Switzerland

Tausende sitzen wegen Coronavirus im Ausland fest: Sie bringen Schweizer in die Heimat zurück

Es ist gespenstisch still, als Pilot Eric van Duijn (59) mit seiner Crew durch die Hallen des Flughafens in Santiago de Chile schreitet. Die rund 20 Mitarbeiter der Swiss sollen 159 Schweizer in die Heimat zurückfliegen.

Als die 20-köpfige Crew am Gate ankommt, ist es plötzlich vorbei mit der Stille. Die Passagiere stehen von ihren Sitzen auf und klatschen. Begleitet vom Applaus betreten van Duijn und sein Team das Flugzeug. «So etwas durfte ich noch nie erleben», erzählt der Pilot BLICK am Tag nach dem Flug.

Seit vergangener Woche holen die Airlines Swiss und Edelweiss für das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Schweizerinnen und Schweizer aus dem Ausland zurück. Es ist die grösste Rückholaktion, die es landesweit je gab.

«Ich bin zwei Wochen nicht geflogen»

Kommerzielle Flüge hingegen fallen aktuell grösstenteils aus. Piloten wie Eric van Duijn haben während der Pandemie kaum noch Einsätze. «Ich bin zwei Wochen nicht geflogen», sagt er, «bis mein Chef anrief und mich fragte, ob ich einen Rückholflug von Chile durchführen möchte.»

Für den erfahrenen Piloten eine Ehre – und Neuland. «Ich bin noch nie direkt in die chilenische Hauptstadt geflogen. Auf den Anflug über die Anden musste ich mich entsprechend vorbereiten, die Route studieren.»

Am Samstagmorgen geht es los. Gegen 7 Uhr startet die Maschine am Flughafen Zürich. Über 14 Stunden ist sie in der Luft. Es ist der längste Direktflug, den die Swiss je durchführte.

Fiebermessen und Schutzmasken

Bei der Einreise in Santiago de Chile wird Fieber gemessen. Die Nacht verbringt die Crew im Hotel – isoliert. «Nach draussen durften wir nicht», so van Duijn. Am nächsten Morgen brechen sie zum Flughafen auf. Um 15 Uhr soll die Maschine starten. Ziel: Heimat.

Erneutes Fiebermessen vor dem Abflug. Diesmal bei den Passagieren. Zum Einsteigen müssen sie eine Maske anziehen. In der Maschine lassen sich die Massnahmen des Bundes nämlich nur zum Teil umsetzen. Zwei Meter Abstand halten – unmöglich.

Im Flugzeug sei das Infektionsrisiko aber sehr gering, erklärt van Duijn. Die Luft werde ständig ausgetauscht. Die Crew-Mitglieder vermeiden direkten Körperkontakt und waschen sich oft die Hände.

Passagiere verunsichert – aber dankbar

An Bord sind die Gefühle gemischt. Kabinenchef Stéphane Burgos (51) erzählt: «Die Passagiere waren aussergewöhnlich ruhig.» Einige seien verunsichert gewesen, ob sie vom Flughafen Zürich überhaupt nach Hause kommen. Ob die Züge verkehren. «Wir gaben ihnen die Zugverbindungen dann via Bordansage durch», so Burgos.

Montagmorgen, 10 Uhr landet der Flieger in Zürich. Als die Räder aufsetzen, sind die Sorgen für einen Moment vergessen. Burgos und van Duijn sind stolz, die Rückkehrer fürs EDA sicher nach Hause gebracht zu haben. Dahin, wo sie sich während der Corona-Pandemie etwas wohler fühlen.

Als die Maschine zum Gate rollt, klatschen die Passagiere. Aus Dankbarkeit, aus Erleichterung. Der Rückholflug endet, wie er begonnen hat. Mit einem herzlichen Applaus.

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