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Serbien verhängt wieder Ausnahmezustand über Belgrad und weitere Städte, England erlässt Reisenden aus 59 Staaten Quarantäne – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus weltweit

Über 523 000 Personen sind bisher nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben. Über 10,95 Millionen Menschen sind seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie positiv getestet worden.

Die neusten Entwicklungen

  • Die serbische Regierung hat erneut den Ausnahmezustand über Belgrad sowie weitere Städte des Landes verhängt. Wegen des Anstiegs der Fallzahlen gelten nun für die Hauptstadt, sowie für Novi Pazar, Tutin, Kragujevac, Vranje und Ivanjica, Sabac und Cacak bis mindestens 18. Juli strengere Regeln. So müssen in geschlossenen Räumen wie Klubs, Bars, Geschäften ausnahmslos Masken getragen und ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Zwischen 23 Uhr und 6 Uhr ist der Betrieb von Bars und Restaurants untersagt. Im Öffentlichen Verkehr gilt eine Maskenpflicht. Die epidemiologische Situation in Serbien gilt als unübersichtlich. Besonders in der südserbischen Region Sandzak (mit den Städten Novi Pazar und Tutin) soll die Situation nicht mehr unter Kontrolle sein. Serbische Inverstigativjournalisten werfen der Regierung zudem vor, die Zahlen zu beschönigen. Es gebe mindestens doppelt so viele Tote als gemeldet und Tausende mehr Fälle. Die Schweiz macht Rückkehrer aus Serbien für einen Teil der hierzulande wieder steigenden Fallzahlen verantwortlich und fordert Rückkehrende zur Quarantäne auf. Österreich hat für Serbien eine Reisewarnung verhängt.
  • England lockert seine im Zuge der Corona-Pandemie getroffenen Quarantäne-Vorschriften für Einreisende aus 59 Ländern. Das teilte das Verkehrsministerium am Freitag (3. 7.) mit. Besucher unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien müssen sich ab dem 10. Juli bei ihrer Ankunft nicht mehr selbst für 14 Tage isolieren. Die USA und Canada dagegen gelten weiter als Risikoland. Auch Portugal steht nicht auf der Liste, die hier eingesehen werden kann. Diese Regel gelte für England – in Wales, Schottland und Nordirland seien weiter die alten Vorschriften in Kraft.
  • Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung schwerer Fälle von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag (3. 7.) bekannt. Die Zulassung sei im Schnellverfahren weniger als einen Monat nach dem Antrag ergangen. Remdesivir gilt als eine von wenigen wirksamen Arzneien bei schweren Fällen der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit. Es kann laut Studienergebnissen den Spitalaufenthalt verkürzen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte die Zulassung für Patienten ab zwölf Jahren empfohlen, die eine Lungenentzündung haben und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden müssen. Ärzte sehen Remdesivir zwar nicht als Allheilmittel, wohl aber als Lichtblick für Corona-Patienten.
  • Europas grösster Billigflieger Ryanair will die ausstehenden Erstattungen für in der Corona-Krise abgesagte Flüge schneller bearbeiten. Mehr als 90 Prozent der zwischen März und Juni betroffenen Kunden sollen ihr Geld bis Ende Juli erhalten, versprach Manager Eddie Wilson laut einer Mitteilung des irischen Unternehmens vom Freitag (3. 7.).
  • An den griechischen Einreisestellen kommt es seit Tagen zu Staus und Missverständnissen wegen Corona-Tests. An der Grenze Griechenlands zu Bulgarien hatte sich bereits am Freitagmorgen (3. 7.) abermals ein mehr als zehn Kilometer langer Stau gebildet. Der Grund für das lange Warten von bis zu sechs Stunden in sengender Hitze seien der Personalmangel auf griechischer Seite sowie die Coronatests, die alle Touristen aus Nicht-EU-Staaten machen müssen, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete.
  • Die USA haben am Donnerstag (2. 7.) den dritten Tag in Folge über 50 000 Neuinfektionen verzeichnet. Dies geht aus Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters hervor. In 37 von 50 Gliedstaaten stiegen die Fallzahlen in den vergangenen zwei Wochen im Vergleich zur ersten Junihälfte an. Florida mit 21 Millionen Einwohnern meldete den höchsten Zuwachs aller Gliedstaaten seit Beginn der Pandemie mit über 10 000 Fällen an einem einzigen Tag.
  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat in Israel erstmals die Marke von 1000 überschritten. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag (3. 7.) mitteilte, wurden am Donnerstag 1107 Fälle registriert – so viele wie nie zuvor seit dem Ausbruch der Pandemie. Der bisherige Höchstwert war am Mittwoch mit 967 vermerkt worden. Angesichts dieser Rekordwerte verhängt Israel neue Einschränkungen.

