Switzerland

Uefa-Präsident kritisiert Fifa für Verteilung von Hilfsgeldern, Premier-League-Spieler lehnen Lohnkürzung ab – so geht der Sport mit dem Coronavirus um

Das Coronavirus und seine Auswirkungen auf den globalen Sport – eine Übersicht der neuesten Entwicklungen.

(sda/dpa) · Die Fussballprofis der englischen Premier League haben einen Lohnverzicht wegen der Coronavirus-Krise in Höhe von 30 Prozent vorerst abgelehnt. Die Spielergewerkschaft PFA begründete die Haltung damit, dass der englischen Regierung mit einem solchen Schritt rund 200 Millionen Pfund (rund 240 Millionen Franken) über einen Zeitraum von zwölf Monaten an Steuergeldern verloren gingen. «Das würde auf Kosten unseres nationalen Gesundheitsdienstes NHS oder anderen staatlich-unterstützten Diensten gehen», teilte die PFA mit.

Die 20 Klubs der Premier League haben sich zuvor darauf verständigt, die Spieler um einen Lohnverzicht von 30 Prozent zu bitten. Sollte die Saison nicht beendet werden können, müsste die Liga womöglich 762 Millionen Pfund (913 Millionen Franken) an die Fernseh-Rechteinhaber zurückzahlen.

(dpa) · Der serbische Nationalspieler Aleksandar Prijovic ist wegen des Verstosses gegen das Ausgehverbot während der Corona-Krise in Belgrad zu drei Monaten Hausarrest verurteilt worden. Das berichten lokale Medien am Sonntag. Der 29-Jährige war am Freitag von der Polizei in Gewahrsam worden, nachdem er sich mit 19 anderen Menschen entgegen der Bestimmungen in einem Hotel getroffen hatte. Prijovic stammt aus St. Gallen, spielt aber inzwischen für das Heimatland seiner Vorfahren. Auf Vereinsebene steht er bei Al Ittihad in Saudiarabien unter Vertrag.

Prijovic ist der zweite serbische Fussballprofi nach Luka Jovic, der in Belgrad gegen die geltenden Regeln wegen der Coronavirus-Pandemie verstossen hat. Der frühere Bundesligaspieler Jovic war vor knapp zwei Wochen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tanjug trotz zweiwöchiger Quarantäne nach der Ankunft aus Madrid ausserhalb seiner Wohnung erwischt worden. Serbische Boulevardblätter wie «Blic» hatten dem Spieler von Real Madrid vorgeworfen, in der Hauptstadt gefeiert zu haben. Jovic hatte hingegen von einem Gang zur Apotheke gesprochen.

(sda) · Der Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hat den Weltverband Fifa für sein Vorgehen bei der geplanten finanziellen Hilfe für Verbände, Vereine und Spieler in der Coronavirus-Krise kritisiert. Der Slowene sagte in einem Interview im «Aktuellen Sportstudio» des ZDF: «Die Erklärung der Fifa dazu war, sie wollen es für die nutzen, die es dringend brauchen. Wir sollten dem zustimmen, so dass die Fifa dann entscheiden kann, wer wie viel Geld bekommt.» Das sei nach seiner Auffassung etwas seltsam, ergänzte Ceferin, «so kann keiner kontrollieren, wohin die Summen fliessen. Es braucht strikte Regularien dafür, man kann nicht einfach der Fifa überlassen, wohin die Summen fliessen.» Die Fifa hatte zuvor die Hilfsaktion angekündigt, ohne konkrete Summen zu nennen.

Aleksander Ceferin

Aleksander Ceferin 

Yves Herman / Reuters

(sda) Einem Medienbericht zufolge soll der brasilianische Fussballspieler Neymar seinem Heimatland Brasilien rund 920 000 Franken für den Kampf gegen das Coronavirus spenden. Der Fernsehsender SBT berichtete, ein Teil des Geldes gehe an das UN-Kinderhilfswerk Unicef, der Rest an einen Solidaritätsfonds, der vom mit Neymar befreundeten Moderator Luciano Huck geleitet wird.

Huck, der in den vergangenen Jahren in Brasilien immer wieder als möglicher Präsidentschaftskandidat gehandelt wurde, hatte unlängst in Online-Netzwerken verkündet, dass er Spenden für Armenviertel in Rio de Janeiro sammeln wolle. Neymars Sprecher äusserten sich nicht zum Fernsehbericht über die Grossspende des bei Paris Saint-Germain engagierten Offensivspielers. Spenden würden nie kommentiert, hiess es.

