Switzerland

USA verhängen Einreiseverbot für Brasilien – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus weltweit

Mehr als 341 500 Personen sind bisher nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Rund 5,3 Millionen Menschen sind seit dem Ausbruch positiv getestet worden.

Die neusten Entwicklungen

  • Angesichts der rasant steigenden Zahl von Infektionen in Brasilien verhängen die USA ein Einreiseverbot gegen Personen, die in den vergangenen 14 Tagen in Brasilien waren. Dies teilte das Weisse Haus am Sonntag (24. 5.) mit. Die Regelung gilt ab Freitag und ist zeitlich nicht begrenzt. Ausgenommen davon sind unter anderem US-Bürger, deren Familienangehörige, Menschen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung und Diplomaten. Trump hatte bereits einen Einreisestopp für Ausländer aus China, dem Schengenraum, Grossbritannien und Irland verhängt. Auch Reisen über die amerikanische Grenze zu Kanada im Norden und Mexiko im Süden sind vorübergehend eingeschränkt.
  • In einem niederländischen Schlachthof in Groenlo unweit der Grenze zu Deutschland sind 147 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Einem Medienbericht zufolge leben 79 der Infizierten in Deutschland, 68 in den Niederlanden. Bereits am Freitag (22. 5.) hatten die Behörden der Provinz Gelderland für 600 Mitarbeiter Heim-Quarantäne angeordnet und den Schlachthof geschlossen, da bei 45 Mitarbeitern Corona-Infektionen festgestellt worden waren. Zuvor waren bereits in anderen Niederlassungen der Vion-Gruppe auch in Deutschland Dutzende von Mitarbeitern infiziert worden. Der Gewerkschaftsverband FNV hatte die beengte Wohnsituation vieler Mitarbeiter für die Verbreitung des Virus verantwortlich gemacht.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson verteidigt seinen umstrittenen Chefberater Dominic Cummings in der Affäre um angebliche Lockdown-Verstösse. Nach einem ausführlichen Gespräch mit Cummings sei er zu dem Schluss gekommen, dass Cummings «den Instinkten eines jedes Vaters gefolgt» sei, sagte Johnson bei einer Pressekonferenz am Sonntag (24. 5.). Cummings habe «in jeder Hinsicht verantwortlich, legal und mit Integrität» gehandelt, so der Regierungschef. Zuvor war nicht nur von der Opposition, sondern auch aus den eigenen Reihen der Druck auf Cummings gestiegen, von seinem Posten zurückzutreten. Dem Wahlkampfstrategen wird vorgeworfen, mit einer Reise von London zu seinen Eltern ins rund 430 Kilometer entfernte Durham Ende März die Ausgangsbeschränkungen umgangen zu haben. Laut jüngsten Berichten reiste er sogar mindestens zwei Mal dorthin. Dies bestreitet die Regierung jedoch. Zum Bericht
  • Nach einem wochenlangen Alkoholverbot im Rahmen der Corona-Restriktionen in Südafrika will Präsident Cyril Ramaphosa diese Regelung nun lockern. Anfang Juni würden die landesweiten Corona-Restriktionen von der bestehenden Stufe vier auf das Niveau drei zurückgestuft, sagte Ramaphosa am Sonntagabend (24. 5.) in einer Rede an die Nation. Damit werde der Alkohol für den Konsum zu Hause unter strengen Auflagen zu bestimmten Zeiten wieder erlaubt. Der Verkauf von Tabakwaren bleibe wegen der Gesundheitsrisiken weiterhin verboten.
  • Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau sind nach der Corona-Sperrstunde in einem Lokal in Wien von der Polizei erwischt worden. Van der Bellen bestätigte der «Kronen Zeitung» den Vorfall am Sonntag und entschuldigte sich. Er habe sich «verplaudert und leider die Zeit übersehen». Auch die Polizei bestätigte den Vorfall. Laut der «Kronen Zeitung» hatten Van der Bellen und seine Frau noch Getränke auf dem Tisch, als das Lokal gegen 0 Uhr 20 kontrolliert wurde. In Österreich dürfen Restaurants, Lokale und Bars derzeit nur bis 23 Uhr öffnen. Für den Wirt könnte der Vorfall teure Folgen haben. Das Covid-19-Massnahmengesetz sieht für den Betrieb nach 23 Uhr Strafen von bis zu 30 000 Euro vor. Offiziell war das Lokal aber wohl bereits geschlossen.

Die weltweit bestätigten Infektionszahlen steigen weiter an

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Millionen)

Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Da die täglichen Infektionsraten insgesamt sinken, lockern mehrere Regierungen die Beschränkungen schrittweise.

Die EU-Kommission plädiert in einem am 13. Mai präsentierten Plan dafür, die stark eingeschränkte Reisefreiheit innerhalb der EU wiederherzustellen. Immer mehr europäische Länder wollen ihre Grenzen wieder öffnen. 

Die Schweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich kündigen Grenzöffnungen an

Nationale Regelungen

Die Schweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich kündigen Grenzöffnungen an - Nationale Regelungen

Diese Länder sind in Europa am stärksten betroffen

Russland zählte Mitte Mai erstmals mehr Fälle als Grossbritannien. In den vergangenen Tagen kamen stets rund 10 000 Neuinfizierte pro Tag dazu. Derzeit sind mehr als 344 400 Infizierte und 3541 Tote gemeldet (24. 5.). Trotzdem gehen bereits wieder viele Menschen zur Arbeit. Die Grenzen sind noch geschlossen. In der Hauptstadt Moskau laufen Massentests auf Antikörper. Präsident Wladimir Putin sagte am Freitag (22. 5.) bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz, die Lage habe sich im ganzen Land stabilisiert.

