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Trump nimmt Tiktok und Bytedance stärker in die Zange – die wichtigsten Antworten zum Handelsstreit

Zum Jahresbeginn 2020 schien es im Handelsstreit zwischen den USA und China zu einer Art Waffenstillstand zu kommen. Als Folge der Turbulenzen der Corona-Pandemie hat sich das Klima markant verschärft. Die US-Regierung nimmt jetzt chinesische Technologiefirmen ins Visier.

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2017 hat US-Präsident Donald Trump die Auseinandersetzung mit China gesucht. Die Konfliktfelder sind vielfältig: Nicht nur im Handelskrieg, sondern auch im Wettlauf um neuste Technologien oder in den Turbulenzen der Corona-Krise geraten die beiden Mächte heftig aneinander. Beide Staaten versuchen, die globale Machtverteilung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Selbstverständlich hat der Konflikt auch innenpolitische Bedeutung – das gilt für beide Seiten. Trumps Aussenpolitik hat seit je darauf abgezielt. Er rechnet damit, dass die scharfe Kritik an China bei seinen möglichen Wählern gut ankommt.

Die neusten Entwicklungen

  • Der amerikanische Präsident Donald Trump hat den Druck auf die Video-App Tiktok und ihren chinesischen Mutterkonzern Bytedance weiter erhöht. Trump ordnete in der Nacht zum Samstag unter anderem an, dass Bytedance sich binnen drei Monaten von allen Daten von Nutzern in den Vereinigten Staaten trennen müsse. Auch dürfe Bytedance in den USA kein Eigentum mehr besitzen, das für den Betrieb von Tiktok genutzt werde. Trump hatte bereits unter Verweis auf die Datensicherheit Geschäfte von Amerikanern mit Tiktok untersagt, den Vollzug der Verfügung allerdings bis Mitte September ausgesetzt. Bei seiner neuen Verfügung nahm Trump formell den Kauf der App Musical.ly durch Bytedance ins Visier, aus der später Tiktok hervorging. Der Präsident untersagte die 2017 vollzogene Transaktion. Microsoft verhandelt gerade mit Bytedance über die Übernahme des Tiktok-Geschäfts in den USA und mehreren weiteren Ländern.
  • Die amerikanische Regierung hat eine positive Zwischenbilanz des im Januar unterzeichneten Handelsabkommens mit China gezogen. Er sei zufrieden damit, wie China seinen Verpflichtungen zum Kauf von US-Importen zunehmend nachkomme, sagte Larry Kudlow, der Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, am Donnerstag (13.8. Ortszeit) vor Journalisten in Washington. Am Samstag steht erstmals die halbjährliche Überprüfung des «Phase 1»-Abkommens hinsichtlich seiner Umsetzung an. Dazu ist eine Videokonferenz des amerikanischen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Chinas Vize-Ministerpräsidenten Liu He angesetzt. Kudlow räumte ein, dass beide Staaten bei mehreren Themen uneins seien. Das gelte aber nicht mit Blick auf das «Phase 1»-Abkommen.
  • Anfang August 2020 hat Trump angekündigt, die vor allem bei Jugendlichen beliebte Videoplattform Tiktok in den USA zu verbieten. Die US-Regierung wirft dem chinesischen Tiktok-Besitzer Bytedance vor, Nutzerdaten (wie persönliche Angaben oder Gesichtserkenung) an chinesische Behörden weiterzugeben. Bytedance ist ein führender Entwickler und Anwender von künstlicher Intelligenz. Die App ist Chinas erster globaler Software-Erfolg, und mit weltweit rund 800 Millionen aktiven Nutzern (davon 10% in den USA) rückt sie immer näher an die dominanten Konkurrenten wie Instagram oder Youtube heran.

    Ein Übernahmemanöver des Software-Giganten Microsoft könnte das von Trump angedrohte Tiktok-Verbot möglicherweise verhindern. Microsoft bestätigte, den Zukauf des US-Geschäfts von Tiktok anzustreben. Die beiden Unternehmen wollen bis zum 15. September einen Deal vereinbaren. 