(sda) Auch der vom 21. bis 24. Mai geplante CSIO St. Gallen fällt der Coronavirus-Pandemie zum Opfer. Zwar wurde in den letzten Tagen intensiv geprüft, ob das zur Nationenpreis-Serie zählende Turnier zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr durchgeführt werden könnte, doch entschieden sich Verwaltungsrat und Organisationskomitee aufgrund der unsicheren Situation für eine definitive Absage. Die Jubiläumsaustragung zum 25. Nationenpreis der Schweiz in St.Gallen ist nun für den 3. bis 6. Juni 2021 geplant.

Der Nationenpreis der Schweiz wurde erstmals 1927 durchgeführt und einzig wegen des Zweiten Weltkrieges von 1940 bis 1946 nicht ausgetragen. Seit 2007 findet er ausschliesslich in St. Gallen statt, der letzte Sieg der Heimequipe liegt schon 20 Jahre zurück. «Wir wollten unseren Anlass nicht einfach absagen, ohne sämtliche Alternativen, die sich auch durch die Absage der Olympischen Sommerspiele in Tokio ergaben, abschliessend geprüft zu haben», sagte die OK-Präsidentin Nayla Stössel. «Es gibt aber leider zu viele Unsicherheiten und Risiken.» Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit für den entsprechenden Tag im nächsten Jahr. 

(sda) Die Serie-A-Vereine haben keine Einigung in Bezug auf eine mögliche Lohnkürzung bei den Spielern gefunden. Dies ist das Ergebnis einer Video-Konferenz der Klubverantwortlichen. Sie planen nun, die Gespräche mit der Fussballergewerkschaft fortzusetzen. Italienischen Medienberichten zufolge ziehen sie eine pauschale Lohnsperre von einem Monat in Betracht.

Die Spieler von Juventus hatten zuvor angeboten, auf ihr Gehalt von März bis Juni zu verzichten, falls die Meisterschaft wegen der Corona-Krise abgesagt werden müsse. Der italienische Verband (FIGC) hat als Ziel einen Neustart Ende Mai formuliert und sich mit dem Sportministerium darauf geeinigt, dass die Fussballer vor der Wiederaufnahme des Trainings einer gründlichen Prüfung unterzogen werden sollen. Zwölf Runden in der Serie A sowie die Halbfinals und der Final im italienischen Cup müssen noch gespielt werden. Derzeit sind allerdings 16 Spieler der Serie A mit dem Coronavirus infiziert, das in Italien bereits über 14 000 Tote gefordert hat.

(sda) Das Fussball-Stadion in Dortmund wird ab Samstag Behandlungszentrum gegen das Coronavirus sein. Die Nordtribüne des grössten Stadions in Deutschland wurde nach Angaben von Bundesligist Borussia Dortmund vom Verein und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe entsprechend umgebaut.

«Unser Stadion ist das Aushängeschild der Stadt und für fast jeden in Dortmund und Umgebung ein Fixpunkt. Es ist durch seine technischen, infrastrukturellen und räumlichen Bedingungen der ideale Ort, um gerade jetzt Menschen zu helfen, die potenziell vom Corona-Virus infiziert sind beziehungsweise über entsprechende Beschwerden wie Atemwegserkrankungen und Fieber klagen», sagten die Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Carsten Cramer in einer Mitteilung. «Es ist unsere Pflicht und unser Wunsch, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um diesen Menschen zu helfen.»

(sda) Fussball-Bundesligist Eintracht Frankfurt ist nach zweiwöchiger Quarantäne in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt. «Wir müssen uns an die Vorgaben halten, weshalb wir nur in ganz kleinen Gruppen mit maximal drei Spielern trainieren. Wir sollten das aber positiv sehen. Ich freue mich, dass wir die Zeit und die Möglichkeit haben, ganz individuell mit den Jungs zu reden und zu trainieren», sagte Trainer Adi Hütter.