Das Vereinigte Königreich verzeichnet mehr als 259 500 positiv getestete Personen und rund 36 800 Tote (25. 5.). Die Menschen in England dürfen wieder unbegrenzt ihre Häuser verlassen und für Tagesausflüge innerhalb des grössten britischen Landesteils umherreisen. Die Regionalregierungen in Schottland, Wales und Nordirland lehnen dies jedoch ab, so dass nun unterschiedliche Regelungen gelten. Frühestens ab dem 1. Juni ist mit der schrittweisen Öffnung etwa von Läden und Schulen zu rechnen, ab Juli von Restaurants und Betrieben mit Publikumsverkehr. Einreisende aus dem Ausland müssen ab dem 8. Juni in eine zweiwöchige Quarantäne. Zeitweise war Premierminister Boris Johnson selbst schwer am Virus erkrankt, ist mittlerweile jedoch wohlauf. 

In Italien steht die Gesamtzahl der Infektionsfälle bei rund 229 900, mehr als 32 700 Personen sind gestorben (24. 5.). Die Landesgrenzen sowie die Flughäfen sollen am 3. Juni wieder geöffnet werden. Für EU-Bürger soll die Einreise dann ohne pauschale Quarantäne wieder möglich sein. Die Ausgangsbeschränkungen sind seit dem 4. Mai gelockert. Auch fahren Industrie und Bauwirtschaft wieder ihre Produktion hoch. So sind Friseure, Kosmetikstudios, Einzelhandel, Bars und Restaurants seit dem 18. Mai wieder offen. Treffen mit Freunden sind möglich, Gottesdienste wieder erlaubt.

In Spanien ist der Notstand zum fünften Mal verlängert worden. Aktuell soll er bis mindestens zum 6. Juni anhalten. Dennoch will das Land bis Ende Juni zu einer «neuen Normalität» zurückfinden. In zwei-Wochen-Schritten sollen Geschäfte, Kirchen, Fitnessstudios und Hotels geöffnet werden, wobei das Land regional unterschiedlich vorgeht. Madrid und Barcelona sowie andere Regionen treten ab Montag (25. 5.) in die Phase eins des abgestuften Öffnungsplans über: Hotels, Restaurants und Bars im Freien dürfen wieder öffnen, private Zusammenkünfte von bis zu zehn Personen sind wieder erlaubt. Andere Regionen, wo die Infektionszahlen schon früher niedriger waren und die deshalb schon in Phase eins waren, treten ab dieser Woche in Phase zwei ein. Keine Region befindet sich bisher in Phase drei.

Reisen zwischen den Landesregionen sind nicht gestattet. Ab Juli will das Land wieder Touristen begrüssen. Die Schulen bleiben bis September geschlossen. Seit dem 21. Mai gilt für alle Personen ab 6 Jahren eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Das Land verzeichnet etwa 235 800 Fälle, rund 28 800 Erkrankte sind verstorben (24. 5.). 

Die Situation in unseren anderen Nachbarländern

In Frankreich liegt die Zahl der Fälle bei fast 182 000, mehr als 28 200 Personen sind bisher verstorben (24. 5.). Die Fallzahlen erreichten ihren Höhepunkt Mitte April und gehen inzwischen zurück. Seit dem 11. Mai dürfen die Menschen wieder ohne Passierschein vor die Tür. Für Sport oder Spaziergänge gibt es keine Beschränkungen mehr. Auch die Geschäfte sind wieder offen. Restaurants und Bars bleiben zu. In Départements, die nicht so stark betroffen sind, dürfen Parks und Gärten wieder öffnen. Schrittweise sollen auch Schulen und Krippen wieder aufmachen. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht. Die Grenze zur Schweiz und zu Deutschland sollen am 15. Juni wieder geöffnet werden.

In Deutschland liegt die Zahl der Fälle bei über 180 300 (25. 5.), 8283 Personen sind in Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben. Es gilt ein Kontaktverbot ab drei Personen.

Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier.

In Österreich liegt die Zahl der positiven Tests bei rund 16 500 (25. 5.), 640 Personen sind gestorben. Seit dem 1. Mai sind die Ausgangsbeschränkungen wieder aufgehoben. Beim Einkaufen und im öffentlichen Verkehr müssen Mund und Nase bedeckt werden. Die Grenze zur Schweiz und zu Deutschland soll auch am 15. Juni wieder geöffnet werden.

Bestätigte Fälle des Coronavirus in europäischen Ländern, nach Status der Patienten (in Tausend)

0100200300RusslandGrossbritannienSpanienItalienFrankreichDeutschlandBelgienNiederlandeWeissrusslandSchwedenSchweizPortugalIrlandPolenUkraineRumänienÖsterreichDänemarkSerbienTschechienNorwegen

Die Situation in den Benelux-Staaten und Skandinavien

In den Niederlanden sind die Grundschulen seit dem 11. Mai wieder offen – zunächst für je die Hälfte der Schüler pro Tag. Auch Kitas und Bibliotheken sind wieder offen. Am 1. Juni sollen alle Schulen und eingeschränkt auch Museen, Theater, Kinos, Restaurants und Cafés wieder öffnen. Ab 1. Juli sind Lockerungen auch für den Tourismus geplant. Bisher sind in den Niederlanden mehr als 45 200 Infektionsfälle registriert worden, mehr als 5800 Personen sind gestorben (24. 5.).

