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Zahl der Toten durch Virus in China auf mittlerweile 26 gestiegen

Im Kampf gegen die Krankheit hatte China am Donnerstag kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest rund 20 Millionen Menschen praktisch unter Quarantäne gestellt. Die Behörden riegelten die 11-Millionen-Metropole Wuhan ab, in der die meisten Fälle aufgetreten sind.

Einschränkungen in acht Städten

Die Gesamtzahl der Städte, die einschliesslich Wuhan von starken Einschränkungen betroffen waren, stieg bis Freitag von fünf auf mindestens acht. So teilten auch Lichuan, Xianning und Huangshi mit, Buslinien und anderen Nahverkehr zu stoppen. Alle betroffenen Städte liegen in der Provinz Hubei.

In der Hauptstadt Peking wurden Grossveranstaltungen zum chinesischen Neujahrstag am kommenden Samstag abgesagt und die Schliessung mehrerer Touristenattraktionen angeordnet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sah am Donnerstagabend keinen Grund, eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite auszurufen. "Es ist nicht der richtige Zeitpunkt", sagte der Vorsitzende des Notfallausschusses, Didier Houssin.

Er verwies darauf, dass es im Ausland bislang nur wenig Fälle gebe, und dass China bereits selbst weitreichende Vorkehrungen getroffen habe. WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, China habe die Massnahmen getroffen, die es für angemessen halte. Die WHO nehme den Ausbruch extrem ernst, sagte er.

Zwei Todesfälle ausserhalb Hubei

Laut chinesischen Behördenangaben von Freitag starb ein weiterer Patient ausserhalb der besonders stark betroffenen Provinz Hubei, zu der auch die Stadt Wuhan gehört. Der Todesfall wurde demnach in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang gemeldet. Bereits am Vortag war ein Todesfall in der nördlichen Provinz Hebei bekannt geworden.

Die meisten Todesopfer waren ältere Menschen mit Vorerkrankungen. In den meisten Provinzen Chinas sind mittlerweile Infektionen bekannt. In einzelnen Fällen wurde das Virus auch schon bei Patienten in anderen Ländern wie Thailand, Japan, Südkorea und den USA nachgewiesen. In Europa ist bisher kein Fall bekannt.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) äusserte sich "eher beunruhigt" über die Dynamik und Entwicklung des Coronavirus. Die Behörde bereite sich darauf vor, Massnahmen zu treffen, auch wenn unmittelbar keine Bedrohung für die Schweizer Bevölkerung bestehe, sagte BAG-Sektionsleiter Patrick Mathys am Donnerstag zu Radio SRF.

Mit den acht in Wuhan lebenden Schweizer Staatsangehörigen steht das Aussendepartement (EDA) in Bern in Kontakt, wie ein Sprecher am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Keiner von ihnen wolle ausreisen.