Die weltweit bestätigten Infektionszahlen steigen weiter an

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Millionen)

Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Da die täglichen Infektionsraten vielerorts sinken, werden die Beschränkungen schrittweise gelockert. Die meisten Grenzen in der EU sind wieder offen. Reisende aus den USA und den meisten anderen Ländern dürfen aber nach einem Beschluss der EU-Staaten weiter nicht in die EU einreisen. Seit 1. Juli sind lediglich Personen aus folgenden 14 Ländern zugelassen: Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Rwanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Zusätzlich wird China genannt – das Land muss aber noch zusagen, dass auch EU-Bürger dort einreisen dürfen. Die Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden.

Übersicht der Einschränkungen und Lockerungen in Europa

Nationale Regelungen

Übersicht der Einschränkungen und Lockerungen in Europa - Nationale Regelungen

Diese Länder sind in Europa am stärksten betroffen

In Russland kommen täglich 8500 bis 10 000 Neuinfizierte dazu. Derzeit sind rund 667 000 Infektionsfälle und über 9800 Tote gemeldet (3. 7.). In Moskau sind die Fallzahlen rückläufig; es laufen Massentests auf Antikörper.

Das Vereinigte Königreich verzeichnet rund 300 000 positiv getestete Personen und über 44 000 Tote (3. 7.). In England dürfen Pubs, Restaurants, Hotels und viele andere Einrichtungen vom 4. Juli an wieder öffnen. Laut Medienberichten könnte allerdings in weiten Teilen Englands wieder eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen drohen, da in 36 Städten und Regionen die Covid-19-Fälle wieder steigen. So hat Leicester als erste Stadt in England bereits wieder Lockerungen zurückgenommen. Die umstrittene Quarantänepflicht für Einreisende wurde am 3. Juli für über 50 Staaten aufgehoben. Die übrigen Landesteile (Schottland, Wales und Nordirland) legen ihre eigenen Massnahmen fest.

In Italien steht die Gesamtzahl der Infektionsfälle bei rund 241 000. Über 34 800 Personen sind gestorben (3. 7.). Regierungschef Giuseppe Conte muss sich den Fragen der Staatsanwaltschaft stellen, da Hinterbliebene von Todesopfern Strafanzeigen eingereicht haben. Sie werfen den Behörden Fahrlässigkeit und Inkompetenz vor. Die Landesgrenzen sowie die Flughäfen sind wieder geöffnet. Auch die Bewegungsfreiheit zwischen den Regionen ist wieder hergestellt.

Die Situation in anderen stark betroffenen Ländern Europas

Spanien verzeichnet über 28 300 Todesopfer – rund 250 100 Personen sind infiziert (3. 7.). Am 21. Juni wurde der Notstand aufgehoben. 47 Millionen Bürger können sich wieder frei bewegen. Auch die Grenzen für Touristen aus Schengenstaaten sind wieder offen. Für alle Personen ab 6 Jahren besteht eine Maskenpflicht. Die Schulen bleiben bis September geschlossen.