Bei den Hessen waren zwei Spieler und zwei Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Eintracht hatte daher alle Spieler, Trainer, Funktionäre und Mitarbeiter ins Home-Office geschickt. «Die Jungs freuen sich darauf, nach dem Heimtraining mit dem Fahrrad und den Stabilisationsübungen endlich wieder auf dem Platz zu stehen und gegen den Ball treten zu dürfen», berichtete Hütter. «Wenn man in Quarantäne ist, kann man das Haus nicht wirklich verlassen. Von daher ist es sehr schön, mal wieder an die frische Luft zu kommen. Wir sehen gerade ein kleines Licht am Ende des Tunnels.»

(sda/dpa) Die Handball-Bundesliga hat sich mit ihren Vereinen auf den 16. Mai als spätestmöglichen Termin für eine Fortsetzung der Saison geeinigt. Bis Ende Juni müsste diese dann beendet werden. Eine Fortsetzung über den 30. Juni schloss die Liga nach rechtlicher Prüfung aus. Derzeit ruht der Spielbetrieb bis Ende April.

In der Bundesliga sind mit Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen), Alen Milosevic (Leipzig), Samuel Röthlisberger (Stuttgart), Lenny Rubin (Wetzlar), Roman Sidorowicz (Melsungen) und Lucas Meister (Minden) sechs Schweizer engagiert.

(sda) Belgiens Fussball-Liga will die heimische Meisterschaft wegen der Corona-Krise abbrechen und den FC Brügge zum Meister erklären. Dafür spricht sich der Liga-Vorstand nach einer Telefonsitzung aus. Dass der Vorschlag am 15. April an der Generalversammlung abgesegnet wird, gilt als Formsache.

Brügge führt die Tabelle vor dem letzten Spieltag der regulären Saison und den Play-offs 15 Punkte vor Gent an. Tritt das von der Liga vorgeschlagene Szenario ein, ist der aktuelle Tabellenstand auch der finale.

Ob der ausstehende Cup-Final zwischen Antwerpen und dem FC Brügge ebenfalls nicht stattfindet, ist noch ungeklärt, ebenso wie das Vorgehen betreffend Auf- und Abstieg. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt eine Aufstockung der Liga von 16 auf 18 Klubs.

(sda) Die abgesagte Flandern-Rundfahrt findet am Sonntag als virtuelles Rennen statt. Wie der belgische Sender und Rechte-Inhaber «Sporza» mitteilte, werden sich 13 Radprofis von daheim aus auf smarten Rollentrainern über die virtuellen letzten 32 Kilometer des Rad-Monuments miteinander messen. Zu den Teilnehmern gehören der italienische Vorjahressieger Alberto Bettiol sowie die Belgier Greg van Avermaet, Wout van Aert und Remco Evenepoel.

Vergleichbare Pläne hatten letzte Woche bereits das Schweizer Fernsehen (SRG) und die Firma «Cycling Unlimited» mit dem Projekt «The Digital Swiss 5» angekündigt. Vom 22. bis 26. April werden Fahrer verschiedener World-Tour-Teams an fünf aufeinanderfolgenden Tagen auf ausgewählten Etappen-Abschnitten der Tour de Suisse virtuell gegeneinander antreten. Die Profis sind durch smarte Rollentrainer miteinander verbunden, die den Widerstand ans Original-Profil anpassen. Ihre Position im Rennen sehen sie jeweils in Echtzeit als Videobild vor sich.

Die Tour de Suisse sollte in diesem Jahr vom 7. bis 14. Juni ausgetragen werden. Die Austragung wurde unterdessen abgesagt.

Iouri Podladtchikov: «Ich will anpacken und Resultate erzielen. »

Iouri Podladtchikov: «Ich will anpacken und Resultate erzielen. »

Gian Ehrenzeller / Keystone

krp. Das Schweizer Militär erhält beim Einsatz gegen das Coronavirus Unterstützung von Iouri Podladtchikov, 2014 Olympiasieger in der Halfpipe. Die Armee teilt mit, der Snowboarder Podladtchikov werde vom 2. bis 12. April in der Genie-Schule in Brugg Dienst leisten.

Beim Einsatz von Podladtchikov werde der Fokus nicht auf dem Sport liegen, der Snowboarder werde «Sachen bauen», die für die Bekämpfung der Corona-Krise benötigt würden, teilte die Armee mit. Das können beispielsweise Holzrahmen sein, in die Schutzscheiben eingesetzt werden.