  • Nur wenige Tage nach der Ankündigung des Tiktok-Verbots machte Trump Druck auf eine Übernahme durch Microsoft. Mit der Verfügung, die in 45 Tagen greifen soll, hat er US-Bürgern am 6. August verboten, «Geschäfte» mit Bytedance, dem Eigentürmer der App, zu machen. Damit schwächt er das chinesische Unternehmen und drückt damit auf den Preis, den Microsoft zahlen müsste.
  • In einer weiteren Verfügung verbot Trump US-Bürgern auch, Geschäfte mit der chinesischen Social Media App WeChat oder deren Eigentürmern zu machen. Das Verbot werde aus Gründen der nationalen Sicherheit ebenfalls in 45 Tagen in Kraft treten, hiess es. Die Verfügung könnte zu einem Verbot der App in den USA führen. Die von Tencent Holdings betriebene App ist in China sehr beliebt - in den USA wohl aber nur begrenzt verbreitet. Die App bietet Nutzern die Dienste eines sozialen Netzwerks an, Messenger-Services und einen Bezahldienst.
  • Dass Trump Pekings Einfluss in den USA mit aller Macht zurückdrängen will, bekommen auch andere chinesische Konzerne wie die Telekom-Ausrüster Huawei und ZTE zu spüren. Huawei ist der unangefochtene Technologieführer in der 5G-Mobilfunktechnik. Huawei war im Mai 2020 vom US-Präsidenten auf die schwarze Liste gesetzt worden. Als Gründe nannte er eine vermutete Nähe zur Kommunistischen Partei, Datenabfluss an die Behörden, mögliche Spionage. Seither ist es amerikanischen Firmen verboten, mit Huawei zu kooperieren und dem chinesischen Unternehmen Technologie zur Verfügung zu stellen. Inzwischen schliessen immer mehr Länder Huawei von heiklen Bereichen der Mobilfunknetze aus. Alle Huawei-Mobilgeräte, die nach dem 16. Mai 2019 lizenziert wurden, dürfen nicht mehr die Google Mobile Services (GMS) und die entsprechenden Google-Apps enthalten.
Chinesische Konzerne kommen in den USA unter Druck.

Chinesische Konzerne kommen in den USA unter Druck.

Sergio Perez / Reuters

China hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von der globalen Werkstätte mit billigen Arbeitskräften zu einem Hightech-Standort entwickelt. Das Riesenreich strebt die technologische Vorherrschaft an, und es will seine Technologie auch weltweit exportieren, beispielsweise über die neue Seidenstrasse. Die USA nehmen das selbstverständlich nicht einfach hin. US-Handelsminister Wilbur Ross erklärte es Mitte Juni deutlich: «Die Verei­nigten Staaten werden ihre Führungs­rolle bei der globalen Inno­va­tion nicht aufgeben.» Konkret nimmt die US-Regierung dabei die führenden chinesischen Technologiekonzerne ins Visier. Der Vorwurf der USA, die Konzerne seien zu staatsnah, ist wohl nicht völlig unbegründet.

Seit dem Jahr 2012 betrachtet Washington den chinesischen Technologiekonzern Huawei als Sicherheitsrisiko. Dessen Ausrüstungen dienten der chinesischen Regierung als Einfallstor für Spionage- und Sabotage-Aktivitäten, werfen die Amerikaner dem Unternehmen vor. Die US-Regierung drängt auch ihre Verbündeten in aller Welt dazu, auf Huawei-Technik beim Ausbau der nächsten Mobilfunkgeneration (5G) zu verzichten. Die Praxis Chinas, seine Bürger mit Anwendungen der «künstlichen Intelligenz» zu überwachen, sei mit westlichen Werten nicht vereinbar und müsse bekämpft werden, forderte der US-Technologiebeauftragte. Deshalb sei eine Kooperation mit allen US-Alliierten nötig, um China unter Kontrolle zu halten. Und mehrere Länder haben inzwischen signalisiert, Huawei aus ihren Netzen auszuschliessen, Grossbritannien, Australien und Neuseeland etwa. Auch in Festland-Europa prüfen Regierungen ihren künftigen Umgang mit dem chinesischen Hersteller.

