwei hausgemachte Entwicklungen haben zumindest das Potenzial, Netzausfälle zu begünstigen. Zum einen ist es der wirtschaftliche Druck, der auf Swisscom lastet. Der Platzhirsch der Telekombranche schrumpft im Schweizer Kerngeschäft.

Der Gewinn und die grosszügige Dividende können nur dank rigorosen Sparprogrammen gehalten werden. Zwar weist Swisscom bei jeder Gelegenheit auf die weiterhin hohen Investitionen in die hiesige Infrastruktur hin. Doch es ist durchaus möglich, dass sich vor allem der personelle Aderlass zunehmend negativ auf die Netzstabilität auswirkt. Seit 2015 hat der ehemalige Monopolist in der Schweiz fast 2500 Vollzeitstellen abgebaut.

Dass die Erlöse von Swisscom nicht noch stärker verdampft sind, liegt an einer zweiten Entwicklung: Das Unternehmen versucht seit längerem krampfhaft, ausserhalb des Kerngeschäfts Tritt zu fassen. Dabei setzt es zum einen auf Akquisitionen, zum anderen aber auch auf eigene Innovationen. Um ein Klima zu schaffen, in dem neue Ideen florieren, kopiert Swisscom die Startup-Kultur. Dagegen ist per se nichts einzuwenden. Allerdings führt dies zu einem Zusammenprall der Kulturen.

Das Brot-und-Butter-Geschäft erfordert das penible Abarbeiten von Checklisten, Konzentration im stillen Kämmerlein und analytisches Denken. Auffallend viele altgediente Ingenieure bemängeln, dass solche Methoden bei Swisscom nicht mehr besonders en vogue seien. Sie fühlen sich geringgeschätzt. Sie seien zwar gut genug, um das «Spielgeld», das Swisscom etwa in Blockchain-Experimente stecke, zu verdienen. Doch die Lorbeeren heimsten vor allem «Visionäre» ein – und nicht die «Langweiler», die für stabile Netze sorgten.

Ob der Personalabbau und der Kulturkonflikt am Ursprung der jüngsten Pannen standen, sei dahingestellt. Aus politischer Sicht besteht so oder so Handlungsbedarf. Es ist vernünftig, anzunehmen, dass es zu weiteren grossen Netzausfällen bei Swisscom kommen wird. Es wäre deshalb ratsam, dass bei Notrufdiensten künftig nicht mehr alle Eier in einen Korb gelegt würden. Neben Swisscom sollten auch andere Provider zum Zug kommen, um für mehr Redundanz zu sorgen. Das Bundesamt für Kommunikation schreibt, dass dies in den «aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht vorgesehen» sei. Das ist zu ändern.

Aber auch das wird am Grundproblem nichts ändern. Die Digitalisierung hat zuweilen Konsequenzen, die der Intuition zuwiderlaufen. Dazu gehört, dass der technologische Fortschritt die Fragilität der Kommunikationsnetze erhöht. Die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalls hat nicht abgenommen, sondern ist höher geworden. Darauf gibt es zwei Antworten: Entweder man akzeptiert dies und nimmt als altertümlich wahrgenommene Dinge wie Notfalltreffpunkte oder Sirenenalarme wieder ernster. Oder die Schweiz leistet sich für den Ernstfall den Luxus eines teuren Lowtech-Netzes ähnlich den SOS-Säulen entlang den Autobahnen. 

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