Ganz Frankreich gilt seit Mitte Juni als grüne Zone, womit die wirtschaftlichen Beschränkungen bald komplett fallen dürften. Restaurants und Cafés dürfen wieder öffnen, auch Touristenunterkünfte sind fast alle wieder zugänglich. Die Grenzen zur Schweiz und Deutschland sind offen, seit 1. Juli auch für Reisende ausserhalb der EU und des Schengenraums. In den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt die Maskenpflicht. Gegenwärtig sind über 203 600 Infektionsfälle bestätigt, rund 29 900 Erkrankte sind verstorben (3. 7.).

In Deutschland liegt die Zahl der Fälle bei über 196 700 (3. 7.), 9012 Personen sind in Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben.

Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier.

In Österreich liegt die Zahl der positiven Tests bei über 18 000 (3. 7.), über 700 Personen sind gestorben. Mit Lockerungen bereits ab 1. Mai war das Land Vorreiter in Europa. Die Pflicht, beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln Mund und Nase zu bedecken, fiel am 15. Juni weg. Die Grenzen zu den Nachbarstaaten sind wieder geöffnet.

Bestätigte Fälle des Coronavirus in europäischen Ländern, nach Status der Patienten (in Tausend)

0200400600RusslandUKSpanienItalienFrankreichDeutschlandSchwedenBelarusBelgienNiederlandeUkrainePortugalPolenSchweizRumänienIrlandÖsterreichMoldauSerbienDänemarkTschechien

Die Situation in den Benelux-Staaten und Skandinavien

In den Niederlanden sind die Grundschulen seit dem 11. Mai wieder offen – zunächst für je die Hälfte der Schüler pro Tag. Seit dem 1. Juni dürfen alle Schulen und eingeschränkt auch Museen und Cafés wieder öffnen. Bisher sind in den Niederlanden über 50 500 Infektionsfälle registriert worden, über 6130 Personen sind gestorben (3. 7.).

Belgien verzeichnet über 61 760 Ansteckungen und über 9760 Tote (3. 7.). Seit dem 11. Mai sind alle Geschäfte wieder offen, allerdings gelten Hygieneauflagen. Ab Juli dürfen sich Belgier wöchentlich mit bis zu 15 Personen treffen. Zudem dürfen Freizeitstätten wie Schwimmbäder, Theater und Wellnesscenter unter Auflagen wieder öffnen.

In Dänemark sind Kitas, Kindergärten und Primarschulen bereits seit Mitte April wieder offen. Seit dem 11. Mai kam es zu schrittweisen Lockerungen. Das Land meldet rund 13 000 Fälle, 606 Personen sind gestorben (3. 7.).

Schweden wird wegen seiner steigenden Fallzahlen von seinen skandinavischen Nachbarn isoliert. Auch gelten in anderen EU-Ländern trotz Öffnung der EU-Binnengrenzen Beschränkungen für Schweden. Der umstrittene Sonderweg des Landes – Schulen, Geschäfte und Restaurants blieben weitgehend offen – führte zu viermal mehr Todesfällen als im restlichen Skandinavien. Das Land weist über 71 400 Infektionsfälle und 5420 Todesfälle auf (3. 7.).

Die Zwischenbilanz zu Schwedens Strategie im Video

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell bereut inzwischen einen Teil seiner Strategie. Der Schutz der Älteren in schwedischen Senioreneinrichtungen sei gescheitert und die Todesrate «schrecklich», sagte Tegnell im schwedischen Radio am 24. Juni.

Malmö, Schweden: Ein Schild erinnert die Bevölkerung daran, Abstand zu halten.

Malmö, Schweden: Ein Schild erinnert die Bevölkerung daran, Abstand zu halten.

Johan Nilsson / TT News / Reuters

In Tschechien ist der internationale Reiseverkehr mit Bus, Bahn und Flugzeug weitgehend wieder zugelassen. Das Land hat seine Grenzen am 15. Juni für Bürger fast aller EU-Staaten, der Schweiz und Liechtenstein geöffnet. Ein negativer Corona-Test ist nicht nötig. Das Land verzeichnet über 12 200 Fälle und über 350 Tote (3. 7.).

