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Switzerland

Winterthurer Rechenfehler führt zu Schnapszahl

Zwei Winterthurer Stadtkreise haben am Sonntag falsche Abstimmungsresultate gemeldet. Es profitieren das Taxigesetz und die Juso-Initiative.

Der damalige Ständeratspräsident Filippo Lombardi griff zum Zählrahmen, nachdem es in der Kleinen Kammer zu diversen Abstimmungspannen gekommen war (2013).

Der damalige Ständeratspräsident Filippo Lombardi griff zum Zählrahmen, nachdem es in der Kleinen Kammer zu diversen Abstimmungspannen gekommen war (2013). Bild: Lukas Lehmann/Keystone

Winterthur-Töss: 61,5 Prozent Ja-Anteil zum Taxigesetz. Winterthur-Wülflingen: 40 Prozent Ja. Was am Sonntag für Verwunderung sorgte, weil sich die zwei benachbarten Stadtkreise nicht von Grund auf unterscheiden (zum Bericht), entsprach auch nicht den Tatsachen. Wülflingen hat das Gesetz mit 63,3 Prozent angenommen. Wie es zur Fehlermeldung kam, wird gemäss Medienstelle des Stadtrats noch analysiert. In einer Mitteilung schreibt sie von einem «Rechenfehler».

Die Wülflinger Stimmenzähler können sich nun «rühmen», das Gesamtergebnis nachträglich zu verändern. Das Taxigesetz wurde gesamtkantonal neu nicht mit 52,63 Prozent, sondern mit 52,84 Prozent gutgeheissen. Bei Zahlenfreaks wird eine andere Zahl noch mehr Aufsehen erregen: Die Zahl der Zustimmenden steigt nun auf punktgenau 200'000 (bei 178'496 Nein-Stimmen); speziell ist auch die Stimmbeteiligung: 43,43 Prozent.

Nicht nur Wülflingen hat am Sonntag falsche Zahlen geliefert, sondern auch Winterthur-Seen. Dort wurden bei der Stichfrage zu den Steuerinitiativen der Jungsozialisten und der Jungfreisinnigen die Zahlen vertauscht. Das gut betuchte Seen bevorzugte also nicht die bürgerliche Initiative mit 58,82 Prozent der Stimmen, sondern jene der Jungsozis. Die Auswirkungen sind hier marginal, die Juso kommen damit auf beinahe 55 Prozent. Die Stichfrage spielte aber keine Rolle, weil beide Initiativen abgelehnt wurden.

Nicht das erste Mal

Dass Wülflingen Probleme beim Auszählen hat, ist nicht neu. 2018 hatte ein Fehler sogar handfeste Auswirkungen: Aufgrund der Nachzählung bei den Parlamentswahlen ging ein Sitz an die BDP statt an die Grünen. Das Wahlbüro hatte vergessen, 2000 Listen ins System einzutragen. Gemäss «Landboten» trat das Büro darauf in corpore zurück. (pu)

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