Switzerland

Tennisprofi Sandro Ehrat (ATP 393) steckt in Not: «Das Geld reicht noch bis Juni»

Wie viele andere Sportarten ist auch das Tennis durch die Corona-Pandemie stillgelegt. Bis Mitte Juli keine Turniere, das heisst null Einnahmen für die Spielerinnen und Spieler. Das ist verkraftbar für Federer, Djokovic, Nadal und andere Top-Stars. Gleichzeitig bedeutet das existenzielle Not für Tausende andere Athleten, die im Sammeln von Preisgeld und Punkten nun wertvolle Zeit verlieren.

Ein Schweizer, der es momentan gar nicht leicht hat, ist Sandro Ehrat. Der 28-jährige Schaffhauser, der von Severin Lüthi für Davis-Cup-Einsätze aufgeboten wurde und mit einem Dreijahres-Plan trotz relativ fortgeschrittenen Tennisalters bis 2022 durchstarten wollte, wird in seinem ehrgeizigen Unterfangen jäh ausgebremst. Dieses Jahr konnte die aktuelle Nummer 393 der Welt erst vier Turniere (rund 2500 Franken Preisgeld!) sowie den Davis Cup bestreiten. Die Tennisstunden, mit denen er sich einen Zustupf verdiente, fallen weg. Die wichtige Einnahmequelle beim Interclub auch – der ist vorerst bis auf Ende Sommer verschoben.

Weiter aber fallen Lebenshaltungs- und Versicherungskosten sowie die Miete für die Wohnung an, in der er mit seiner Ehefrau Simona, die nicht mehr als Dentalhygienikerin arbeitet, und dem gemeinsamen vierjährigen Sohn Liam lebt. «Wir brauchen rund 3500 Franken pro Monat», sagt Ehrat, aber derzeit weiss er nicht, wie er das Geld einnehmen mit dem und lebt von der Hand im Mund. «Die Eltern und Grosseltern unterstützen uns ein wenig beim Einkauf. Und zum Glück habe ich noch ein paar Sponsoren. Aber ich bräuchte mehr. Doch die Suche nach weiteren Sponsoren entpuppt sich in dieser Zeit und danach natürlich auch als sehr schwierig.»

Angst um die Karriere

Bis Juni langen ihm die finanziellen Reserven, danach wirds ganz eng. Er hofft auf staatliche Unterstützung für selbstständig Erwerbende. «Mal sehen, wo das alles hinführt», gibt er sich so gelassen wie es eben geht. Er halte sich zuhause fit, gehe rennen und lüfte den Kopf bei Spaziergängen mit Frau und Kind im Wald. Damit er parat sei, wenn es wieder losgehe. Aber Ehrat fürchtet um seine Karriere. «Wenn die Pause noch länger dauert, weiss ich nicht, ob ich nächstes Jahr noch spielen kann», sagt er und gibt zu, etwas Angst zu haben.

Bis er aber nicht mit dem schlechtesten Szenario in der Tennis-Szene – dem Totalausfall der Saison – konfrontiert sei, versucht Ehrat aber, optimistisch zu bleiben. Tapfer sagt er: «Meine Motivation ist nach wie vor gross, auch wenn ich meine Ziele um ein halbes Jahr nach hinten verschieben muss.» Diese sind: ein genügendes Ranking für Grand-Slam-Qualifikationsturniere und einen persönlichen Coach, der ihn weiterbringen würde. Aber eben, dafür braucht es mehr Geld und Sponsoren.

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