In Ungarn hat der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban den Notstand per 18. Juni aufgehoben und seine umstrittenen Sondervollmachten abgegeben. In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Geschäften besteht weiterhin eine Maskenpflicht. Die bisherige Regelung, die die Einkaufszeiten für Senioren festsetzte, entfällt. Ungarn verzeichnet fast 4200 Infizierte und rund 590 Tote (3. 7.).

Die Situation in der Türkei

Die Türkei verzeichnet rund 202 300 Infektionsfälle und über 5160 Tote (3. 7.). Da die Infektionsrate gesunken war, hatte die Regierung die Beschränkungen gelockert. Seit die Zahlen wieder ansteigen, hat das Gesundheitsministerium in 42 Provinzen eine generelle Maskenpflicht eingeführt.

Die Situation auf dem Balkan

Die Länder des Balkans hatten zu Beginn der Pandemie die Situation relativ gut im Griff und reagierten mit strengen Lockdowns. Doch seit den Lockerungen werden die Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien sowie Albanien vom Virus mit voller Wucht erwischt.

Österreich reagierte am 1. Juli mit einer Reisewarnung der höchsten Stufe für Albanien, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro und Nordmazedonien. Österreicher, die sich in der Region aufhalten, wurden aufgefordert, zurückzukehren.

In Serbien gibt es rund 15 500 bestätigte Fälle und rund 300 Todesopfer (3. 7.). Hohe Politiker wie die Parlamentspräsidentin und der Verteidigungsminister haben sich mit dem Virus infiziert. Die epidemiologische Situation gilt als unübersichtlich. Besonders in der südserbischen Region Sandzak soll die Situation nicht mehr unter Kontrolle sein. Serbische Inverstigativjournalisten werfen der Regierung zudem vor, die Zahlen zu beschönigen. Es gebe mindestens doppelt so viele Tote als gemeldet und Tausende mehr Fälle. Die Schweiz macht Rückkehrer aus Serbien für einen Teil der hierzulande wieder steigenden Fallzahlen verantwortlich.

Besser als seine nördlichen Nachbarn schlägt sich indes Griechenland. Über 3400 Personen sind als infiziert gemeldet, 192 sind gestorben (3. 7.). Seit dem 15. Juni können Touristen aus Ländern, welche die Regierung in Athen als unbedenklich einstuft, wieder nach Athen und Thessaloniki fliegen. Auch die Regionalflughäfen arbeiten wieder. Allerdings wächst die Sorge, dass infizierte Touristen für eine zweite Welle sorgen könnten. Bei den obligatorischen Tests, die Touristen bei der Einreise vornehmen lassen müssen, wurden Anfang Juli bereits mehrere positive Fälle gefunden. Die dramatisch überfüllten Internierungslager auf den ostägäischen Inseln sind bisher von Coronavirus-Ausbrüchen verschont geblieben.

Die Vereinigten Staaten zählen mit mehr als 2,73 Millionen Infizierten die meisten bestätigten Fälle der Welt (3. 7.). Die Zahl der Toten liegt bei rund 128 700. In der Mehrzahl der Gliedstaaten zeigt die Kurve weiter nach oben. Der derzeitige Anstieg ist getrieben von einer rasanten Zunahme der bestätigten Infektionen in den südlichen Gliedstaaten wie Florida, Texas, Kalifornien und Arizona. Zwar ist auch die Zahl der durchgeführten Tests gestiegen, der Anteil der positiv Getesteten aber ebenso.

