Switzerland

Weltklasse Zürich Inspiration Games: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Geisterspektakel mit Mujinga Kambundji

Statt vor gegen 25'000 Zuschauern im Zürcher Letzigrund findet das Leichtathletikmeeting Weltklasse Zürich vor Pappfiguren, an sieben Standorten und auf drei verschiedenen Kontinenten parallel statt. Die «Inspiration Games» sind eine innovative Reaktion auf die Corona-Pandemie, welche den Weltsport seit Monaten lahm legt. Sie sind auch technologisch ein Wagnis. Denn die 30 Athletinnen und Athleten treten zeitgleich gegeneinander an, abgesehen von den technischen Disziplinen. Auf dem Programm stehen zum Teil aussergewöhnliche Distanzen - wohl auch mit der leichten Hoffnung, dass dort Rekorde gelaufen werden. Und doch sollen die Inspiration Games eine Ausnahme bleiben.

Wie laufen die Inspiration Games ab?

30 Athletinnen und Athleten treten in 8 Disziplinen an 7 Standorten auf 3 Kontinenten gegeneinander an – und zwar immer zeitgleich. Sie gehören dem Team Europa, dem Team Nordamerika oder dem Team Rest der Welt an, am Ende gibt es eine Gesamtwertung. Der Startschuss wird jeweils in Zürich gegeben, wo alle Fäden zusammenlaufen. Möglich machen will das der Schweizer Zeitmesser «Swiss Timing». Geschäftsführer Alain Zobrist sagt: «Wir haben in allen Stadien die entsprechenden Systeme installiert, die miteinander synchronisiert sind.» Auch die Windverhältnisse werden gemessen. Heisst: Weltrekorde sind theoretisch möglich und könnten vom internationalen Leichtathletikverband ratifiziert werden. In diesem Fall müssten die Athleten natürlich auch noch eine Dopingprobe abgeben. Zum Einsatz kommen rund 20 Kameras, dazu zwischen 15 und 20 Zeitmesser. Der logistische Aufwand ist damit trotz der dezentralen Organisation kleiner als bei Weltklasse Zürich, wo 26 Kameras eingesetzt würden.

Bis auf 300 Personen, die ausgelost werden, bleibt das Zürcher Letzigrund-Stadion während der Inspiration Games leer.

Wo wird überall gestartet?

An sieben Standorten. In Zürich gehen die Schweizerinnen Lea Sprunger, Mujinga Kambundji und Ajla Del Ponte sowie der Franzose Christophe Lemaitre an den Start. Sie messen sich mit Athleten in Aubière (Frankreich), Bradenton (Florida/USA), Karlstad (Schweden), Lissabon, Pappendal/Arnhem (Niederlande) und Walnut (Kalifornien/USA). Das Zürcher Stadion Letzigrund bildet dabei die Schaltzentrale. Von hier aus wird der Startschuss für alle Läufe in die einzelnen Stadien gegeben. Eine kleine Ausnahme bildet der Lauf über 100 Yard (91,44 Meter), wo die drei Athleten Andre de Grasse aus Kanada, Jimmy Vicaut (Frankreich), und Omar McLeod aus Jamaika tatsächlich in Florida gegeneinander laufen werden. Die drei gehören der gleichen Trainingsgruppe an.

Lea Sprunger hat bereits Erfahrungen mit Wettkämpfen vor leeren Rängen. Beim Meeting in Oslo im Frühling waren nur Pappfiguren im Stadion.

In welchen Disziplinen wird gestartet?

Die Frauen messen sich über 150 Meter, 300 Meter Hürden, in der Staffel über 3 Mal 100 Meter und im Stabhochsprung. Bei den Männern finden Läufe über 100 Yards (91,44 Meter) und 200 Meter sowie Wettkämpfe im Dreisprung und Stabhochsprung statt. Die Wahl der teils ungewohnten Disziplinen geschieht wohl nicht ohne Hintergedanken. Denn bei selten gelaufenen Distanzen können einfacher Bestmarken aufgestellt werden. Meetingdirektor Andreas Hediger weist darauf hin: «Wir haben in allen Stadien die Voraussetzungen für die Ratifizierung der Zeiten geschaffen.» Die Sieger der jeweiligen Disziplin erhalten 10'000 US-Dollar Preisgeld, die Zweitplatzierten 6'000 Dollar, die Drittplatzierten immerhin 4000 Dollar.

Weltrekordlerin und Weltmeisterin über 400 Meter Hürden: Dalilah Muhammad aus den USA startet bei den Inspiration Games.

Welche Athleten treten bei den Inspiration Games an?

Weltklasse Zürich fühlt sich auch im Jahr der globalen Gesundheitskrise seinem Namen verpflichtet. Denn die Weltklasse-Athleten vereinen nicht weniger als 27 Olympia-, 62 WM- und 36 EM-Medaillen auf sich. Zu den prominentesten gehören Allyson Felix, die sechsfache Olympia-Siegerin und zwölffache Weltmeisterin, Noah Lyles, der Weltmeister über 200 Meter, Christian Taylor, der zweifache Olympia-Sieger im Dreisprung, die Weltrekordhalterin und Olympia-Siegerin über 400 Meter Hürden, Dalilah Muhammad, sowie die beiden Schweizer Aushängeschilder Lea Sprunger und Mujinga Kambundji. Keinen Unterschlupf im Feld fanden die Schweizer Männer. Der Sprinter Alex Wilson musste sich einer Leistenoperation unterziehen und bestreitet in diesem Jahr keine Wettkämpfe mehr.