Belgien verzeichnet über 57 000 Ansteckungen und rund 9300 Tote (24. 5.). Seit dem 11. Mai sind alle Geschäfte wieder offen, allerdings gelten Hygieneauflagen. Am 18. Mai sind weitere Lockerungen erfolgt, etwa für den Unterricht an Schulen, Coiffeure und Sporttrainings. Jede Art kultureller, sportlicher oder touristischer Veranstaltungen bleibt bis 30. Juni verboten.

In Dänemark sind Kitas, Kindergärten und Primarschulen bereits seit Mitte April wieder offen. Kurz darauf wurden die Einreisebestimmungen gelockert. Seit dem 11. Mai darf der gesamte Einzelhandel wieder öffnen. Die Öffnung von Museen, Kinos und Theatern erfolgt voraussichtlich am 8. Juni. Das Versammlungsverbot für mehr als zehn Personen soll dann auf maximal 30 bis 50 Teilnehmer gelockert werden. Das Land meldet rund 11 400 Fälle, 562 Personen sind gestorben (25. 5.). 

Schweden geht einen auch im eigenen Land umstrittenen Sonderweg: Schulen, Geschäfte und Restaurants blieben in der Krise weitgehend geöffnet. Das Einreiseverbot für Personen ausserhalb der EU sowie aus Ländern der Freihandelszone ist um einen Monat bis zum 15. Juni verlängert worden. Bis Montag (25. 5.) wurden in Schweden rund 33 500 Fälle und fast 4000 Tote erfasst.

In Polen müssen seit dem 4. Mai polnische Bürger, die in Deutschland, der Slowakei, Tschechien oder Litauen arbeiten oder studieren, bei einer Rückkehr nach Polen nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne. Restaurants und Coiffeurs sind unter Auflagen wieder geöffnet. Über 21 300 Fälle sind seit Ausbruch der Krise registriert worden, fast 1000 Personen sind gestorben (25. 5.). Wegen der Pandemie wurde die für den 10. Mai angesetzte Präsidentenwahl verschoben.

In Tschechien dürfen Biergärten, Geschäfte in Einkaufszentren, Coiffeure, Kinos und Museen seit 11. Mai wieder öffnen. Am 25. Mai dürfen Restaurants, Bars und Cafés ihre Innenräume wieder öffnen. Auch Hotels und Pensionen sowie Hallen- und Freibäder öffnen wieder ihre Tore. Burgen und Schlösser heissen Besucher willkommen. Grünes Licht bekommen Sportveranstaltungen mit insgesamt bis zu 300 Teilnehmern und Zuschauern. In allen Fällen gelten besondere Hygieneregeln. Der reguläre internationale Reiseverkehr mit Bus, Bahn und Flugzeug wird wieder zugelassen. Ein weitgehender Einreisestopp für Ausländer gilt jedoch weiterhin. Es besteht Maskenpflicht in Geschäften, Büros und dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Das Land verzeichnet derzeit mehr als 8900 Fälle und 315 Tote (25. 5.).

In Ungarn nutzt Ministerpräsident Viktor Orban die Krise, um seine Macht auszubauen. Das Land steht seit dem 11. März unter Notstandsrecht. Das Parlament hat ein Gesetz gebilligt, das es der Regierung erlaubt, für unbegrenzte Zeit per Dekret zu regieren. Am 15. Mai hat Orban jedoch angekündigt, die umstrittenen Sondervollmachten bis Ende Mai wieder abzugeben. Ungarn verzeichnet mehr als 3700 Infizierte und 486 Tote (25. 5.).

Die Situation in der Türkei

Die Türkei verzeichnet mehr als 156 800 Infektionsfälle und 4340 Tote (25. 5.). In der Nacht zum Samstag (23. 5.) hat eine erste landesweite weitgehende Ausgangssperre begonnen, die über das Fastenbrechenfest noch bis Dienstagnacht gilt. Damit sollen die zum Ende des Ramadan üblichen Familienbesuche unterbunden werden. Die Türkei meldet allerdings seit längerem sinkende Opferzahlen und hat begonnen, Beschränkungen zu lockern. Seit dem 10. Mai dürfen Menschen ab 65 Jahren und unter 20-Jährige an festgelegten Tagen vorerst für vier Stunden aus dem Haus. 

Die Situation auf dem Balkan

Griechenland hat bereits frühzeitig das Coronavirus eingedämmt. Seit dem 4. Mai dürfen sich die Bürger wieder ohne Bewilligung bewegen. Mit der Öffnung aller Geschäfte des Einzelhandels hat am 11. Mai die zweite Phase des Neustarts der Wirtschaft begonnen. Zudem kehren die letzten Klassen der Gymnasien in die Schulen zurück. Am 1. Juli soll der Tourismus für das Ausland geöffnet werden. Im öffentlichen Nahverkehr gilt eine Maskenpflicht. Mehr als 2870 Personen sind als infiziert gemeldet, 171 sind gestorben (24. 5.).

In Serbien dürfen seit 4. Mai Gaststätten öffnen, wenn sie ihre Kundschaft draussen bedienen. In Belgrad sind Kindertagesstätten und Grundschulen für Kinder, deren Eltern arbeiten müssen, seit dem 11. Mai wieder offen. Der öffentliche Verkehr wird schrittweise hochgefahren. Im öffentlichen Raum gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht. In Serbien gibt es etwa 11 100 bestätigte Fälle und 238 Todesopfer (24. 5.).