Wegen der rasanten Zunahme von Neuinfektionen sind die Lockerungen in einigen Staaten am Montag (29. 6.) wieder rückgängig gemacht worden. Bars, Fitnesszentren und Kinos in Arizona müssen wieder schliessen. Auch Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern sind zunächst bis Ende Juli wieder verboten. In Kalifornien müssen in 19 stark betroffenen Bezirken, darunter auch Los Angeles County, Restaurants ihre Innenbereiche wieder schliessen. Das gilt auch für den Betrieb von Kinos, Weingütern, Museen und Zoos. Auch in Texas wurde eine Schliessung von Bars angeordnet. Zudem gibt es für alle Bezirke mit 20 oder mehr Coronavirus-Fällen eine Maskenpflicht. Der Bezirk Los Angeles verfügte zudem für das kommende lange Wochenende um den Unabhängigkeitstag am 4. Juli eine Schliessung aller Strände, um Menschenmengen zu vermeiden. Auch in Teilen Floridas sollten die Strände geschlossen bleiben.

In Phoenix bereitet medizinisches Personal Hunderte von Corona-Test-Kits vor.

In Phoenix bereitet medizinisches Personal Hunderte von Corona-Test-Kits vor.

Matt York / AP

Diese Region ist derzeit am stärksten betroffen

New York ist das Zentrum der Epidemie in den USA. Rund 395 000 Menschen im Gliedstaat sind infiziert, über 32 000 Personen sind gestorben (3. 7.). Die Infektionsrate ist rückläufig. Am 22. Juni ist die Stadt New York in Phase zwei der Lockerungen übergegangen. Die dritte Phase der Lockerungen, die am 6. Juli beginnen sollte, kann möglicherweise nur eingeschränkt in Kraft treten.

Daten aus den Gliedstaaten Illinois und Michigan zeigen, dass Dunkelhäutige stärker betroffen sind. Laut Experten spiegelt dies die Ungleichheit bezüglich Gesundheitszustand und Zugang zu medizinischer Versorgung.

In Kanada wurde das Coronavirus aufgrund der besseren Testmöglichkeiten früher festgestellt als in Mittel- und Südamerika. Besonders Brasilien ist zum Epizentrum der Pandemie geworden.

Diese Länder sind derzeit am stärksten betroffen

In Kanada ist die Zahl der Infektionsfälle auf über 106 600 gestiegen (3. 7.), rund 8700 Personen sind gestorben. Die Regierung hat ein Einreiseverbot für Ausländer erlassen. Die Grenze zu den USA soll bis zum 21. Juli für nicht notwendige Reisen geschlossen bleiben.

Brasilien verzeichnet etwa 1,5 Millionen bestätigte Infektionsfälle und über 61 800 Tote (3. 7.) und damit nach den USA die zweitmeisten der Welt. Brasilien testet sehr wenig, weshalb von einer höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens sieben Mal so viele Menschen infiziert haben als bisher offiziell bekannt. Besonders betroffen sind indigene Volksgruppen. Präsident Jair Bolsonaro, der die Pandemie weiterhin verharmlost, ist am 23. Juni von einem Gericht in Brasilia zum Maskentragen im öffentlichen Raum verpflichtet worden. In der Hauptstadt gilt dies für alle.

In Peru und Chile zeichnen sich neue Hotspots ab: Peru steht mit rund 292 000 Infizierten und über 10 000 Toten weltweit auf Platz 5, Chile mit über 284 500 Fällen und über 5900 Toten weltweit auf Platz 7 (3. 7.) – und damit vor Spanien, Italien und Iran, die früher von der Pandemie betroffen waren und als Hotspots galten.

In Lima, Peru, stehen die Menschen Schlange, um Sauerstofftanks aufzufüllen. Sie dienen dazu, Covid-19-Patienten am Leben zu erhalten.

In Lima, Peru, stehen die Menschen Schlange, um Sauerstofftanks aufzufüllen. Sie dienen dazu, Covid-19-Patienten am Leben zu erhalten.

Sebastian Castaneda / Reuters

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

In Mittel- und Südamerika sind fast alle Länder betroffen. Die Anzahl der Personen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind, hat dort inzwischen die Marke von 100 000 überschritten.