Mitte Mai 2020 zog Washington die Schraube gegen Huawei weiter an. Huawei soll seither vom Zugang zu Highend-Speicherchips ausgeschlossen werden. In diesem Bereich ist China trotz dem Ausbau der eigenen Halbleiterindustrie immer noch von Importen abhängig.

Es ist zu erwarten, dass sich der Wettstreit um die Vorherrschaft zwischen beiden Ländern weiter verschärfen wird. Nach den Telekomausrüstern ZTE und Huawei gerät auch die chinesische Social-Media-Plattform Tiktok in die Spirale des Machtkampfs zwischen Amerika und China. Die Spirale dürfte sich noch weiterdrehen: Bereits angekündigt hat Aussenminister Mike Pompeo Sanktionen gegen den Chat-Dienst Wechat von Tencent. Auch der Blog-Anbieter Weibo und andere chinesische Apps müssen wohl demnächst mit einem von den USA verfügten Bann rechnen. Die Aktionen dürften den technologischen Aufstieg Chinas wohl bremsen, aufhalten werden sie ihn kaum.

In dem seit über zwei Jahren brodelnden Handelsstreit zwischen den USA und China schien es zum Jahresbeginn 2020 Zeichen der Entspannung zu geben. Der amerikanische Präsident Donald Trump und Chinas Chefunterhändler und stellvertretender Ministerpräsident Liu He haben am 15. Januar in Washington ein Teilabkommen (Phase-1-Abkommen) unterzeichnet. Auf diesen Schritt zur Deeskalation hatten sich die USA und China kurz zuvor geeinigt.

Das im Januar im Weissen Haus unterzeichnete Teilabkommen zwischen den USA und China regelt unter anderem, dass beide Länder keine neuen Strafzölle mehr gegeneinander verhängen.

Das im Januar im Weissen Haus unterzeichnete Teilabkommen zwischen den USA und China regelt unter anderem, dass beide Länder keine neuen Strafzölle mehr gegeneinander verhängen.

Erik S. Lesser / Epa

Doch inzwischen haben sich die Spannungen der beiden Weltmächte derart verschärft, dass darob dieses Abkommen faktisch in Vergessenheit geriet. Vor allem in den Wirren der Corona-Epidemie setzt die Trump-Regierung auf neue Konfrontation. Der Präsident wirft China vor, den Corona-Ausbruch erst vertuscht und heruntergespielt und so die weltweite Verbreitung der Covid-19-Pandemie verschuldet zu haben.

Auch der Streit um die Autonomie der früheren britischen Kronkolonie Hongkong heizte die Stimmung zusätzlich an. Als Reaktion auf das umstrittene, vom chinesischen Volkskongress beschlossene Sicherheitsgesetz für Hongkong unterzeichnete der US-Präsident ein Sanktionsgesetz gegen China. Es soll den USA wirksame neue Werkzeuge verschaffen, um gegen Personen und Institutionen vorzugehen, «die Hongkongs Freiheit auslöschen», wie Trump erklärte. Zudem beendete Trump die Hongkong bisher gewährten Handelsprivilegien.

Die Regierung in Peking kündigte Vergeltungsmassnahmen an. Man werde Sanktionen gegen amerikanische Einzelpersonen und Unternehmen verhängen, erklärte das Aussenministerium in Peking. Die Volksrepublik fordere die Regierung in Washington auf, sich nicht mehr in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen, berichtete das staatliche Fernsehen.

Im Januar hatten China und die USA noch ein Handelsabkommen ausgehandelt. Trump bezeichnete den Abschluss des Vertrags als «historisch». Mit dem Abkommen werde die Handelsbeziehung der beiden grössten Volkswirtschaften fairer und intensiver, sagte er. Es sei ein transformatives Abkommen, das beiden Ländern enorme Vorteile bringen werde. Chinas Präsident Xi Jinping, der nicht persönlich anwesend war, liess in einem Grusswort erklären: «Der Abschluss ist gut für China, für die Vereinigten Staaten und die ganze Welt.» Er schrieb an Trump, das Abkomme zeige, wie die beiden Länder auf Basis von Ebenbürtigkeit miteinander zusammenarbeiten, Differenzen beseitigen und Lösungen durch Dialog finden könnten.