Die Vereinigten Staaten zählen mit mehr als 1,6 Millionen Infizierten seit Beginn des Ausbruchs die meisten bestätigten Fälle der Welt (24. 5.). Die Zahl der Toten liegt bei mehr als 97 000. Im Umfeld von Präsident Donald Trump haben sich mehrere Mitarbeiter infiziert: eine Pressesprecherin von Vizepräsident Mike Pence, ein persönlicher Bediensteter von Trump und mehrere Geheimdienst-Mitarbeiter im Weissen Haus.

In der Woche bis zum 16. Mai haben mehr als 2,4 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, wie die Regierung am Donnerstag (21. 5.) mitteilte. Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits mehr als 38 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren – so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit.

Diese Region ist derzeit am stärksten betroffen

New York ist das Zentrum der Epidemie in den USA. Mehr als 359 900 Menschen im Gliedstaat sind infiziert, über 29 000 Menschen sind gestorben (24. 5.). Die Infektionsrate ist derzeit rückläufig. Seit dem 15. Mai werden in weniger betroffenen Regionen die Beschränkungen von Gesellschaft und Wirtschaft schrittweise gelockert. Die Strände sollen über das Memorial-Wochenende vom 25. Mai unter Auflagen wieder öffnen. Versammlungen von bis zu zehn Personen sind wieder erlaubt. Gouverneur Andrew Cuomo wirbt für freiwillige Coronavirus-Tests für alle New Yorker, die wieder arbeiten gehen dürfen. New York führt rund 40 000 Tests pro Tag durch.

So präsentiert sich die Lage in andern Regionen

In den Gliedstaaten Washington und Kalifornien sowie in New Jersey, Virginia, Maryland, Ohio, Delaware, Louisiana und in der Hauptstadt Washington gelten Ausgangssperren. Die ersten Gliedstaaten haben Ende April, Anfang Mai mit einer Lockerung der Beschränkungen begonnen, darunter Tennessee und Georgia, ausserdem Texas, Alabama, Idaho, Iowa, Maine und Kalifornien. Demokraten protestierten in Städten wie Dallas und Texas dagegen. Florida begann am 4. Mai mit der Öffnung.

Daten aus den Gliedstaaten Illinois und Michigan zeigen, dass Dunkelhäutige stärker betroffen sind. Laut Experten spiegelt dies die Ungleichheit bezüglich Gesundheitszustand und Zugang zu medizinischer Versorgung wider. 

In Kanada wurde das Coronavirus aufgrund der besseren Testmöglichkeiten früher festgestellt als in Mittel- und Südamerika. Dort registrieren die Länder erst nach und nach Infizierte.

Diese Länder sind derzeit am stärksten betroffen

In Kanada ist die Zahl der Infektionsfälle auf über 84 000 gestiegen (24. 5.). Rund 6400 Personen sind gestorben. Die Regierung hat ein Einreiseverbot für Ausländer erlassen. Die Grenze zwischen zu den USA wird bis zum 21. Juni für nicht notwendige Reisen geschlossen bleiben. 

Brasilien verzeichnet rund 360 000 Fälle und über 22 000 Tote (25. 5.). Nur in den USA sind noch mehr Fälle bekannt. Der Nothilfe-Koordinator der WHO, Michael Ryan, sagte am Freitag (22. 5.), dass Südamerika das «neue Epizentrum der Krankheit» und «das am meisten betroffene» Land sicher Brasilien sei. Ryan erwähnte auch die Situation im Amazonas-Gebiet, wo sowohl die Infektionsrate als auch die Mortalitätsrate in Brasilien am höchsten sind. Das Gesundheitssystem und das Bestattungswesen sind vielerorts in der strukturschwachen Region kollabiert. Zudem sind die Indigenen in Amazonien besonders anfällig für das Virus. Der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro will dennoch schnell zur Normalität zurück und desavouiert mit seiner Ablehnung von Schutzmassnahmen die Gouverneure der Gliedstaaten. Am 15. Mai reichte Gesundheitsminister Nelson Teich nach nicht einmal einem Monat seinen Rücktritt ein. 

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

In Mittel- und Südamerika sind fast alle Länder betroffen. Mehrere Länder haben Einreiseverbote erlassen, darunter Kuba. Einheimische dürfen dort nicht mehr ausreisen. Haiti, Panama, Kolumbien und Honduras haben Ausgangssperren verhängt. Argentinien hat seine Ausgangsbeschränkungen bis auf den 7. Juni verlängert (24. 5.). Das Virus zirkuliert dort vor allem im Grossraum Buenos Aires.

El Salvador schloss am 11. März, noch vor der ersten bestätigten Infektion im Land, die Grenzen und führte am 22. März die strengsten Ausgangsbeschränkungen Mittel- und Südamerikas ein. Wer die Quarantäne missachtet, wird für bis zu 30 Tage in ein «Eindämmungszentrum» gesteckt. Menschenrechtler kritisierten diese Praxis und das oberste Verfassungsgericht des Landes hat diese für unzulässig erklärt. Bisher wurden rund 1819 Menschen positiv getestet (24. 5.), 33 von ihnen starben.

In Venezuela gibt es laut offiziellen Zahlen 1020 Infizierte und 10 Tote (24. 5.). Wegen der schweren politischen Krise liegt das Gesundheitssystem des Landes am Boden.

Ein Arbeiter geht auf der Anlage eines Krematoriums in Mexiko-Stadt an leeren Särgen vorbei.

Ein Arbeiter geht auf der Anlage eines Krematoriums in Mexiko-Stadt an leeren Särgen vorbei. 

