Switzerland

Spielsucht macht erfinderisch – wie ein Bewirtschafter von Geldautomaten seinem Arbeitgeber Zehntausende von Franken abknöpfte

Ein Geldausgabeautomatenbewirtschafter entwendet aus zwei Postomaten 70 000 Franken und verspielt sie im Casino. Das Bezirksgericht Zürich verurteilt ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe.

Der Beschuldigte entwendete aus Postomaten, für deren Bewirtschaftung er zuständig war, immer wieder Geld.

Der Beschuldigte entwendete aus Postomaten, für deren Bewirtschaftung er zuständig war, immer wieder Geld.

Christian Beutler / Keystone

Spielsucht und leichter Zugriff auf fremdes Geld: Das ist schon manchem Hasardeur zum Verhängnis geworden. So auch einem 31-jährigen gelernten Logistiker, der seinem Arbeitgeber mit einem raffinierten Trick 70 000 Franken abknöpfte, um damit im Casino sein Glück zu machen. Doch statt in einer Villa mit Supersportwagen in der Garage landete der Mann vor dem Bezirksgericht Zürich. Dieses hat ihn dieser Tage in einem abgekürzten Verfahren des mehrfachen Diebstahls schuldig gesprochen und zu einer bedingten 16-monatigen Freiheitsstrafe mit 2 Jahren Probezeit verurteilt.

Schlüssel für Bancomaten

Der Beschuldigte war als Geldautomatenbewirtschafter bei den Schweizer Bundesbahnen angestellt und verfügte über Schlüssel für die Geldausgabegeräte, die durch seinen damaligen Arbeitgeber betreut werden. Anfang August entwendete er aus dem Postomaten Nr. 2358 am Bahnhof Stadelhofen innerhalb weniger Tage viermal je 10 000 Franken in Hunderternoten als Spielgeld.

Fortuna war ihm allerdings nicht hold. Nach einigen Tagen erhielt der ungetreue Angestellte den Auftrag, jenen Postomaten Nr. 2358 zu kontrollieren, weil eine Differenz von 40 000 Franken festgestellt worden war. Der Mann behalf sich kurzerhand mit der entsprechenden Summe aus dem Postomaten Nr. 2429 am Hauptbahnhof Zürich. Er legte das Geld im Rückraum des Automaten im Stadelhofen auf einen Drucker. Damit wollte er vortäuschen, dass die 40 000 Franken dort schlicht vergessen worden waren und den Postomaten bzw. dessen Rückraum nie verlassen hatten. Er meldete den «Fund» seinem Chef und hoffte, dass nach dem angeblichen Wiederauftauchen des Gelds keine weiteren Nachforschungen angestellt würden.

Doch der Zufall wollte es, dass wenige Tage darauf beim Postomaten im Hauptbahnhof eine Störung auftrat. Bei deren Behebung wurde gleichfalls eine Differenz festgestellt; diesmal fehlten 50 000 Franken. Tags darauf erfuhr der Beschuldigte davon und wandte in der Folge seinen Trick ein weiteres Mal an. Diesmal ging das Geld den umgekehrten Weg, nämlich vom Stadelhofen zum Hauptbahnhof. Schliesslich wurden die 50 000 Franken in einem Abfalleimer im betreffenden Automatenraum gefunden.

Eine erste Suche im Rückraum unmittelbar nach der Entdeckung des Fehlbetrags war allerdings erfolglos geblieben. Der Schlaumeier musste damit rechnen, dass das Täuschungsmanöver diesmal auffliegen würde. Jedenfalls beschloss er, sich selbst zu stellen, den Vorgesetzten und Kollegen die Diebstähle zu beichten und um Entschuldigung zu bitten. «Das war erleichternd», sagt er bei der richterlichen Befragung.

Im Zuge der Untersuchungen kamen weitere Geldschiebereien zwischen den beiden Bancomaten ans Licht. Von ungefähr Anfang Juli bis Mitte August 2019 glich er jeweils kurz vor dem planmässigen Nachfüllen eines der Automaten die Differenz mit Geld aus dem anderen Gerät aus. Damit gelang es ihm, mehrere Diebstähle von Beträgen zwischen 10 000 und 20 000 Franken zu vertuschen. Insgesamt bezog er 160 000 Franken. 90 000 Franken setzte er zum Ausgleichen der beiden tatsächlich entdeckten Fehlbeträge ein, 70 000 Franken verspielte er in verschiedenen Casinos.

«Lehre fürs Leben»

Diesen Betrag wird der Mann, der zurzeit in seinem erlernten Beruf im Stundenlohn arbeitet, nun zurückzahlen müssen. Dazu kommen gut 11 100 Franken für die anwaltliche Vertretung der Geschädigten, die Verfahrenskosten und die Gerichtsgebühr. Der Vertrauensmissbrauch gegenüber dem Arbeitgeber und die Höhe der gestohlenen Summe wögen nicht leicht und es handle sich keineswegs um einen Bagatellfall, gibt der vorsitzende Richter zu bedenken. Und der reuige Beschuldigte ist froh, dass er endlich abschliessen und die Sache hinter sich lassen könne. «Es ist mir eine Lehre fürs Leben.»

Urteil DH200048 vom 22. 10. 2020; noch nicht rechtskräftig.

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