Von diesem Waffenstillstand scheinen die beiden Staaten inzwischen weiter weg als je. Trump schloss weiterführende Gespräche über den Handel mit China sogar explizit aus. Er habe im Moment kein Interesse daran, mit China zu reden, sagte er im Juni dem Sender CBS News auf die Frage, ob die Verhandlungen über ein weitergehendes Abkommen gescheitert seien. Man habe eine tolle erste Vereinbarung geschlossen, sagte der Präsident mit Hinblick auf das Abkommen vom Januar. «Aber sobald der Deal geschlossen war – die Tinte war noch nicht einmal trocken –, haben sie uns mit der Seuche getroffen», kritisierte Trump. Daher habe er kein Interesse mehr, mit China über ein neues Abkommen zu reden.

Mit dem Teilabkommen hatten sich beide Seiten verpflichtet, keine neuen Strafzölle mehr gegeneinander zu verhängen. An den bereits bestehenden Importschranken änderte sich faktisch allerdings wenig: Die seit 2018 von Trump verhängten Strafzölle von 25 Prozent auf Waren im Wert von rund 250 Milliarden Dollar bleiben vollauf bestehen. Nur bei einer Warengruppe im Wert von 120 Milliarden Dollar, auf welche die Amerikaner Zölle von 15 Prozent erheben, hätte der Satz auf 7,5 Prozent verringert werden sollen.

Der Text des Abkommens ist nicht veröffentlicht worden. Inhaltlich haben die USA und China folgende Eckwerte bekannt gegeben:

  • Konkret verzichten die USA vorerst auf die Einführung der im Herbst angedrohten neuen Strafzölle für chinesische Elektronikgüter und Spielzeuge im Wert von 150 Milliarden Dollar. Dabei geht es vor allem um Mobiltelefone, Laptops, Spielzeug und Kleider. Zudem gestehen die Amerikaner zu, bei einer Warengruppe im Wert von 120 Milliarden Dollar, auf welche die Amerikaner Zölle von 15% erheben, den Strafzoll zu halbieren.
  • China soll sich verpflichten, in den kommenden zwei Jahren amerikanische Güter und Dienstleistungen in einem Umfang zu kaufen, der 200 Mrd. $ über Chinas Importniveau dieser Güter und Dienstleistungen des Jahres 2017 liegt. Chinesische Käufe von Landwirtschaftsprodukten allein sollen auf mindestens 40 Mrd. $ pro Jahr steigen. Die US-Landwirte sind für Trump mit Blick auf die Wahl vom November eine wichtige Bevölkerungsgruppe.
  • Als Referenz gilt das Jahr 2017. In dem Jahr haben die USA Güter und Dienstleistungen im Wert von total 186 Mrd. $ nach China exportiert. 
  • China soll sich zudem verpflichten, eine Vielzahl nichttarifärer Handelsbarrieren abzubauen in den Bereichen Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Reis, Milchprodukte, Säuglingsnahrung, Gartenbauprodukte, Tierfutter, Haustiernahrung und biotechnologische Landwirtschaftsprodukte.
  • Im Kapitel zum geistigen Eigentum behandelt das Abkommen den Umgang mit Geschäftsgeheimnissen, den Schutz von Pharmaerzeugnissen, geografische Ursprungsregeln, den Markenschutz und das Vorgehen gegen Fälschungen und Raubkopien.
  • Im Kapitel Technologietransfer gibt es rechtlich bindende Pflichten zur Beseitigung von unfairen Praktiken. China habe zum ersten Mal in einem Handelsabkommen zugesagt, den Transfer von Technologien von ausländischen Firmen an chinesische Unternehmen nicht mehr zur Bedingung für den Zugang zum chinesischen Markt zu machen. China habe sich zu Transparenz und Fairness in administrativen Verfahren sowie zur Respektierung von Marktbedingungen bei Technologietransfers und Lizenzierungen verpflichtet. Darüber hinaus werde China darauf verzichten, Investitionen im Ausland voranzutreiben mit dem Ziel der Aneignung von ausländischen Technologien.
  • Im Kapitel Finanzdienstleistungen werden Barrieren für Bank-, Versicherungs-, Wertpapier- und Rating-Dienstleistungen angegangen, beispielsweise Begrenzungen für Beteiligungen und andere diskriminierende regulatorische Bestimmungen. Der Abbau solcher Barrieren soll gleich lange Spiesse schaffen für US-Finanzdienstleister und einen Ausbau der US-Exporte von Finanzdienstleistungen nach China ermöglichen.
  • Das Kapitel Währungspolitik schreibt neue Transparenzpflichten für China vor. Das Land verpflichtet sich, auf kompetitive Abwertungen und Wechselkurspflege zu verzichten. Die Bestimmungen sollen vermeiden, dass China eine Währungspolitik zuungunsten von amerikanischen Exporteuren betreibt.
  • Im Bereich der Streitschlichtung gibt es Arrangements zur Durchsetzung des Abkommens und Mechanismen zur raschen und fairen Lösung von Streitfällen. Das Abkommen sieht regelmässige bilaterale Konsultationen auf Ministerebene und auf Expertenebene vor.