Sashenka Gutierrez / EPA

China war ursprünglich das Zentrum des Coronavirus, auch andere Länder Asiens verzeichneten früh erste Fälle. Zum Teil wurden ganze Städte abgeriegelt. Trotz positiven Meldungen aus der jüngsten Zeit ist die Krise noch nicht ausgestanden. Am 1. Mai öffneten sich zum ersten Mal wieder die Tore zu Parkanlagen und zur Verbotenen Stadt im Herzen Pekings. Allerdings werden die Besucherströme kanalisiert. Internationale Flüge sollen noch bis Oktober beschränkt bleiben.

Dieses Land ist in Asien am stärksten betroffen

In China hat die Millionenstadt Wuhan (Provinz Hubei), in der das Coronavirus seinen Anfang nahm, die Zahl der Toten am 17. April um 50 Prozent nach oben korrigiert. Demnach sind in der zentralchinesischen Stadt weitere 1290 Personen in Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Toten in Wuhan auf 3896. Zuvor war «nur» von 2579 Toten berichtet worden. Am 11. Mai verzeichnete die Stadt fünf neue Fälle – der höchste Anstieg seit dem 28. April. Nun will China alle 11 Millionen Einwohner der Stadt testen. Am 13. Mai hat die Regierung mit Jilin erneut eine Millionenmetropole abgeriegelt, nachdem etwa zwei Dutzend neue Infektionsfälle festgestellt worden waren. Seither dürfen nur noch Menschen, die negativ getestet wurden, die Stadt verlassen.

Insgesamt hat China mehr als 84 000 Infektionsfälle (24. 5.) und 4638 Todesfälle gemeldet. Zum Bericht

In China sinkt die Zahl der derzeit Erkrankten weiter

Bestätigte Coronavirus-Fälle in China, nach Status der Patienten (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

2 Die Behörden korrigieren die Zahl der Toten in Wuhan um 1290 nach oben.

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Südkorea gilt wegen seiner Test- und Quarantänemassnahmen als Vorbild. Wegen kürzlichen Häufung von Infektionen im Zusammenhang mit Bars und Nachtclubs in der Hauptstadt Seoul sind seit dem 9. Mai sämtliche nächtlichen Unterhaltungseinrichtungen geschlossen. Bisher gibt es in Südkorea rund 11 200 Fälle, 266 Personen sind gestorben (24. 5.).

Nordkorea zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die bisher keine Coronavirus-Infektionen bestätigt haben. Laut WHO-Angaben vom 8. April führt Nordkorea Tests durch und hat rund 500 Personen unter Quarantäne gestellt.

In Japan hat Regierungschef Shinzo Abe den Notstand in den meisten Landesteilen vorzeitig aufgehoben. Am Montag (25. 5.) wurde erwartet, dass als letzte Regionen des Landes auch im Grossraum Tokio sowie der nördlichsten Provinz Hokkaido der Notstand aufgehoben wird. Der Notstand hätte eigentlich überall noch bis zum 31. Mai gelten sollen. Insgesamt zählt Japan mehr als 17 000 Infektionsfälle und 839 Tote (25. 5.). In Tokio fielen die täglichen Corona-Neuinfektionen am Freitag (22. 5.) auf den niedrigsten Stand seit Ausrufung des Notstands. Wie der japanische Fernsehsender NHK meldete, sank die Zahl der an einem Tag bestätigten Neuinfektionen auf drei Fälle.

Indien hat rund 6000 neu bestätigte Fälle innerhalb von 24 Stunden (22. 5.). Das ist der grösste Sprung innerhalb eines Tages seit die Regierung in Delhi den nationalen Lockdown gelockert hat und während die Fluggesellschaften die Wiederaufnahme von Inlandsflügen vorbereiten. Das Land zählt über 131 400 bestätigte Fälle und 3868 Todesopfer (24. 5.).

In Singapur dürfen seit dem 12. Mai einige Geschäfte wieder öffnen, seit dem 19. Mai können die Kinder wieder zur Schule. Wer gegen die Abstandsregeln verstösst, muss bis zu 7000 Dollar Busse zahlen, bis zu sechs Monate im Gefängnis sitzen – oder beides. Treffen jeglicher Grösse von Personen, die nicht zu einer Familie oder einem Haushalt gehören sind verboten. Der wirtschaftlich höchstentwickelte Staat in Südostasien rechnet für das zweite Quartal 2020 mit einem Wirtschaftseinbruch von rund 20 Prozent. Insgesamt sind in Singapur rund 31 100 Fälle gemeldet, 23 Personen sind verstorben (24. 5.). 

In anderen Teilen Asiens ist die Bewegungsfreiheit nach wie vor eingeschränkt. Malaysia, Indonesien, Vietnam und Hongkong haben Einreisebeschränkungen und teilweise Ausgangssperren erlassen.

Iran verzeichnete seit Februar eine rasch steigende Anzahl an Corona-Fällen und entwickelte sich damit nach China zu einem der am stärksten betroffenen Länder weltweit. Schiitische Pilger trugen das Virus auch in Nachbarländer wie den Irak, Bahrain und Kuwait, die daher mit starken Abschottungsmassnahmen reagierten. Saudiarabien rief dazu auf, Pilgerreisen nach Mekka und Medina zu unterlassen und während des Fastenmonats Ramadan, der am 23. April begann, zu Hause zu beten. In Katar müssen seit Dienstag (19. 5.) bis zum 30. Mai fast alle Geschäfte schliessen und alle Geschäftsaktivitäten eingestellt werden. 

