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Trump: Harry und Meghan müssen für Schutz in den USA selbst zahlen – die neusten Entwicklungen und Hintergründe zum Rückzug des Prinzenpaars

Prinz Harry und Herzogin Meghan haben angekündigt, ihre royalen Verpflichtungen zurückzufahren und finanziell unabhängiger werden zu wollen. Doch was bedeutet das? Die wichtigsten Antworten.

Julia Monn, Tobias Sedlmaier, Kathrin Klette, Esther Widmann

Prinz Harry und Herzogin Meghan, hier anlässlich eines Besuchs in Australien, haben sich entschieden, Abstand von den royalen Verpflichtungen zu nehmen.

Prinz Harry und Herzogin Meghan, hier anlässlich eines Besuchs in Australien, haben sich entschieden, Abstand von den royalen Verpflichtungen zu nehmen.

Phil Noble / Reuters

  • Auch US-Präsident Donald Trump hat mitbekommen, dass Prinz Harry und Herzogin Meghan angeblich in die USA umgezogen sein sollen. Eine herzliche Willkommensbotschaft klingt allerdings anders: Auf Twitter wies Trump das Paar am Sonntag (29. 3.) darauf hin, dass die USA nicht für den Personenschutz aufkommen würden. «Sie müssen zahlen!», schrieb Trump. Seinen Tweet leitete er mit den Worten ein, ein «grosser Freund und Bewunderer» von Königin Elizabeth II. und dem Vereinigten Königreich zu sein.
  • Auch die Regierung Kanadas wollte nicht länger für die Sicherheit des britischen Prinzen Harry und dessen Frau Meghan bezahlen. Die Unterstützung für den Personenschutz werde «in den kommenden Wochen» eingestellt, hatte das Sicherheitsministerium Ende Februar mitgeteilt. Noch würden der Herzog und die Herzogin von Sussex als international zu schützende Personen betrachtet, weshalb Kanada verpflichtet sei, für ihre Sicherheit zu sorgen. Dies werde sich aber mit dem Ende ihrer royalen Verpflichtungen am 31. März ändern.
  • Prinz Harry und Herzogin Meghan dürfe vom Frühjahr an ihren Markennamen «Sussex Royal» nicht mehr benutzen. Das teilte ein Sprecher des Paares am 21. Februar in London mit. Es ist ihnen auch nicht mehr gestattet, ihre neue gemeinnützige Organisation als Sussex Royal Foundation zu bezeichnen. Das Paar hatte im Januar angekündigt, sich von seinen royalen Aufgaben teils zurückzuziehen, mit Sohn Archie vorwiegend in Kanada zu leben und finanziell unabhängig zu werden. Später einigten sie sich mit dem Königshaus auf einen klaren Bruch. Demnach verzichtet das Paar auf die Anrede «Königliche Hoheit» und nimmt keine offiziellen Aufgaben mehr für die Royals wahr. Der Markenname hätte ihnen bei neuen Einnahmequellen förderlich sein können.
  • Prinz Harry und Herzogin Meghan werden ihr neues Leben fern der Königsfamilie offiziell Ende März beginnen. Dann enden ihre royalen Verpflichtungen. Das teilte eine Sprecherin des Paares am Mittwochabend in London mit. Details über eine neue Wohltätigkeitsorganisation will das Paar zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Die Sprecherin bestätigte, dass der Herzog und die Herzogin von Sussex – so ihr offizieller Titel – weiter ihre Schirmherrschaften behalten. Harry bleibe als Enkel von Königin Elizabeth II. auch Sechster in der Thronfolge. Die Vereinbarungen sollen nach einem Jahr nochmals überprüft werden. Nach Angaben der Sprecherin möchten Harry und Meghan ihr Engagement in ihren bisherigen Bereichen fortsetzen, darunter auch ihr Einsatz für Menschen mit psychischen Problemen.

Der britische Prinz Harry und seine Frau, Herzogin Meghan, haben angekündigt, sich in Zukunft weitgehend von ihren royalen Verpflichtungen zurückzuziehen. «Nach vielen Monaten des Nachdenkens und der Diskussionen haben wir uns entschieden, in dieser Institution eine neue, fortschrittliche Rolle für uns zu finden», schrieb das Paar auf Instagram. Demnach wollen die beiden ihren Status als «senior royals» aufgeben, finanziell unabhängig werden und mehr Zeit in Nordamerika verbringen. Die Ankündigung kam nicht nur für die Öffentlichkeit überraschend: Nicht alle Royals sollen über den Plan unterrichtet worden sein, laut «The Telegraph» angeblich nicht einmal die Queen und ihr Sohn Prinz Charles.

