Switzerland

Wegen Swisscom-Panne: Kanton Schwyz führt «Steinzeit»-System ein

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Wegen der Swisscom-Panne in der Nacht auf Mittwoch waren erneut keine Notrufe erreichbar. Nun setzt der Kanton Schwyz auf alte Funktechnik.

In diesem Jahr kam es bereits zu zwei Störungen auf dem Swisscom-Netz. Aufgrund von Wartungsarbeiten kam es am Dienstag zu Ausfällen bei den «internetbasierten Diensten», wie Swisscom auf Twitter mitteilte. Wer zwischen 22.33 Uhr und 00.10 Uhr einen Notruf tätigen wollte, konnte dies aufgrund der Störung nicht.

Um dies zukünftig zu verhindern, reagierte der Kanton Schwyz bereits. Fest stand: Das Lösungssystem darf nicht auf dem Internet basieren. Deshalb entschied sich der Kanton für sogenannte Polycom-Funksysteme, welche an diversen Notfall-Treffpunkten anzutreffen seien, wie Regierungsrat André Rüegsegger gegenüber dem «Boten»erklärt.

«Es ist wie ein Rückschritt in die Steinzeit»

Solche Notfall-Treffpunkte soll es überall im Kanton geben. Das dort installierte Polycom ist ein notstrombasiertes nationales Funksystem, wie der «Bote» berichtete. Es wird von Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit eingesetzt. «Es ist wie ein Rückschritt in die Steinzeit», sagt Regierungsrat Rüegsegger, «doch wenn das Internet nicht mehr funktioniert, müssen wir auf Altbewährtes zurückgreifen.» So können Menschen bei erneuten internetbasierten Störungen trotzdem einen Notruf tätigen.

Einsiedeln habe bereits Hinweisschilder angebracht. Andere Gemeinden würden damit noch abwarten. Trotzdem hätten die Gemeinden Arth, Altdorf und Lachen die Bewohner bereits über die Notfall-Treffpunkte informiert. Vermehrt befänden sich die Treffpunkte bei den Feuerwehrlokalen der Gemeinde. In Bennau wurde das Schild zwischen Schulhaus und Kirche angebracht, berichtete der «Bote».

Das Polycom-Funksystem wird aber nur bei länger dauernden Ausfällen in Betrieb genommen. Ausserdem würde bei einem Totalausfall des Internets auch die Polizei Massnahmen ergreifen. «So ist vorgesehen, bei einem längeren Ausfall der Notfallnummern die Feuerwehrdepots personell zu besetzen, und seitens der Kantonspolizei Schwyz würde eine erhöhte Patrouillentätigkeit und Dienstbereitschaft erstellt», sagt Polizeisprecher Florian Grossmann zum Boten. Auch können die Einsatzkräfte der Feuerwehr mittels Sirenenalarm ins Depot aufgeboten werden.

(jab)