Switzerland

Verzweifelte Skigebiete: Helis fliegen tonnenweise Schnee ein – auch in der Schweiz

Ein Heli bringt eine Ladung Schnee auf den Gipfel des Skigebietes Luchon-Superbagnères. bild: montage watson/france3

Verzweifelte Skigebiete: Helis fliegen tonnenweise Schnee ein – auch in der Schweiz

Um den Skibetrieb trotz der viel zu warmen Temperaturen zu retten, hat ein französisches Ski-Resort kurzerhand 50 Tonnen Schnee eingeflogen. Die umweltschädliche Methode kommt auch in der Schweiz zum Einsatz. Umweltschützer sind empört.

Es sind bizarre Bilder, die uns aus der Skistation Luchon-Superbagnères in den Pyrenäen erreichen. Ein Helikopter fliegt als Unterlast eine Ladung Schnee auf einen Berggipfel. Die Skifahrer schauen mit grossen Augen zu, wie die weisse Pracht angeflogen kommt. Im Hintergrund sind grasgrüne Bergketten zu sehen. Am vergangen Wochenende transportierten die Helis total 50 Tonnen Schnee in das vom Schneemangel geplagte Skigebiet.

Nun hagelt es Kritik gegen die umweltschädliche «Beschneiungs-Strategie» durch Helikopter. «Das ist angesichts der Klimaerwärmung total verrückt. Nichts kann diesen Unsinn rechtfertigen», so ein Mitglied der lokalen Grünen Partei zur Nachrichtenagentur AFP.

Was kaum bekannt ist: Auch in der Schweiz kommen Helis zum Einsatz, um Pisten zu beschneien.

Ein Heli (links) fliegt in Engelberg Schnee für die Talabfahrt ein. bild: screenshot 20Minuten

  • Die 4,2 Kilometer lange Schlittelbahn Muottas Muragl im Engadin kämpfte im Januar 2016 mit akutem Schneemangel. Die Verantwortlichen beauftragten kurzerhand die Heli Bernina, Schnee zu liefern. Ganze 42 Rotationen flogen damals die Piloten. «Das war bislang das einzige Mal in der Firmengeschichte, dass wir Schnee transportiert haben», sagt Adrian Gloor, stv. Betriebsleiter Heli Bernina, zu watson.
  • Bei Swisshelicopter, einer der grössten Heli-Firmen der Schweiz, sind aktuell keine entsprechenden Einsätze bekannt. «In den 1990er-Jahren hingegen war üblich, Schnee per Helikopter einzufliegen. Denn damals gab es noch keine Beschneiungsanlagen», erinnert sich ein Mitarbeiter.

Bei der Schweizer Alpenschutzorganisation Mountain Wilderness stimmen die Heli-Schneetransporte nachdenklich. «Es ist wirklich traurig, wenn Helis Skipisten beschneien müssen. Es zeigt, dass der Wintersport wegen der Klimaerwärmung mancherorts keine Zukunft hat», sagt Geschäftsleiterin Maren Kern zu watson.

Zurück in die Pyrenäen. Gegenüber AFP rechtfertigte der Direktor des örtlichen Departementsrates den 6000 Euro teuren Einsatz.« Wir werden auf lange Sicht mindestens das Zehnfache Rendite dieser Investition erhalten und 80 Arbeitsplätze sichern», so Hervé Pounau. Zugleich räumte er ein, dass das Vorgehen «nicht sehr ökologisch» sei. «Wir haben nicht die Absicht, es wieder zu tun. »

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