Switzerland

Vom aufgestiegenen Debütanten bis zum diskreten Routinier: Das sind die Schweizer in der Bundesliga

Von Stuttgart bis Wolfsburg – 17 Schweizer Fussballer stehen bei Bundesligisten unter Vertrag. Auch die Trainer Lucien Favre und Urs Fischer starten am Wochenende mit ihren Teams in die neue Saison. Eine Übersicht.

Wie in der vergangenen Saison spielen ab Freitag 17 Schweizer in der Bundesliga. Auf dem Höhepunkt 2016 waren es 26, damals waren die Schweizer auch die grösste Ausländergruppe in der Bundesliga. Inzwischen hat Österreich die Schweiz abgelöst: 32 Österreicher werden in dieser Saison in der Bundesliga spielen, die zweitgrösste Ausländergruppe stellen die Franzosen mit 27 Profis.

Österreich stellt die meisten Spieler

Ausländer in der Bundesliga

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Mit Stephan Lichtsteiner (zuletzt beim FC Augsburg) und Gelson Fernandes (Eintracht Frankfurt) haben zwei Routiniers die Karriere beendet. In der Liste der Schweizer Spieler in der Bundesliga nehmen zwei Junge ihre Plätze ein: Der Torhüter Gregor Kobel spielte bereits vor zwei Jahren seine erste Bundesliga-Partie, nun kehrt er mit dem VfB Stuttgart und als Stammtorhüter in die oberste Spielklasse zurück. Beim zweiten Aufsteiger, Arminia Bielefeld, kommt ein anderer Zürcher zu seinem Bundesliga-Debüt. Cédric Brunner hat wie viele seiner Mitspieler noch gar keine Bundesliga-Erfahrung.

Alle Schweizer in der Bundesliga

Saison 2020/21

Name: Klub: Spiele / Tore:
Manuel Akanji Borussia Dortmund 65 / 1
Roman Bürki Borussia Dortmund 190 / 0
Marwin Hitz Borussia Dortmund 160 / 1

Für Manuel Akanji könnte es eine interessante Saison werden. Mit grossen Hoffnungen ist er damals vom FC Basel zum BVB gekommen, ohne die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen zu können. Lag es vielleicht daran, dass er sich degradiert fühlte durch den Transfer von Mats Hummels, der wie selbstverständlich den Posten des Abwehrchefs für sich beansprucht? Die kommende Saison könnte jedenfalls eine entscheidende werden, wenn es um den Karriereverlauf von Manuel Akanji geht: Sollte der Coach Lucien Favre an seinem Vorhaben, mit Viererkette aufzutrumpfen, festhalten, könnte es eng für ihn werden, wenn es um einen Platz in der Startformation geht. Spielt Favre indes umständehalber mit Dreierkette und somit mit drei Innenverteidigern, erhält Akanji einen Aufschub, um sich zu beweisen.

Manuel Akanji konnte sich bisher nicht wie gewünscht in der Bundesliga durchsetzen.

Manuel Akanji konnte sich bisher nicht wie gewünscht in der Bundesliga durchsetzen.

Noah Wedel / Imago

Nico Elvedi von Borussia Mönchengladbach ist kein Mann für das Spektakel. Er spielt so diskret, so effektiv, dass mancher ins Staunen kommt: Wie bitte? 120 Bundesligaspiele hat er mit 23 Jahren schon auf dem Buckel? Was heisst: Er spielt fast immer. Im System des Trainers Marco Rose ist Elvedi dank seiner hellwachen Spielauffassung ebenso unabdingbar wie unter Roses Vorgängern. Dabei ist Elvedi nur einer aus einem Schweizer Quartett, das in Mönchengladbach das Spiel prägt (zudem kehrt Michael Lang aus Bremen zurück). Auch Yann Sommer ist ein Gladbacher Routinier, mittlerweile seit sechs Jahren im Klub. Denis Zakaria ist der Aufsteiger der letzten Saison, und Breel Embolo hat – sofern er nicht verletzt ist – dank seinem unermüdlichen Einsatz für das Team auch dann einen Wert, wenn er nicht trifft.

Für einmal im Mittelpunkt: Nico Elvedi traf für Mönchengladbach im Cup. Normalerweise fällt der Schweizer nicht auf, seine Leistungen sind aber konstant gut.

Für einmal im Mittelpunkt: Nico Elvedi traf für Mönchengladbach im Cup. Normalerweise fällt der Schweizer nicht auf, seine Leistungen sind aber konstant gut.

Sascha Steinbach / EPA

Ob Gregor Kobel dank seiner Performance in dieser Saison zu einem Aufsteiger wird? Ausgeschlossen ist es nicht. Faktisch ist er es aber schon, dank dem Aufstieg mit dem VfB Stuttgart. Da konnte sich Kobel gegen seinen Konkurrenten Fabian Bredlow durchsetzen. Der 22-jährige Zürcher kam auf 31 Saisonspiele. Zwischendurch war er nicht unumstritten, am Ende aber nervenstark. Stuttgart hat den von Hoffenheim ausgeliehenen Kobel fix verpflichtet. Er könnte sich einreihen unter jene Schweizer, deren Namen in der Bundesliga mit hochklassigem Torhüterspiel verbunden werden.

Gregor Kobel setzte sich beim VfB Stuttgart durch. Nun startet er erstmals als Stammtorhüter in eine Bundesliga-Saison.

Gregor Kobel setzte sich beim VfB Stuttgart durch. Nun startet er erstmals als Stammtorhüter in eine Bundesliga-Saison.

Alexander Keppler / Imago

Lucien Favre gehört längst zum Inventar der Bundesliga. Dass er nunmehr in seine dritte Saison als Trainer von Borussia Dortmund geht, mag überraschen, da Favre doch die eine oder andere brenzlige Situation mit dem BVB durchschritten hat. Dass er noch immer im Amt ist, dürfte an zwei Dingen liegen: Zum einen hat sich Favre kaum merklich, aber doch stetig zu einem Pragmatiker gewandelt, der längst nicht mehr verzweifelt, wenn die Equipe seinen Ansprüchen hinterherhinkt. Zum anderen dürfte dem BVB längst klar sein, dass es extrem schwierig werden würde, einen Trainer zu finden, der nicht nur mehr Know-how hat als Favre, sondern sich auch auf die Entwicklung junger Spieler versteht, die die Borussia dann gewinnbringend nach ein, zwei Jahren veräussert.

Bisher nie über alle Zweifel erhaben: Lucien Favre geht trotzdem in seine dritte Saison als Cheftrainer von Borussia Dortmund.

Bisher nie über alle Zweifel erhaben: Lucien Favre geht trotzdem in seine dritte Saison als Cheftrainer von Borussia Dortmund.

Gian Ehrenzeller / Keystone

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