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Weinstein-Anwältin hält aggressives Schlussplädoyer: «Bei #MeToo wird einem automatisch geglaubt»

Donna Rotunno (44) kämpft seit Wochen um die Freiheit von Filmmogul Harvey Weinstein (67). Über 80 Frauen haben Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen und damit die weltweite #MeToo-Bewegung ausgelöst. Eine Bewegung, die für Rotunno zu weit gegangen sei. Die Anwältin ist für ihren aggressiven Verteidigungsstil bekannt, der sich durch den kompletten Prozess zog – so auch in ihrem Verteidungs-Schlussplädoyer am Donnerstag.

«Heute muss man nur ‹Me Too› sagen und es wird einem automatisch geglaubt», behauptet Rotunno. Sie wirft der Anklage vor, eine Welt geschaffen zu haben, in der erwachsene Frauen keine Verantwortung für ihre eigenen Handlungen mehr übernehmen müssen. «Frauen fühlen sich als Teil einer Bewegung – und zur Hölle mit der Wahrheit!»

Den Vorwürfen gegen ihren Mandanten schenkt sie keinen Glauben. Er sei unschuldig gewesen, als er hier in das Verfahren gekommen sei, er sei unschuldig gewesen, als jeder Zeuge ausgesagt habe, und er sei jetzt gerade unschuldig, sagte sie in ihrem Plädoyer vor dem Obersten Gericht in New York.

Harvey Weinstein schwieg während des Prozesses

Weinstein, der sich weigert auszusagen, besteht darauf, einvernehmlichen Sex mit den Hauptzeuginnen Jessica Mann (34) und Mimi Haleyi (35) gehabt zu haben. Mann berichtete letzte Woche unter Tränen, Weinstein habe sie 2013 vergewaltigt. Angefangen habe es mit einer Bitte nach einer Massage, später habe er sie zum Oralsex gezwungen. Wochen später habe er sie erneut vergewaltigt. «Ich war sehr wütend innerlich und hatte Angst», so Mann, «aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits aufgegeben.» Die Schauspielerin beschrieb auch den Körper des Filmproduzenten. So soll er keine Hoden haben und voller Narben sein. Den Geschworenen wurden Zeichnungen davon gezeigt.

Ankläger halten Schlussplädoyer am Freitag

Ausgesagt hat auch TV-Star Annabella Sciorra (59). Ihr Fall ist inzwischen verjährt. Die Staatsanwaltschaft hielt ihre Aussagen allerdings für wichtig, um aufzuzeigen, dass Weinstein ein Wiederholungstäter sei. Er habe sich Anfangs der 90er-Jahre in ihre Wohnung gedrängt, nach dem er sie in New York zum Essen ausgeführt hatte. «Ich habe ihn geschlagen und getreten, ich habe versucht, ihn von mir wegzubekommen.» Er habe aber ihre Arme festgehalten und sie schliesslich vergewaltigt: «Es war widerlich», sagte sie während des Prozesses.

Geschlossen wird das Verfahren vorerst am Freitag mit dem Schlussplädoyer der Ankläger, bevor sich die Geschworenen am Dienstag zur Beratung zurückziehen. Bei einem Schuldspruch droht Weinstein eine lebenslange Haftstrafe. (bsn)

Der Fall Weinstein

In einem Artikel in der «New York Times» und der «New York Post», bezichtigten mehr als ein dutzend Frauen Harvey Weinstein (67) der sexuellen Belästigung. Manche warfen ihm sogar vor, sie vergewaltigt zu haben. Der Artikel löste eine Welle von ähnlichen Vorwürfen gegen den Filmmogul aus, auch von Hollywood-Stars wie Uma Thurman oder Angelina Jolie, und gaben der weltweiten #MeToo-Bewegung den Anstoss. Am 25. Mai wurde Weinstein in New York verhaftet, zwei Frauen hatten Anzeige gegen ihn wegen Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch erstattet. Der Prozess begann am 6. Januar 2020. Auch in Los Angeles haben zwei Frauen Klage gegen ihn eingereicht. Weinstein selbst sagt, dass alle sexuellen Handlungen einvernehmlich passiert seien.

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