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Stadler Rail verliert Mega-Auftrag in Österreich – wegen «Signatur-Fail»

Wer sagt, im ÖV sei es langweilig, der lügt! 27 Bilder als Beweis

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Stadler-Chef Peter Spuhler verliert einen Milliarden-Auftrag.

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Bild: keystone

Blamage für die ÖBB und Stadler Rail. Das österreichische Bundesverwaltungsgericht erklärt eine Auftragsvergabe für bis zu 200 Doppelstockzüge für nichtig. Dies, weil offenbar die verwendete digitale Signatur nicht anerkannt wird. Das steckt dahinter.

Bis zu 200 Doppelstock-Züge im Wert von bis 3 Milliarden Euro sollte der Schweizer Zughersteller Stadler Rail nach Österreich liefern. Doch daraus wird wohl nichts. Das österreichische Bundesverwaltungsgericht hat die Auftragsvergabe am 10. Dezember für nichtig erklärt.

Der Grund scheint bizarr: Laut der Tageszeitung Standard hat Stadler das Angebot mit einer Schweizer Version einer digitalen Signatur unterzeichnet, die von EU und Österreich nicht anerkannt wird. Die Signatur sei nicht grenzüberschreitend gültig, heisst es.

«Entweder legen wir Beschwerde gegen das Urteil ein – oder rollen den ganzen Vergabeprozess neu auf.»

Auf Anfrage von watson bestätigen die ÖBB den Fehler. Bei der Abgabe des Angebotes von Stadler Rail sei «ein Formfehler im Bereich der Signatur» entstanden. ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder erklärt, man prüfe derzeit die nächsten Schritte. «Entweder legen wir Beschwerde gegen das Urteil ein – oder rollen den ganzen Vergabeprozess neu auf.»

So oder so brauche man dringend neue Züge. Der «Standard» schreibt von einem 400 Millionen-Auftrag. Das Gesamtvolumen beträgt aber laut dem ÖBB-Sprecher 200 Triebzüge, welche bis 3 Milliarden Euro kosten.

Die ÖBB brauchen dringend neue Züge.

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Bild: oebb

Für Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler ist die Geschichte ein Debakel sondergleichen. Gegen der Vergabeentscheid an Stadler hatte einst Konkurrent Alstom Einspruch erhoben – wie dies bei vielen Ausschreibungen passiert. Den «Signatur-Fail» entdeckt hatte aber der Richter selbst, wie der «Standard» weiter schreibt.

Wo genau der Fehler beim Vertrag entstanden ist, konnte das österreichische Bundesverwaltungsgericht auf watson-Anfrage nicht sagen. Der zuständige Richter sei gerade nicht zu sprechen, so ein Sprecher.

Stadler «analysiert» den Vorfall

In den letzten Jahren hat Stadler Rail weltweit unzählige Ausschreibungen gewonnen. Der börsenkotierte Ostschweizer Zugbauer liefert Züge in die USA, Russland, Indonesien. Wie kann es passieren, dass beim ÖBB-Auftrag offenbar die falsche Signatur verwendet worden ist? Die Medienstelle teilt mit, dass man die Sache derzeit «analysiere» und will später ausführlich informieren.

Update folgt...

Digitale Signaturen - Staatsvertrag fehlt

Welche Gültigkeit digitalen Signaturen in der Schweiz und der EU hat, regelt in der Schweiz das Bundesgesetz für elektronische Signaturen (Zertes). Zur Harmonisierung mit EU-Staaten steht:

«Zertifikate von Anbieterinnen, die in der EU, dem EWR oder in Drittstaaten anerkannt sind, gelten in der Schweiz nicht als qualifiziert oder geregelt und umgekehrt. Um daran etwas zu ändern, müsste die Schweiz mit der EU und Drittstaaten, die über vertrauenswürdige Anbieterinnen verfügen, Staatsverträge schliessen. Ein entsprechender Staatsvertrag mit der EU könnte dabei ohne technische Hindernisse abgeschlossen werden, da das ZertES kompatibel zur entsprechenden eIDAS-Verordnung der EU ist.»


Sprich: Ohne neuen Staatsvertrag sind die E-Unterschriften nicht gültig. Was genau aber Stadler für eine Unterschrift verwendet hat, bleibt weiter unklar.

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