Wie kann ich die Inspiration Games verfolgen?

Wie beim Diamond-League-Meeting in Zürich produziert das Schweizer Fernsehen die internationalen TV-Bilder. Zwischen 20.00 und 21.30 Uhr Schweizer Zeit werden die Inspiration Games live übertragen. Dabei kommt ein so genannter Split Screen zum Einsatz, der es erlaubt, alle drei Kontrahenten zeitgleich auf einem Bildschirm zu verfolgen. Übertragen werden die Bilder mit einer Verzögerung von zwei Minuten, weil die Synchronisation der Daten Zeit benötigt. Heisst: Fällt in Zürich für den 200-Meter-Lauf der Männer der Startschuss, könnte in Florida theoretisch bereits ein neuer Weltrekord aufgestellt worden sein. Bei den technischen Disziplinen (Dreisprung, Stabhochsprung) wird je eine Kamera immer auf die Athleten gerichtet sein. Sie können die jeweilige Leistung der Kontrahenten kommentieren. Vor den Rennen werden die drei Starter in einem 45-sekündigen Clip vorgestellt, eine Starterin noch ausführlicher. Das schaffe Nähe zu den Athleten, und - Nomen est Omen - inspiriere. Sogar ein Fotofinish ist bei den Inspiration Games möglich. Dafür werden die drei Bilder aus den jeweiligen Stadien synchronisiert. Alain Zobrist von Swiss Timing sagt: «Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass das eine Revolution ist. Zum ersten Mal überhaupt treten Leichtathleten zeitgleich auf drei Kontinenten gegeneinander an.» Ganz ohne Zuschauer findet das Meeting in Zürich nicht statt. 300 Zuschauer sind zugelassen, sie werden via Los ermittelt. Wer nicht zum Handkuss kommt, kann kostenlos eine Pappfigur im Schweizer Nati-Dress mit einem Foto seiner Wahl erstellen lassen. 1000 dieser Figuren werden auf der Letzigrund-Tribüne verteilt.

Dank modernster Technologie soll bei den Inspiration Games sogar ein Fotofinish wie bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro möglich sein.

Welche Zukunft haben Wettkämpfe wie die Inspiration Games?

Die Inspiration Games sollen eine Ausnahme bleiben, daraus machen die Veranstalter kein Geheimnis. Denn die Vergleichbarkeit der Leistungen ist nicht gegeben, wenn Athletinnen und Athleten zu unterschiedlichen Zeiten bei verschiedenen meteorologischen Bedingungen starten. Nach Oslo im April ist Weltklasse Zürich das zweite Diamond-League-Meeting, das sich auf ein Experiment einlässt. Die «Impossible Games» wurden allerdings zum Rohrkrepierer, die Übertragung war geprägt von Pannen und die Wettkämpfe wurden nicht zeitgleich abgehalten. Nicht unser Massstab, sagt Andreas Hediger und beantwortet die Frage, ob man besser sei als Oslo mit einem bestimmten: «Ja!» Zurückhaltender äussert sich Stefan Koch vom Schweizer Fernsehen, er sagt: «Es wird schwierig, zu sagen, wie gut es wird. Aber wir hatten die Wahl: Nichts machen, oder etwas ausprobieren. Wir hoffen, dass es das nie mehr gibt. Das ist unser grösster Wunsch. Dass es eine einmalige Geschichte bleibt.» Aber eine, die mit einem Rekord dann doch eine willkommene Würze erhalten würde.

Football news:

Giovane Elber: Lewandowski ist jetzt besser als Messi. Lionel ist ein Genie, aber in diesem Jahr ist Robert unerreichbar
In Minsk verhaftet Leiter der belarussischen Tribüne. Max, wir beide
Karl-Heinz Rummenigge: bei der FIFA wird ernsthaft über die Vergabe des Goldenen Balls nachgedacht. Ich will, dass Lewandowski gewinnt
Ein Barça-Spieler aus der Vorsaison hat sich mit dem Coronavirus infiziert
Malinowski hat sich in Italien zurechtgefunden: nach der Quarantäne erzielte er Lazio und Juve, vor Mertens, Higuain und De Ligt in der Rangliste der besten Spieler der Serie A
City ist bereit, Coulibaly einen Vertrag über 5 Jahre mit einem Gehalt von 10 Millionen Euro zu geben. Napoli will dafür 80 Millionen Euro.Manchester City arbeitet an einem Transfer von Verteidiger Kalido Coulibaly von Napoli
Bei PSG gibt es viele Verletzungen vor der Champions League (auch bei Tuchel!). Kehrer brach sich das Ohr, doch Mbappé erholt sich