Durch ihren Entscheid verlieren Harry und Meghan auch ihre Titel Königliche Hoheit. Sie dürfen sich nicht mehr als «His Royal Highness» beziehungsweise «Her Royal Highness» (HRH) anreden lassen.

Zum einen sicherlich der Wunsch, sich mehr um ihren acht Monate alten Sohn Archie zu kümmern. Zudem fühlen sie sich nach eigenen Aussagen in Vancouver, Kanada, sehr wohl.
In seiner ersten öffentlichen Erklärung nach dem Rückzug, erwähnte Prinz Harry aber auch die Medien als «mächtige Kraft» im Zusammenhang mit der Entscheidung zurückzutreten.
Nicht zum ersten Mal stellt der Prinz die Medien, insbesondere die britische Boulevardpresse, an den Pranger. Bereits zu Beginn seiner Beziehung mit Meghan veröffentlichte der Prinz 2016 eine Mitteilung, in der er rassistische und sexistische Elemente in der Berichterstattung über seine damalige Freundin und heutige Ehefrau verurteilte. Im vergangenen Oktober wurde schliesslich bekannt, dass Meghan selbst rechtliche Schritte gegen die «Mail on Sunday» ergriffen hatte. Diese hatte zuvor Auszüge aus einem Brief von Meghan an ihren Vater abgedruckt. Prinz Harry reichte wenig später Klage gegen die Boulevardmedien «Sun »und «Mirror» ein, weil diese sein Handy gehackt haben sollen. Mit diesem Schritt attackierte das Herzogenpaar drei der grössten Medienunternehmen des Vereinigten Königreiches.
Und nur kurz vor der Bekanntgabe ihres Rückzugs verkündete das Paar, dass sie die bestehende Art der Pressezusammenarbeit, die sogenannte «royal rota», nicht mehr fortsetzen wolle. Stattdessen wolle man direkt mit «jungen, aufstrebenden Journalisten» zusammenarbeiten. 

Spekulationen in der britischen Presse gehen zudem auch in Richtung einer Entfremdung von der Familie, vor allem, was William betrifft. Bereits im Frühjahr waren Harry und Meghan aus dem Londoner Kensington-Palast ausgezogen, auf dessen Grundstück sie mit William und Kate gelebt hatten. Kurze Zeit später zogen sie sich auch aus der Stiftung, die sie gemeinsam mit dem Herzogenpaar Cambridge geführt hatten, zurück und verlegten ihr offizielles Büro in den Buckingham Palast.

Das ist noch schwer abzuschätzen. Da aber nun feststeht, dass Harry und Meghan nicht, wie zunächst von ihnen angedacht, noch in Teilzeit royale Verpflichtungen wahrnehmen werden, verliert das Königshaus zwei populäre Repräsentanten und Arbeitskräfte. Dies nur kurz nachdem Prinz Andrew aufgrund seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein von seinen royalen Verpflichtungen zurücktreten musste. 
Die neuen Abmachungen zwischen der Queen und der Familie ihres Enkels könnten allerdings auch für weitere Mitglieder der Königsfamilie zur Referenz werden. So könnten auch Prinz Williams zweit– und drittgeborene Kinder, die vierjährige Charlotte und der einjährige Louis, eines Tages auf die Regelungen, die ihr Onkel jetzt ausgehandelt hat, zurückgreifen.

Harry und Meghan – Titelthema der britischen Zeitungen am 19. Januar 2020.

Harry und Meghan – Titelthema der britischen Zeitungen am 19. Januar 2020. 

Frank Augstein / AP

In Grossbritannien ist er ziemlich einzigartig. Sieht man einmal von Prinz Philip ab, der sich vergangenes Jahr im Alter von 96 Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus der Öffentlichkeit zurückzog, bleibt nur noch das Beispiel von König Edward VIII. Dieser hatte 1936 nach einer monatelangen Verfassungskrise seine Abdankung verkündet, da er die bereits zweimal geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson heiraten wollte. Fortan war er Duke of Windsor und verbrachte den Grossteil seines Lebensabends im Ruhestand in Frankreich.