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Iran verzeichnet noch immer die meisten Fälle in der Region. Mehr als 133 500 Menschen sind positiv getestet worden, die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen. Mindestens 7359 Menschen sind gestorben (24. 5.). Es gilt ein Reiseverbot. Seine jährlichen anti-israelischen Demonstrationen am sogenannten al-Kuds-Tag, der dieses Jahr auf den 22. Mai fiel, hatte Iran abgesagt.

Zweite Welle? In Iran steigt die Zahl der gegenwärtig Infizierten wieder

Bestätigte Coronavirus-Fälle in Iran, nach Status der Patienten (in Tausend)

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Waren die meisten Länder der Region, abgesehen von Iran, eher moderat von der Pandemie getroffen, stiegen auch hier die Zahlen. Dank Beschränkungen sind auch hier die Infektionsraten teilweise rückläufig.

Israel hat die Beschränkungen weiter gelockert. Seit 17. Mai sind die Schulen für einige Jahrgänge wieder offen – Schüler ab der vierten Klasse müssen Masken tragen. Die Regierung will zudem Versammlungen von bis zu 50 Personen im Freien wieder erlauben. Am 14. Juni sollen alle Versammlungsbeschränkungen aufgehoben sein. Israel zählt rund 16 700 Infizierte und 279 Tote (24. 5.). 

In Syrien hat Machthaber Bashar al-Asad die für Mai geplante Parlamentswahl ein zweites Mal verschoben. Neuer Termin ist der 19. Juli. Das Gesundheitsministerium hat bisher 70 Corona-Fälle gemeldet, darunter vier Tote (24. 5.).

Am 20. Mai 2020 wurden in Johannesburg, Südafrika, rund 11 000 Essenspakete verteilt. Bedürftige standen dafür teilweise über Stunden an. Nahrungsmittelknappheit ist eines der grossen Probleme, dass die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Lockdown in dem afrikanischen Land ausgelöst haben.

Am 20. Mai 2020 wurden in Johannesburg, Südafrika, rund 11 000 Essenspakete verteilt. Bedürftige standen dafür teilweise über Stunden an. Nahrungsmittelknappheit ist eines der grossen Probleme, dass die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Lockdown in dem afrikanischen Land ausgelöst haben. 

Kim Ludbrook / EPA

In Afrika haben sich nach Angaben der WHO mehr als 100 000 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Dennoch nimmt die Pandemie mit bisher 3100 Todesfällen auf dem Kontinent laut der WHO einen anderen Verlauf als anderswo. Nach ersten Analysen könnte die relativ niedrige Todesrate damit zu tun haben, dass mehr als 60 Prozent aller Afrikaner jünger als 25 sind und frühzeitig Ausgangsbeschränkungen eingeführt wurden. Da die meisten Länder über schlecht ausgebaute Gesundheitssysteme verfügen, befürchteten Experten, dass das Virus hier noch tödlicher wirken könnte.

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Zurzeit melden Ägypten und Südafrika mit mehr als 16 500 bzw. 21 300 Fällen die höchsten offiziellen Zahlen in Afrika (24. 5). In Ägypten sind davon 735 Personen gestorben, in Südafrika 407. Südafrika hat eine Ausgangssperre verhängt. Die Lockdown-Massnahmen sollen am 1. Juni gelockert werden. Dann soll die Wirtschaft wieder angekurbelt werden. Auch das Alkoholverbot wird dann aufgehoben, der Alkoholverkauf wird aber weiterhin streng kontrolliert. Die Einwohner dürfen ihre Häuser nur zum Einkaufen oder für Arztbesuche verlassen. Viele Geschäfte sind geschlossen. In Ägypten gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Armeeangehörige und Polizisten bei einem Routine-Check in Johannesburg, Südafrika: Dieser Fahrer missachtete die Ausgangssperre.

Armeeangehörige und Polizisten bei einem Routine-Check in Johannesburg, Südafrika: Dieser Fahrer missachtete die Ausgangssperre.

Jerome Delay / AP

So gestaltet sich die allgemeine Situation auf dem Kontinent

Zahlreiche Länder haben Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren erlassen. Viele Regierungen in Afrika sind autoritär. Beschränkungen werden unreflektiert verhängt, obwohl viele Menschen von der Hand in den Mund leben. Auch Versicherungen gibt es kaum und die versprochenen Staatshilfen kommen – falls überhaupt – zu spät an. Dies führt zu Revolten wie in Kamerun, Simbabwe oder Niger. Die Sicherheitskräfte haben diese bisher gewalttätig niedergeschlagen. 

Australien und Ozeanien sind im weltweiten Vergleich weniger betroffen. Dennoch haben auch die Länder dieser Region Massnahmen im Kampf gegen das Virus erlassen. Überall gelten Einreisebeschränkungen oder -verbote.

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Australien meldet rund 7106 Fälle. 102 Personen sind bisher nach einer Infektion gestorben (24. 5.). Fast 6900 haben sich bereits wieder erholt. Angesichts sinkender Infiziertenzahlen will Australien die Ausgangsbeschränkungen stufenweise lockern und die Wirtschaft bis Juli wieder öffnen. Ab dem 1.Juni wird es innerhalb der meisten Gliedstaaten wieder möglich sein zu reisen. Einige Grenzen bleiben jedoch noch geschlossen. Ministerpräsident Scott Morrison gab am 8. Mai einen Drei-Stufen-Plan bekannt, ohne genaue Daten für die Umsetzung zu nennen. Demnach soll jeder Gliedstaat selbst entscheiden, wie die Lockerungsschritte erfolgen. Der Plan werde alle drei Wochen überprüft. Es gibt nur einige wenige internationale Flüge. Alle ankommenden Passagiere müssen zwei Wochen in Hotel-Quarantäne. 

