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«The Crown»: Die Queen hat sich mit ihrer Rolle ein Stück weit ausgesöhnt

Jetzt ist es ihr Sohn, der in der Kritik steht. Das BBC-Interview über sein Verhältnis zu Jeffrey Epstein trug Prinz Andrew Zuschauer in Massen und vernichtende Kommentare ein. Nicht selten war es sie selber, Queen Elizabeth II., die 1952 widerwillig den Thron bestieg.

Die beliebte Netflix-Serie «The Crown» mit der britischen Königin im Mittelpunkt findet in der dritten Staffel eine fulminante Fortsetzung. Sie handelt von einer Prinzessin, die gerne Königin wäre und einem Prinzen, der im lähmenden Zustand ungewissen Wartens verharren muss. Vor allem aber von einer amtierenden Königin, die langsam in ihre Rolle hineingefunden hat. Oscargewinnerin Olivia Colman ersetzt Claire Foy in ihrer zweiten Königinnenrolle nach Queen Anne in «The Favourite». Während Foy doch ein gewisser Charme anhaftete, präsentiert sich Colman meist mit herabhängenden Mundwinkeln und königlicher Strenge, was sie aber in entscheidenden Szenen zu durchbrechen weiss, mit ein wenig Mimik. Dann schimmert die Frau durch, die eigentlich in der Pferdezucht ihre Erfüllung gefunden hätte und die sich im Gegensatz zu ihrer Schwester Margaret (Helena Bonham Carter) für nichts Besonderes hält.

Serien-Schöpfer und Drehbuchautor Peter Morgan («The Queen») verknüpft Themen wie die «besondere Beziehung» zu den USA, die walisischen Unabhängigkeitsbestrebungen, die Mondlandung oder den Bergarbeiterstreik derart geschickt mal mit dem einen, mal mit dem anderen Royal, dass die Fiktion schafft, was in der Realität lange verwehrt blieb: der Familie ein menschliches Antlitz zu verleihen. Ein Vorhaben, das Prinz Philip (Tobias Menzies) 1969 mit einer BBC-Dokumentation verfolgte und grandios scheiterte – was die Serie heiter-ironisch aufgreift. Natürlich weiss man nicht, was sich hinter den verschlossenen Türen des Buckingham-Palasts abgespielt hat. Doch man kann sich vorstellen: So oder so ähnlich könnte es gewesen sein.

Gefühlskalte ­ Queen?

Gegenüber einem Winston Churchill können einem die nachrückenden Premiers nur farblos erscheinen. Harold Wilson verfügt jedenfalls über zu wenig Autorität, um die Königin nach einem verheerenden Erdrutsch im walisischen Aberfan mit 116 toten Kinder von einem Besuch zu überzeugen. Die Parallelerzählung dieser unfassbaren Katastrophe und einer Frau, die sich ihrer Gefühle nicht sicher ist, macht die Episode zur stärksten der neuen Staffel, die insgesamt in der filmischen Umsetzung eher noch hinzugewonnen hat.

Sie endet 1972. Die Queen feiert ihr 20-jähriges Thronjubiläum, für Ärger sorgen andere. Dass sich das Warten auf die für nächstes Jahr angekündigte vierte Staffel lohnen wird, ist so gut wie sicher. Betreten doch Lady Diana – nach Camilla – das royale und Margaret Thatcher das politische Parkett.

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