Trump bezeichnete das sogenannte Phase-1-Abkommen als ersten von mehreren Schritten zu einem umfassenderen Handelsabkommen. Bereits angekündigt hat er Verhandlungen über ein Phase-2-Abkommen. Zu einem Deal sollte es aber erst nach den US-Wahlen vom November kommen. Trotz seinen früher verkündeten Plänen, schnell einen «grossen Deal mit China» abschliessen zu wollen, hat es Trump nicht mehr eilig. Er will im November als Präsident wiedergewählt werden, und dafür erachtet er den verschärften Ton und die milliardenschweren Strafzölle gegen China offenbar als wichtige Trümpfe.

Die beiden grössten Volkswirtschaften der Welt leiden beide spürbar unter den Folgen des Handelskonflikts, der auch die Weltkonjunktur bremst. So ist der Handel zwischen den USA und China im vergangenen Jahr um 14,6 Prozent eingebrochen. Dabei sackten Chinas Importe aus den USA sogar um 20,9 Prozent auf 122 Milliarden Dollar ab, während Chinas Exporte in die USA um 12,5 Prozent auf 418 Milliarden Dollar zurückgingen.

Die US-Exporte sollen unter dem Abkommen explodieren

US-Warenexporte nach China pro Jahr, in Mrd. $ (2019: Januar–Oktober)

19851986198719881989199019911992199319941995199619971998199920002001200220032004200520062007200820092010201120122013201420152016201720182019Jahr050100

Hauptziel der momentan geltenden US-Zölle ist China. Seit Anfang 2018 hat Trump eine Kaskade von immer neuen Zöllen eingeführt. Bis Ende 2019 könnten chinesische Importe im Warenwert von rund 550 Mrd. $ mit Strafzöllen belegt sein.

Die USA und China liegen schon lange im Konflikt. Grund ist die unausgeglichene Entwicklung der Handelsflüsse. Die USA haben China auch immer wieder wegen unfairen Verhaltens kritisiert. Mit der Wahl von Donald Trump änderten sich aber Tonlage und Gangart dramatisch. Trumps Handelsbeauftragter, Robert Lighthizer, lancierte im August 2017 eine sogenannte «301»-Untersuchung über Chinas unfaire Handelspraktiken und liess damit den handelspolitischen Dialog eskalieren. Im März 2018 veröffentlichte die amerikanische Regierung ihre Untersuchung und dokumentierte Chinas Diskriminierung von amerikanischen Firmen, den Zwang zum Technologietransfer und den systematischen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen. Um China zum Einlenken zu bringen, begann die Trump-Regierung mit der Einführung von Strafzöllen. Dies provozierte Gegenreaktionen Chinas. Der Handelskrieg eskalierte Zug um Zug.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China verschärfte sich in mehreren Stufen seit Juli 2018. Die Amerikaner erheben derzeit Strafzölle für Waren aus China im Wert von 375 Mrd. $. China hat auf Einfuhren aus den USA Strafzölle im Wert von 110 Mrd. $ verhängt.

