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Uefa will durchgreifen: Gewinnt Bayern jetzt doch noch die Champions League?

Die Fussball-Welt ist erschüttert. Zwölf Top-Klubs machen ernst und gründen eine Super League. Liverpool, Manchester United, Manchester City, Arsenal, Chelsea und Tottenham aus England, Real Madrid, Barcelona und Atletico aus Spanien und Inter Mailand, Juventus und Milan aus der Serie A machen sich selbstständig.

Auffällig: In der Bundesliga hält man sich zurück. Weder Bayern noch der BVB haben sich bisher zur neuen Super League bekennt. Das könnte den Deutschen nun zugutekommen.

BVB, Bayern und PSG haben Bedenkzeit

Die Uefa tagt am kommenden Freitag. Gut möglich, dass die Super-League-Klubs vom europäischen Fussballverband sanktioniert und jene Klubs gar aus der laufenden Champions-League-Kampagne ausgeschlossen werden. Das sagt jedenfalls Jesper Möller (57), Vorsitzender des dänischen Verbandes und Mitglied des Uefa-Exekutiv-Komitees. Gegenüber «DR Sporten» meint er: «Am Freitag findet eine ausserordentliche Sitzung des Exekutiv-Komitees statt. Dort habe ich die Erwartung, dass die 12 Vereine rausgeworfen werden. Dann muss man sehen, wie man die Champions League beendet.»

Heisst: Drei der vier Halbfinalisten dürften nicht mehr spielen. Real Madrid, Chelsea und Manchester City. Nur PSG wäre noch dabei. Wie soll es danach weitergehen? Die «Bild» nennt zwei Szenarien: PSG gewinnt die Champions League kampflos. Dies sei aber eher unwahrscheinlich, da man so TV-Gelder verlieren würde. Szenario zwei: Bayern München, Porto und Dortmund, jene Teams die im Viertelfinal ausgeschieden sind, rücken nach. Dann wäre Bayern plötzlich wieder heiss auf die Titelverteidigung und Hansi Flick hätte vielleicht zu früh seinen Abgang Ende Saison als Trainer verkündet.

Brisantes verkündet der «Spiegel»: Im Super-League-Rahmenvertrag gäbe es eine Klausel, die festhält, dass sowohl PSG wie auch die Bayern und der BVB nachträglich noch Gründungsmitglieder werden, also an der Super League teilnehmen können. Dazu haben sie 30 Tage Zeit. Das Problem für die drei Klubs: Der Champions-League-Final findet am 29. Mai statt, also nach Ablauf dieser Frist.

Ceferin gegen Spielergewerkschaft

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (53) betonte unterdessen, dass die 12 Super-League-Vereine so schnell wie möglich sanktioniert werden. «Wir ermitteln mit unserer Rechtsabteilung, werden jedoch alle verfügbaren Sanktionen anwenden», so der Boss gegenüber «Reuters».

Ob die Uefa die Super League verhindern kann, ist aber ungewiss. Der deutsche Fachanwalt für Sportrecht, Paul Lambertz, meint gegenüber der «Funke Mediengruppe»: «Die Uefa hat nach meiner Einschätzung keine Handhabe. Denn rechtlich ist sie Monopolist, schliesslich ist sie der einzige Anbieter eines europäischen Wettbewerbs. Sie darf also nicht alles machen, was sie will.»

Und nun hat sich auch noch die Spielergewerkschaft FIFPro, welche die Interessen der Spieler vertritt, eingeschaltet. Diese kämpft gegen mögliche Ausschlüsse der Uefa. «Wir werden uns energisch gegen Massnahmen beider Seiten wehren, welche die Rechte der Spieler beeinträchtigen – wie zum Beispiel den Ausschluss aus ihren Nationalmannschaften», teilt die Gewerkschaft mit.

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