Switzerland

Swisscom-Störung: Hunderte Feuerwehrleute mussten nachts einrücken

Das Haus brennt lichterloh, aber die Feuerwehr ist nicht zu erreichen – dieses Horrorszenario hätte in der Nacht auf Mittwoch Realität werden können. In weiten Teilen der Schweiz fielen die Notrufnummern während ungefähr eineinhalb Stunden aus. Alarmieren konnte man Polizei, Feuerwehr und Sanität nur noch über eine Ersatz-Handynummer.

Grund für den Ausfall war eine Störung bei der Swisscom. Offenbar war es bei Wartungsarbeiten zu «einem mehrfachen menschlichen Fehlverhalten» gekommen. Mittlerweile sind die Änderungen laut der Swisscom rückgängig gemacht worden und die IT-Systeme haben sich erholt.

Zürcher Feuerwehrmänner mussten ins Depot

Alles andere als erholt sind derweil die Zürcher Feuerwehrmänner: Sie mussten mitten in der Nacht ins Feuerwehrdepot und Wache schieben: «Um 23.51 Uhr ging über den Pager ein Alarm an alle Feuerwehren im Kanton Zürich, dass die Kommandogruppen sofort einrücken müssen», sagt Christian Meier, Präsident des Zürcher Feuerwehrverbands und Kommandant der Feuerwehr Niederhasli.

In Zürich waren während der Swisscom-Störung nicht nur die Notrufnummern ausgefallen. Auch die Alarmierung der Feuerwehrleute selber sei erschwert gewesen und habe deshalb länger gedauert. «Wegen der Störung ging der SMS-Alarm nicht mehr, sondern nur noch der Pager und der Funk», sagt Meier.

Zum Depot spazieren, um die Feuerwehr zu holen

In Zürich mussten deshalb um die 600 Zürcher Feuerwehrleute aus den Federn. In jedem der fast 130 Zürcher Feuerwehrdepots hat laut Meier eine Handvoll Leute Wache gehalten, darunter mindestens der Kommandant und sein Stellvertreter sowie einige Leute aus dem Stab.

«Irgendwie muss man die Feuerwehr ja alarmieren», sagt der Feuerwehrkommandant. So könnten die Leute zur Not zum Depot laufen und die Feuerwehr holen, wenn es brennt. Ausserdem könne die Feuerwehr so schneller ausrücken.

«Ich habe das zum ersten Mal erlebt»

Andere Kantone gingen nicht so weit. Philipp Stierli, Präsident des Solothurner Feuerwehrverbands sagt: «So viel ich weiss, mussten die Solothurner Feuerwehren nicht einrücken.» Und auch dem Zuger Feuerwehrverbandspräsident Patrick Iten wäre nichts dergleichen bekannt.

Die Störung ist ein Extremfall: «Ich habe das zum ersten Mal erlebt und ich bin immerhin schon seit 40 Jahren bei der Feuerwehr.» Auch Meier selbst musste aus dem Bett und ins Depot. «Dort sassen wir während ungefähr einer Stunde und warteten. Passiert ist zum Glück nichts.»

Es sei «verrückt», dass so etwas passieren könne, sagt der Kommandant. Flächendeckende Ausfälle seien sehr heikel. Für Meier ist klar: «So ein Ausfall darf nicht mehr passieren.» Mit dem Nachteinsatz findet sich Meier ab, das gehöre dazu. Aber: «Ich hoffe nicht, dass sich die Störungen häufen. Sonst müssen die Feuerwehrleute wieder ‹in Hosen›.»

Feuerwehrverband fordert Verbesserungen

Noch deutlichere Worte findet der Kommunikationschef des Schweizer Feuerwehrverbands, Philipp Siedentopf: «Für Leute, die Hilfe brauchen, ist so ein Ausfall gravierend oder sogar lebensgefährlich.» Der Ausfall zeige, wie fehleranfällig das System sei. Er fordert: «Die Swisscom muss handeln, es braucht Notfallpläne und redundante Systeme.»

Für Siedentopf ist klar: «Die Zürcher Feuerwehrleute waren mit Leidtragende dieses Ausfalls.» Ein Einsatz in der Nacht sei immer eine Belastung, weil der Schlaf unterbrochen werden müsse. Trotzdem: «Wenn Menschen geholfen werden kann, nehmen wir das gern auf uns.»

Zürcher Feuerwehreinsatz kostet zehntausende Franken

Was nach dem Ausfall bleibt, ist eine gesalzene Rechnung: «Die Störung kostet einiges», sagt Kommandant Meier. Ein Feuerwehrmann erhalte für den nächtlichen Einsatz ungefähr 50 Franken Entschädigung.

«Wenn man das auf etwa je fünf Personen, die in den circa 130 Feuerwehrdepots Wache schoben, hochrechnet, kommt man schnell auf einige zehntausend Franken», rechnet er vor. Grundsätzlich berappe das die jeweilige Gemeinde. «Sie kann die Kosten aber je nachdem weiterverrechnen.»

Ob die Swisscom dafür den Geldbeutel öffnet, kommentiert eine Sprecherin auf Anfrage nicht. «Swisscom entschuldigt sich in aller Form für den Unterbruch», schreibt sie. Das Unternehmen schaue die Ausfälle zusammen mit den Notruforganisationen an.


Dutzende Notrufe wurden nicht durchgestellt

Der Ausfall des Festnetzes hat dazu geführt, dass in gewissen Teilen der Schweiz Notrufnummern nicht erreichbar waren. Auch der Kanton Zürich war betroffen. «Während rund eineinhalb Stunden konnten wir keine Anrufe über die Notrufnummern 144 und 118 entgegennehmen. Insgesamt fehlten uns 40 Notrufe», sagt Eliane Schlegel, Sprecherin von Schutz & Rettung Zürich.

Schutz & Rettung Zürich hat als Sofortmassnahme zwei Handynummern auf Social Media und via Alert Swiss publiziert. Laut Schlegel sind über diese Nummern zwei Notrufe reingekommen. Die interne Kommunikation war von der Panne nicht betroffen. «Unsere Einsatzzentrale konnte über Funk und Pager jederzeit alarmieren und Rettungskräfte rausschicken.»

Auch im Kanton Bern konnten zeitweise keine Notrufe entgegengenommen werden. Wie im Kanton Zürich besteht die Möglichkeit, eine alternative mobile Notrufnummer in Betrieb zu nehmen. «Wir konnten diese Nummer der Bevölkerung aber nicht kommunizieren, weil unsere externen Kommunikationskanäle ebenfalls von der Störung betroffen waren», sagt Isabelle Wüthrich, Sprecherin der Kantonspolizei Bern. Die Polizei sei trotzdem erreichbar gewesen, da vor allen grösseren Polizeiwachen Patrouillen als Anlaufstelle stationiert worden seien.

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