Chronologie der wichtigsten US-Zölle gegen China

Warenwerte in Mrd. $ – Zölle in %

Datum Zölle Beispiele von Waren
6. Juli 18 25 Autos, Flugzeugteile, Festplatten
23. Aug. 18 25 Elektronik, Transport, Chemie
24. Sept. 18 10 Fleisch, Weizen, Wein, Flüssiggas
10. Mai 19 25 Dieselbe Warengruppe mit höheren Zöllen
1. Sept. 19 10 Zahlreiche Konsumgüter. Für Smartphones, Laptops und Spielzeug gelten die Zölle erst ab 15. Dezember.
1. Okt. 19 5 Alle bisherigen Zölle sollen um 5 Prozentpunkte steigen.

Die USA und China haben den Zollkrieg schrittweise eskalieren lassen

Durchschnittszoll in %

China-Zölle auf US-Exporte

US-Zölle auf China-Exporte

Januar 2018Februar 2018März 2018April 2018Mai 2018Juni 2018Juli 2018August 2018September 2018Oktober 2018November 2018Dezember 2018Januar 19Februar 2019März 2019April 2019Mai 2019Juni 2019Juli 2019August 2019September 2019Oktober 2019November 2019Dezember 20190102030

Listen 1 und 2: Waren im Wert von 50 Milliarden

Die ersten US-Zölle auf chinesische Importe wurden im Sommer 2018 eingeführt. Realisiert wurden die Strafmassnahmen in zwei Schritten. Sie betrafen chinesische Waren im Wert von 50 Mrd. $. Begründet wurden sie mit dem Vorwurf, dass China systematisch amerikanische Patente verletze. Konkret geht es bei diesem ersten Schritt um Industriekomponenten, Maschinen, Halbleiter und andere Nichtkonsumgüter. Ziel war es, chinesische Exporteure zu bestrafen und gleichzeitig die Folgen für US-Hersteller minimal zu halten.

Liste 3: Waren im Wert von 200 Milliarden

China wehrte sich mit eigenen Zöllen auf amerikanische landwirtschaftliche Erzeugnisse und Industriegüter. Trump schlug daraufhin mit einer neuen Salve zurück. Er setzte am 24. September 2018 Zölle auf eine 200-Mrd.-$-Liste von chinesischen Importwaren ein. Betroffen waren vor allem Fleisch, Weizen, Wein und Flüssiggas, auf die jetzt Zölle von 10% erhoben wurden. Diese Liste dürfte derzeit eher nicht zurückgenommen werden.

Am 10. Mai 2019 erhöhte Trump die Zölle für diese 200-Mrd.-$-Liste von 10 auf 25%, nachdem China ein offenbar vorgesehenes Abkommen hatte platzen lassen. Die höheren Zölle galten für fast 6000 Produkte von Computermodems und Routern bis hin zu Staubsaugern, Beleuchtungskörpern und Möbeln.

Liste 4: Waren im Wert von 300 Milliarden

Im August 2019 kündigte Trump in einer neuen Eskalationsstufe Zölle auf chinesische Güter im Wert von 300 Mrd. $ an. Er begründete den Schritt damit, dass eine Verhandlungsrunde von Ende Juli nicht zu einem starken Anstieg der chinesischen Käufe von US-Agrarerzeugnissen geführt habe. Die neuen Zölle traten im September 2019 in Kraft. Später wurde die Erhebung eines Teils dieser Runde (Waren im Wert von 150 Mrd. $) auf Mitte Dezember 2019 verschoben. Dieser Teil ist am 13. Dezember vorerst aufgehoben worden. Die Massnahme hätte vor allem Flachbildfernseher, Flash-Speichergeräte, intelligente Lautsprecher, Bluetooth-Kopfhörer, Bettwäsche, Multifunktionsdrucker und Schuhe betroffen. Als Gegenreaktion senkte die chinesische Regierung am 5. August 2019 die landeseigene Währung Renminbi.

Das US-Handelsbilanzdefizit gegenüber China nimmt ab

US-Warenexporte aus und -importe nach China, in Mrd. $ (2019: Januar–September)

2010201120122013201420152016201720182019–400–2000200400600

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