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So sieht der Windows-XP-Hügel heute aus

Charles O’Rear schoss 1996 das ikonische Foto der XP-Wiese. Screenshot: YouTube

So sieht der Windows-XP-Hügel heute aus

Microsofts Standardhintergrund mit dem grünen Hügel gilt als ikonisch. Lange war unklar, ob es überhaupt ein echtes Bild ist. Ein US-amerikanischer Journalist hat sich angeschaut, wie die Landschaft heute aussieht.

Es war ein Freitag im Januar 1996, an dem der National-Geographic-Fotograf Charles O’Rear in Kalifornien das Foto schoss, das heute bereits mehr als eine Milliarde Menschen gesehen haben: «Bliss». Auf Deutsch bedeute das so viel wie «Glück» oder «Glückseligkeit».

2001 lancierte Microsoft Windows XP mit dem grünen Hügel als Standard-Hintergrundbild. bild: betanews

Das Foto war bei Microsofts Betriebssystem Windows XP als Standardhintergrund eingestellt. Windows XP wurde weltweit mehr als 400 Millionen Mal verkauft. Jeder, der das System startete, bekam als erstes den grasbedeckten grünen Hügel unter blauem Himmel mit einigen weissen Wolken zu sehen. Zwar gab es noch andere Hintergründe zur Auswahl, doch Microsoft warb vor allem mit «Bliss». Auf Plakaten, in Videos und selbst auf der Vorstellung von Windows XP 2001 – überall war «Bliss» zu sehen.

So sieht «Bliss» heute aus

«Bliss» liegt im kalifornischen Weinanbaugebiet von Sonoma County in der Nähe von Napa. Die genauen Koordinaten sind 38°15′00.5″N 122°24′38.9″W. Wer die Landschaft aber heute besucht, wird sicher eine kurze Zeit brauchen, um den Hügel wiederzuerkennen. Denn mittlerweile wachsen dort zahlreiche Weinberge.

Schon vor Jahren musste das saftige Gras den Weinreben weichen.

Das berichtet das US-amerikanische Nachrichtenportal SFGATE, das sich die Umgebung zum 25-jährigen Jubiläum des Bildes angeschaut hat. Weitere aktuelle Fotos findest du auf der Website des Nachrichtenportals.

«Dies ist kein toller Ort, um anzuhalten und etwas zu bewundern», schreibt SFGATE zu der Szenerie. Fotograf O’Rear sagt im Gespräch mit dem Nachrichtenportal aber: «Wenn man im Januar durch die Sonoma-Hügel fährt, bekommt man immer einen Teppich aus grünem Gras, es ist wunderschön. Das wusste ich, und es war einfach das perfekte Licht, die perfekten Wolken.»

Die neuste Aufnahme auf Google Street View stammt von 2019: Wer heute hier durchfährt, würde wohl kaum erahnen, dass es sich um den Windows-XP-Hügel handelt. bild: google maps

Viel Mythen um «Bliss»

Um das Foto selbst kursierten lange viele Mythen. So vermuteten viele Nutzer, dass es in Irland oder Neuseeland gemacht wurde. Andere meinten auch, dass es computergeneriert sei. Fotograf O’Rear macht aber im Gespräch mit SFGATE klar, dass das Bild nicht digital nachbearbeitet wurde. Bereits zum Support-Ende des einst beliebten Betriebssystems hatte O’Rear 2014 verraten, wie das Foto entstanden ist.

Auf dem Weg zu seiner Freundin, heute seine Frau, im Sonoma County nördlich von San Francisco, sah er das perfekte Bild: grüne Hügel und einen strahlend blauen Himmel. Bis er seine Kamera vorbereitet hatte, war die Szenerie allerdings schon eine andere. «In dem Augenblick hat sich alles so schnell verändert», erinnert sich O'Rear. «Wolken zogen auf und ich machte das erste Foto.» Er zog am Spannhebel seiner analogen Kamera und schoss ein zweites, dann ein drittes Foto. Vier Bilder habe er insgesamt von dem Motiv geschossen, das später unter dem Namen «Bliss» und im deutschen Sprachraum auch als «Grüne Idylle» bekannt wurde.

Das Foto der grünen Idylle nahm O'Rear mit einer Mamiya RZ67 auf, einer analogen Mittelformat-Kamera mit grösseren Rollfilmen als das damals übliche 35mm-Format.


Microsoft hatte für alle Rechte des Fotos vermutlich eine kleine sechsstellige Summe gezahlt. 2014 erzählte der Fotograf, dass sich mehrere Kurier-Unternehmen damals geweigert hatten, das Negativ von Kalifornien nach Redmond im US-Bundesstaat Washington zu transportieren. Ihnen allen war der Wert zu hoch, den er für das Päckchen angegeben hatte. Er musste es schliesslich selbst im Flugzeug hinbringen.

Google Street View zeigt in der Desktop-Version mehrere Aufnahmen des XP-Hügels zu verschiedenen Jahreszeiten zwischen 2007 und 2019. bild: google maps

Der heute unscheinbare Hügel war übrigens nicht einfach zu fotografieren. Die kurvige Strasse, die dort vorbeiführt, gehört zu den gefährlichsten Strassen der Gegend. Anhalten ist kaum möglich, es gibt viele Unfälle und keine Ausweichmöglichkeiten. In Google Maps kann sich jeder Nutzer selbst ein Bild davon machen.

Weitere Fotos für Windows hat O’Rear nicht gemacht.

(oli/avr/t-online)

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