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

In Neuseeland sind seit 18. Mai die Schulen wieder geöffnet. Abstandsregeln und Hygienevorschriften müssen strikt eingehalten werden. Das Land registriert 1504 Infektions- und 21 Todesfälle (24. 5).

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab.

China bekam das Virus erst durch starke Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens in den Griff. Staaten wie Taiwan, Vietnam und Hongkong haben trotz der Nähe zur Volksrepublik weniger Fälle als ihre Nachbarn. Sie waren vorbereitet. Denn Asien erlebte in den vergangenen zwei Jahrzehnten drei grössere Epidemien: Sars in den Jahren 2002 und 2003, die Schweinegrippe (H1N1) in den Jahren 2009 und 2010 und Mers 2015. Viele Länder Asiens modernisierten ihre Aktionspläne für solche Epidemien, investierten in die Forschung und tauschten sich untereinander aus. Die Lehre daraus war, dass schon früh starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens getroffen werden müssen. 

Wie Asien die Epidemie in den Griff bekam 

Auch Singapur stand bei der Bekämpfung des Coronavirus lange Zeit gut da. In der zweiten Aprilhälfte schnellten dort allerdings die Fallzahlen infolge von Erkrankungen unter Gastarbeitern aus dem Ausland wieder nach oben.

Neuseeland erklärte das Coronavirus Ende April für «gegenwärtig eliminiert». Ähnliche Erfolge vermeldete Island. 

Mit der Ausbreitung des Coronavirus ist ein Wettbewerb zwischen Biotech-Firmen und Forschungsinstituten um die Herstellung eines Impfstoffes entbrannt. Die WHO teilte am 23. April mit, 83 Impfstoffe seien in Entwicklung, 6 davon befänden sich im Stadium klinischer Studien. In Deutschland hat das Mainzer Unternehmen Biontech, das zusammen mit dem Pharma-Riesen Pfizer an einem Impfstoff arbeitet, als erstes die Zulassung für Tests an Menschen bekommen. Im März begann die amerikanische Biotech-Firma Moderna als erstes Unternehmen mit der Durchführung von klinischen Studien. China hat bisher für die Erprobung von drei möglichen Impfstoffen grünes Licht gegeben, während in Grossbritannien zurzeit ein Impfstoff der Universität Oxford klinisch getestet wird. Fachleute sind sich weitgehend einig, dass es 12 bis 18 Monate dauern wird, bis der erste Impfstoff die Marktzulassung erhalten wird.

Auch ein Medikament, das erwiesenermassen zu einer raschen Genesung beiträgt, ist noch nicht verfügbar. Die Hoffnung ruht vor allem auf bereits existierenden Mitteln, deren Wirksamkeit bisher nur gegen andere Krankheiten nachgewiesen wurde.

Die WHO testet das antivirale, gegen Ebola entwickelte Medikament Remdesivir, zwei Malariamittel (Chloroquin und Hydroxychloroquin), eine Kombination zweier HIV-Medikamente (Lopinavir und Ritonavir) sowie diese zwei Präparate zusammen mit Interferon-Beta, einem Mittel zur Behandlung von Multipler Sklerose.

Eine umfassende Datenanalyse bekräftigt, dass sich die Malaria-Arzneien Chloroquin und Hydroxychloroquin wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen. Im Gegenteil, die Wirkstoffe erhöhen womöglich die Todesrate und führen zu mehr Herzrhythmusstörungen, berichten Forscher aus den USA und der Schweiz im Journal «The Lancet» (22. 5.). Sie hatten Daten von gut 96 000 Patienten ausgewertet, von denen fast 15 000 eines der Mittel allein oder in Kombination mit einem Antibiotikum bekommen hatten. Die Autoren sprechen sich dafür aus, die Mittel nur im Rahmen von klinischen Studien einzusetzen und den Nutzen sorgfältig zu prüfen. Zu ähnlichen Ergebnissen waren zuvor schon kleinere Studien gekommen. US-Präsident Donald Trump hat Chloroquin nicht nur wiederholt als Wundermittel gepriesen, sondern auch erklärt, er nehme das Medikament prophylaktisch ein, um sich vor dem Virus zu schützen.

Die USA wollen mit ihrem Projekt «Operation Warp Speed» bis zum Jahresende einen Impfstoff entwickeln. Amerikanische Spitäler dürfen seit Mai das Ebola-Medikament Remdesivir einsetzen. Eine klinische Studie hatte zuvor gezeigt, dass der Wirkstoff bei Covid-19-Patienten die Genesungszeit um mehrere Tage verkürzen kann. Der Arzneimittelhersteller Gilead führe laut eigener Aussage Gespräche mit Chemikalien- und Arzneimittelherstellern, um das experimentelle Medikament für Europa, Asien und Entwicklungsländer bis spätestens 2022 herzustellen.

Derzeit laufen weltweit über ein Dutzend klinische Studien, um die Wirksamkeit des Grippemittels Avigan, allgemein als Favipiravir bekannt, zu ermitteln. Herstellerin ist die japanische Fujifilm Holdings. Allerdings kamen laut japanischen Medienberichten zuletzt Zweifel an dessen Wirksamkeit gegen das Coronavirus auf (20. 5.). Bedenken bezüglich der Einnahme bestehen ausserdem, da das Medikament in Tierstudien nachweislich Geburtsfehler verursacht. Die japanische Regierung wollte das Therapeutikum eigentlich bereits zum Monatsende zulassen. Sie hatte ausserdem zugesagt, Avigan zu verschenken. Mehr als 40 Länder bekundeten ihr Interesse.