Podladtchikov ist kürzlich aus New York zurückgekehrt, dort besucht er eine Fotografie-Schule, die nun geschlossen wurde. In einem Interview auf der Website der Armee sagte Podladtchikov: «Ich habe mir Gedanken gemacht, was ich tun könnte, wenn ich nicht studieren, nicht Sport treiben kann, als Sportler mit den Leuten nicht Freude und Motivation teilen kann.» Er wolle anpacken und Resultate erzielen, jede Aufgabe sei ihm recht, sagte Podladtchikov. 

(dpa) Die Tour de France findet in diesem Jahr nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Entsprechenden Gedankenspielen, die jüngst Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu aufgeworfen hatte, erteilte Tourchef Christian Prudhomme eine Absage. In der Diskussion sei vielmehr eine Verschiebung des Rennens.

Noch wollen die Veranstalter aber am Starttermin 27. Juni in Nizza festhalten, als Deadline für eine Entscheidung hat sich der Veranstalter den 15. Mai gesetzt.

«Im Namen Tour de France ist das wichtigste Wort ‹Frankreich›. Die Gesundheitssituation im Land ist das, was zählt. Ich möchte, dass die Tour de France im Sommer stattfindet – und zwar nicht im Interesse der Tour. Findet sie nicht statt, bedeutet es, dass das Land in einer katastrophalen Situation ist», sagte Prudhomme.

Für die Teams wäre eine Austragung des Prestigerennens extrem wichtig. «Sofern die Tour de France stattfindet, kommen wir mit einem blauen Auge davon. Wenn das stattfindet, kann man über alles andere grosszügig hinwegschauen», sagte Ralph Denk als Teamchef des deutschen Rennstalls Bora-Hansgrohe.

Am Mittwoch hatte der Radsport-Weltverband in einem Krisengespräch mit den Teams und den Veranstaltern entschieden, die Saison bis zum 1. Juni auszusetzen. Im Gespräch sind auch drei mögliche Szenarien für einen Neustart: der 1. Juli, der 15. Juli oder der 1. August.

(sda) Auch der Grand Prix von Frankreich am 17. Mai in Le Mans wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben, das Nachholdatum ist noch offen. Zuvor waren schon die Grands Prix von Thailand (neu am 4. Oktober), den USA (15. November), Argentinien (22. November) und Spanien in Jerez (noch offen) verschoben worden.

Weitere Anpassungen dürften folgen, steht doch der GP Italien am 31. Mai in Mugello als nächstes im angepassten WM-Kalender. Während die Moto2- und Moto3-Piloten die Saison Anfang März in Katar eröffnet haben, ist die MotoGP noch ohne Rennen.

(sda) McLaren gibt als erster Formel-1-Rennstall weitreichende wirtschaftliche Massnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie bekannt und schickt einen Grossteil der Mitarbeiter in die Ferien. Die Piloten Lando Norris und Carlos Sainz nahmen wie die Geschäftsführung Lohnkürzungen an. Diese sind auf drei Monate angesetzt.

Die McLaren-Gruppe beschäftigt rund 3700 Mitarbeiter, 850 davon arbeiten für das Formel-1-Team. Nach aktuellem Stand findet der erste Grand Prix der Saison am 14. Juni in Montreal statt. Es ist aber mit weiteren Absagen oder Verschiebungen zu rechnen.

(sda) In China sind zur Verhinderung einer zweiten Corona-Ansteckungswelle bis auf weiteres sämtliche Sportveranstaltungen mit grösseren Menschenmengen untersagt. Das geht aus einer Anordnung der nationalen Sportbehörde an die Sportverbände vom Dienstag hervor. Diese Massnahme zur Vermeidung weiterer Ansteckungen aus dem Ausland und der Verbreitung im Inland gelte für alle Massen-Events wie zum Beispiel Marathons, hiess es.

Essen und Spitalbetten für New York: Die Anlage des US Open wird in der Corona-Krise zum temporären Spital.

Essen und Spitalbetten für New York: Die Anlage des US Open wird in der Corona-Krise zum temporären Spital. 

Geoff Burke / Reuters

Auf dem Gelände des US Open gibt es demnächst 350 temporäre Spital-Betten für die von der Coronavirus-Pandemie hart getroffenen Bewohner der Stadt New York.

Zudem soll eine der Küchen im Billie Jean King National Tennis Center in Flushing Meadows zur Zubereitung von täglich 25 000 Essenspaketen genutzt werden. Verteilt werden diese unter anderem an Patienten, Helfer und Schulkinder.

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