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Trump gibt sich mitten in den Krawallen als neuen Kennedy

Während in den US-Städten die Unruhen weitergehen, feiert Präsident Trump den Start einer Space-X-Rakete als den Beginn einer neuen Ära. Gleichzeitig betonte er, er werde nicht erlauben, dass ein wütender Mob die Überhand gewinne.

Präsident Donald Trump feiert den Gründergeist der USA kurz vor dem Start der Falcon-9-Rakete in Cape Canaveral.

Präsident Donald Trump feiert den Gründergeist der USA kurz vor dem Start der Falcon-9-Rakete in Cape Canaveral.

Paul Hennessy / www.imago-images.de

Der Raumflug einer bemannten amerikanischen Rakete, während Unruhen wegen des Todes von George Floyd immer mehr US-Städte erfassen: Es hätte erstaunt, wenn Präsident Donald Trump dieses Ereignis im jetzigen Moment nicht zu einer grossen Mission erhöht hätte. Am Samstagabend um 21.22 Uhr hatte in Cape Canaveral (Florida) eine Falcon-9-Rakete mit zwei Nasa-Astronauten an Bord abgehoben. Das Ziel der Expedition ist die Internationale Raumstation (ISS).

Trump holt in die Gründergeschichte aus

Der Tod von Floyd und die Krawalle in den Städten zeigen einmal mehr, welche Gewalt in der amerikanischen Gesellschaft unterschwellig nach wie vor vorhanden ist. Trump zeichnete in seiner Rede in Cape Canaveral jedoch ein ganz anderes Bild des Landes, wobei er ausgiebig Bezug nahm auf die Gründergeschichte. Die Vereinigten Staaten seien eine Nation von Pionieren: Die Gründer hätten den Atlantik überquert, seien an der Ostküste gelandet und hätten darauf den ganzen Kontinent besiedelt. Die Eroberung des Weltraums sei gleichsam, so sagte Trump, die Fortsetzung dieser Expansion. Das All stelle die neue «Frontier» dar.

Gleichzeitig vermittelte die Rede den Eindruck, als wollte sich Trump in die Tradition von Präsident John F. Kennedy stellen. Dieser hatte den Amerikanern 1961 in einer schwierigen Phase versprochen, dass Amerikaner bis zum Ende des Jahrzehnts zum Mond fliegen würden. Trump stellte derweil erneut in Aussicht, dass die USA das erste Land sein würden, das auf dem Mars landen werde («the first nation to land on mars»).

Was die Amerikaner dort zu tun gedenken, sagt der Präsident zwar nicht. Vorläufig geht es vor allem um Machtpolitik. Man könne, so sagte Trump, auf der Welt nicht die Nummer eins sein, wenn man im All bloss zweiter ist. Und die USA wollten nirgendwo die Nummer zwei sein.

Für Trump ein Generationenprojekt

Zum letzten Mal waren im Juli 2011 Astronauten von Cape Canaveral in den Weltraum geflogen, damals noch ganz unter der Regie der US-Weltraumbehörde Nasa. Die Falcon-Rakete ist dagegen ein Produkt der privaten Firma SpaceX des Unternehmers Elon Musk. Doch diese private Initiative dürfte ganz im Sinne von Trump sein, der sich ebenfalls als erfolgreicher Geschäftsmann betrachtet.

Trump sieht das Space-X-Projekt als Beginn einer neuen Ära. Um die Bedeutung des Ereignisses zu erhöhen, nahm er jedenfalls nicht Bezug auf den Flug von 2011. Vielmehr sieht er in der gegenwärtigen Expansion das grösste Raumfahrtvorhaben seit 1981. Damals war zum ersten Mal ein Space-Shuttle ins All geflogen.

Rund 30 Minuten dauerte die Rede von Trump in Cape Canaveral. Bevor er auf die Weltraummission zu sprechen kam, äusserte er sich während rund zehn Minuten auch zu den Unruhen in den US-Städten. Der Tod von Floyd sei eine grosse Tragödie, sagte er, und er verstehe den Schmerz, welcher die Tat ausgelöst habe.

Die Krawalle hätten jedoch nichts mit Gerechtigkeit und Frieden zu tun. Vielmehr würde eine kleine Gruppe von Kriminellen nun die Innenstädte terrorisieren. Hauptleidtragende deren Aktionen seien die Einwohner. Er erlaube es nicht, so sagte Trump, dass ein wütender Mob die Überhand gewinne. Man werde die Innenstädte wieder gemeinsam aufbauen.

Schlechte Erinnerungen

Trump scheint sich somit zwei Ziele gesetzt zu haben: ein gesellschaftliches und ein technokratisches. Erstgenanntes dürfte schwieriger zu erreichen sein. Dass die USA in der Weltraumtechnik die Führung übernehmen können, haben sie schon mehrmals bewiesen. Daran, dass gewisse Bevölkerungsgruppen in den USA benachteiligt sind, hat sich jedoch nicht viel geändert.

Immerhin erinnern sich viele Amerikaner nun beispielsweise an die Ausschreitungen von 1992 in Los Angeles. Damals waren vier Polizisten freigesprochen worden, die beschuldigt worden waren, den Afroamerikaner Rodney King misshandelt zu haben.

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