Andere Mitglieder des Königshauses mussten sich gezwungenermassen zurückziehen. Prinzessin Diana verlor nach dem Ende ihrer Ehe mit Prinz Charles den Titel «Königliche Hoheit». Fortan hiess sie «Diana, Prinzessin von Wales». Nach dem in der Scheidungsvereinbarung festgelegten Entzug des Titels war sie rein formell nicht mehr Mitglied des Königshauses. Auch Sarah «Fergie» Ferguson verlor nach der Scheidung von Prinz Andrew den Titel «Königliche Hoheit». Sie bleibt aber Herzogin von York. Ihr früherer Ehemann nimmt ebenfalls vorerst keine offiziellen Aufgaben für die Königsfamilie mehr wahr. Grund hierfür ist Prinz Andrews Verwicklung in den Skandal um den amerikanischen Geschäftsmann Jeffrey Epstein. Dabei geht es unter anderem um sexuellen Missbrauch. Epstein hatte im August 2019 in einem New Yorker Gefängnis Suizid begangen.

Harry und Meghan haben die Absicht bekundet, «finanziell unabhängig» zu sein. Das heisst, dass sie in Zukunft bezahlte Tätigkeiten übernehmen wollen, was ihnen als «senior royals» nicht möglich war. Mit der Absage an die royalen Verpflichtungen verzichten sie auch auf den sogenannten «sovereign grant», der ihnen aufgrund der Wahrnehmung royaler Termine für die Queen fünf Prozent ihrer Ausgaben gedeckt hatte.

Dennoch werden die beiden in Zukunft nicht am Hungertuch nagen müssen. Prinz Harrys Einkommen stammt vor allem aus zwei Quellen. Zum einen aus einem Fonds, den seine Mutter Diana zu Lebzeiten für ihre beiden Söhne eingerichtet hat. Dieser ist zehn Millionen Pfund wert und bringt dem Prinzen 450 000 Pfund im Jahr ein.

Zudem erhalten die Prinzen von ihrem Vater, Kronprinz Charles, ein grosszügiges Taschengeld. Dieser verwaltet als Prinz of Wales die Duchy of Cornwall, die König Edward III. 1337 begründet hat. Dabei handelt es sich um ein «private estate» mit zahlreichen Grundstücken, das jährlich rund 21 Millionen Pfund abwirft. Einen öffentlich nicht exakt bezifferten Anteil daran erhalten Harry und William.

Herzogin Meghans Vermögen speist sich vor allem aus ihrer Vergangenheit als Schauspielerin. Laut Medienberichten soll sie 50 000 Dollar für jede Folge der Anwalts-Serie «Suits» erhalten haben. Insgesamt sollen so rund fünf Millionen Dollar zusammengekommen sein.

In der Mitteilung vom 18. Januar heisst es, Meghan und Harry würden die Kosten für die kürzlich erfolgte Renovierung ihres Domizils Frogmore Cottage zurückbezahlen.

Nach dem Entzug der königlichen Titel ist unklar, war zunächst unklar ob Harry und Meghan ihren vor Kurzem eingetragenen Markennamen «Sussex Royal» benutzen dürfen. Diesen wollten sie offenbar nutzen, um ein Einkommen zu erwirtschaften. Mitte Februar wurde bekannt, dass sie vom Frühjahr «Sussex Royal» nicht mehr verwenden dürfen. Es ist ihnen auch nicht mehr gestattet, ihre neue gemeinnützige Organisation als Sussex Royal Foundation zu bezeichnen.

Ungeklärt ist ausserdem, wer künftig für die Sicherheit der Familie sorgen soll. Obschon sich der Buckingham Palast nicht im Detail zu Fragen der Sicherheit äussert, teilte dieser mit, dass es einen unabhängigen, etablierten Prozess gäbe, durch den bestimmt werde, ob und wer öffentlich finanzierten Schutz erhalte. Die Regierung Kanadas will allerdings nicht länger für die Sicherheit des Paares bezahlen, wie sie Ende Februar mitteilte.

Bis anhin sorgte die Metropolitan Police für die Sicherheit des Herzogenpaars. Da diese jedoch ab Frühling weder «königliche Hoheiten» noch Vollmitglieder der königlichen Familie sind, ändert sich womöglich ihr Schutzstatus. Der Plan des Paars, einen Grossteil ihrer Zeit in Kanada verbringen zu wollen, wirft ebenfalls Fragen darüber auf, wer künftig für die Sicherheit des Paares bezahlen wird. Zunächst war spekuliert worden, das künftig die kanadischen Steuerzahler dafür zur Kasse gebeten werden könnten. Ende Februar teilte die kanadische Regierung jedoch mit, die Unterstützung für den Personenschutz von Harry und Meghan bis Ende März einstellen zu wollen. Mit dem Ende der royalen Pflichten des Paares sei Kanada nicht mehr verpflichtet für dessen Sicherheit aufzukommen, hiess es von Regierungsseite.

Mitarbeit: bso., gam., mit Agenturmaterial

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