Switzerland

Teure Krebsmedikamente: Preisüberwacher gibt Gegensteuer

(rwa) Die hohen Medikamentenpreise sind dem Preisüberwacher schon lange ein Dorn im Auge. In einem neuen Bericht verlangt er nun Massnahmen, damit neue Arzneimittel weiterhin bezahlbar bleiben. Am teuersten sind gemäss Schätzungen Krebsmedikamente. Kostenpunkt: 2,1 Milliarden Franken pro Jahr. Dafür waren aber nur 1,6 Prozent aller Medikamentenbezüge verantwortlich.

Mit anderen Worten: Ganz wenige Arzneien seien «ganz enorm teuer», kritisiert der Preisüberwacher im am Freitag publizierten Bericht. Schuld an der Situation sind laut Meierhans mitunter die «immer höheren Preisvorstellungen» der Pharmabranche. Zwar seien neue, wirksame Medikamente sehr wichtig. Gemäss diverser Studien stellten sich jedoch nur wenige als besser heraus als ältere Arzneimittel.

Preiskontrollen und mehr Macht für Versicherer

In seinem Bericht schlägt der Preisüberwacher verschiedene Massnahmen vor, um die Preise in den Griff zu kriegen. So müssten die Kriterien verbessert werden, die den Preis eines Medikamentes bestimmen. Seiner Ansicht nach wäre die Einführung eines Kostengünstigkeitsprinzips und jährliche Preiskontrollen notwendig.

Als überfällig erachtet Meierhans auch ein Beschwerderecht für Krankenkassen und Patientenorganisationen. Heute haben diese keine Möglichkeit, gegen Entscheidungen rund um die Spezialitätenliste eine Beschwerde einzureichen oder Anträge zu stellen.

Handlungsbedarf sieht der Preisüberwacher bei der internationalen Zusammenarbeit. Damit liesse sich die Verhandlungsmacht einzelner Länder gegenüber der Pharmaindustrie stärken. Weiter fordert er mehr Transparenz bei den Kosten und Nettopreisen.

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