Der japanische Arzneimittelhersteller Takeda Pharmaceutical plant, im Juli eine mehrmonatige klinische Studie für eine Behandlungsmethode von Covid-19 auf Basis von Antikörpern mit Hunderten von Teilnehmern zu beginnen (13. 5.). 

Bezüglich Immunität nach einer durchgemachten Covid-19-Krankheit warnt die WHO, es sei keineswegs sicher, dass einmal Infizierte fortan geschützt sind. Allerdings, so die Hoffnung, würde eine zweite Infektion deutlich milder verlaufen.

Der Basler Pharmakonzern Roche erhielt am 3. Mai in den USA die Zulassung seines Antikörper-Tests für das Coronavirus. Der Blutplasma-Test erkenne Antikörper, die der menschliche Organismus nach einer Coronavirus-Infektion gebildet hat, hiess es.

Die Beschränkungen haben ganze Wirtschaftszweige lahmgelegt. Entsprechend erwartet der Internationale Währungsfonds (IMF) die schlimmste Rezession seit der Grossen Depression. Unter der Annahme, dass die Pandemie im zweiten Quartal 2020 ihren Höhepunkt erreicht, erwartet der IMF einen Rückgang der realen Weltwirtschaftsleistung (BIP) um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Falls die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte abklingt, ist 2021 jedoch ein starker Wiederaufschwung mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 5,8 Prozent zu erwarten. Für Asien prognostiziert der IMF zum ersten Mal seit 60 Jahren ein Nullwachstum.

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation sind fast die Hälfte der 3,3 Milliarden Arbeitskräfte weltweit wegen der Massnahmen gegen das Virus in ihrer Existenz bedroht. Betroffen seien vor allem 1,6 der zwei Milliarden Menschen, die irregulärer Arbeit nachgehen. Ihr Einkommen sei im weltweiten Durchschnitt um 60 Prozent eingebrochen, in Afrika und Lateinamerika sogar um mehr als 80 Prozent.

Viele Notenbanken haben ihre Leitzinsen reduziert und auch die übrigen geldpolitischen Instrumente praktisch ausgeschöpft, um Kredite zu verbilligen sowie Investitionen und Konsum anzukurbeln. Die Regierungen helfen betroffenen Unternehmen mit Sofortzahlungen.

Nach langen Verhandlungen haben sich die Mitgliedstaaten der EU auf ein Hilfspaket für die europäische Wirtschaft in der Höhe von 540 Milliarden Euro einigen können. Der EU-Gipfel hat das vereinbarte Paket am 23. April gebilligt. Zudem soll es laut Deutschland und Frankreich einen Wiederaufbaufonds in der Höhe von 500 Milliarden Euro geben. Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande haben einen Gegenvorschlag zu dem deutsch-französischen Vorstoss für einen Corona-Wiederaufbauplan vorgelegt. Darin sprechen sich die vier Länder für einen einmaligen Notfall-Fonds zur Stärkung der EU-Wirtschaft aus. Sie machten deutlich, dass sie einer Vergemeinschaftung von Schulden und einer Erhöhung des EU-Budgets nicht zustimmen werden.

Weltweit wurden zahlreiche Grossveranstaltungen abgesagt oder verschoben. Dazu gehören das Oktoberfest in München, die Olympischen Sommerspiele, die Fussball-Europameisterschaft, der Eurovision Song Contest, die Expo 2020 in Dubai sowie zahlreiche andere Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich.

So geht der Sport mit der Corona-Krise um

Anfang Januar 2020 teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Experten gehen davon aus, dass sich bereits im November die ersten Personen infiziert haben könnten. Der Stammbaum des Virus lässt sich über die Veränderungen in seinem Genom nachvollziehen (Details hier).

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sein könnten.

Es kursieren Verschwörungstheorien, wonach das Virus in einem Labor in Wuhan gezüchtet worden sei. Auch der amerikanische Präsident Donald Trump äusserte sich derart. Diese Vorwürfe wies Yuan Zhiming, Chef des Instituts für Virologie in Wuhan, zurück. Auch die WHO ist der Ansicht, das Virus sei tierischen Ursprungs.

Anfang Mai hat die WHO alle Länder dazu aufgefordert, Fälle von Lungenentzündungen Ende 2019 zu überprüfen. Damit reagierte die WHO auf einen Bericht aus Frankreich, wonach Covid-19 bereits am 27. Dezember bei einem Mann in einem französischen Spital behandelt worden sei, fast einen Monat bevor die französische Regierung die ersten Fälle bestätigte. Das Spital entdeckte den Fall, weil es alte Proben von Patienten mit Lungenentzündungen erneut testen liess. Die später als Covid-19 identifizierte Krankheit wurde der WHO von den chinesischen Behörden zum ersten Mal am 31. Dezember gemeldet. Zunächst ging man nicht davon aus, dass Covid-19 sich vor Januar in Europa ausgebreitet hatte. Zum Bericht

Wie sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat

Zum Zeitpunkt Erkrankte (ohne Geheilte/Tote) pro Land oder chinesische Provinz

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen «Sars-CoV-2» (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde «Covid-19» (coronavirus disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

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