Mexiko verzeichnet sehr hohe Fallzahlen. Insgesamt liegt die Infiziertenzahl bei rund 238 500, über 29 100 Tote sind bestätigt (3. 7.). Mexiko-Stadt, in deren Grossraum rund 22 Millionen Menschen leben, verzeichnet die meisten Fälle. Dennoch lässt die Regierung seit Ende Juni wegen eines leichten Rückgangs der Auslastung der Kliniken Lockerungen zu. Im Laufe der ersten Juli-Woche sollen sukzessive verschiedene Betriebe in begrenztem Umfang wieder öffnen dürfen.

In Venezuela gibt es laut offiziellen Zahlen über 6200 Infizierte und 57 Tote (3. 7.). Wegen der politischen Krise liegt das Gesundheitssystem des Landes am Boden.

In China kam es Mitte Juni erstmals seit eineinhalb Monaten in Peking auf dem Grossmarkt Xinfadi zu einem grösseren Ausbruch. Über 300 Neuinfektionen wurden festgestellt. Als Reaktion darauf haben die Behörden die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen, womit die Hauptstadt wieder teilweise abgeriegelt ist. Wer Peking verlassen will, muss einen negativen Corona-Test vorweisen und darf nicht in einem der Risikogebiete leben. Flüge wurden drastisch reduziert, auch der Busverkehr in andere Provinzen wurde eingestellt. Laut Medienberichten soll auf dem Markt eine bisher unbekannte Mutation des Virus gefunden worden sein.

China galt Anfang des Jahres als das Zentrum der Pandemie. Insgesamt hat das Land rund 84 800 Infektionsfälle (3. 7.) und über 4640 Todesfälle gemeldet.

Kommt die zweite Welle? Peking hat wieder mit Covid-19 zu kämpfen

China meldet nur wenige derzeit Erkrankte

Bestätigte Coronavirus-Fälle in China, nach Status der Patienten (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

2 Die Behörden korrigieren die Zahl der Toten in Wuhan um 1290 nach oben.

Dieses Land ist in Asien am stärksten betroffen

Indien liegt bei der Zahl der bekannten Coronavirus-Infektionen inzwischen weltweit auf Platz vier – hinter den USA, Brasilien und Russland. Die Zahl der Infektionen ist in den vergangenen Tagen rasch angestiegen. Derzeit (3. 7.) gibt es laut offiziellen Angaben über 625 500 nachgewiesene Fälle und über 18 200 Tote. Trotzdem lockert das Land die Massnahmen, da Millionen von Menschen arbeitslos geworden sind und Angst haben, zu verhungern.

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Südkorea gilt wegen seiner Test- und Quarantänemassnahmen als Vorbild. Doch mittlerweile sehen die Gesundheitsbehörden das Land einer zweiten Infektionswelle mit Schwerpunkt in und um Seoul ausgesetzt. Wegen der Häufung von Infektionen in Bars und Nachtklubs sind in der Hauptstadt sämtliche nächtliche Unterhaltungseinrichtungen geschlossen. Für Fahrgäste in öffentlichen Transportmitteln inklusive Flugzeugen gilt eine Maskenpflicht. Bisher gibt es in Südkorea rund 13 000 Fälle, 282 Personen sind gestorben (3. 7.).

Nordkorea zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die bisher keine Coronavirus-Infektionen bestätigt haben. Laut WHO-Angaben führt Nordkorea Tests durch; Anfang Juli verkündete Machthaber Kim Jong Un, dass man bisher über 900 Personen getestet habe und alle Ergebnisse negativ gewesen seien. Die Schulen sind laut WHO-Angaben geschlossen, im öffentlichen Leben gilt Maskenpflicht. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat bei einem Treffen mit der Führung der Arbeiterpartei erklärt, dass es Nordkorea geschafft habe, das Eindringen des Coronavirus ins Land zu verhindern. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag (3. 7.). Hunderte von Personen, vor allem solche, die mit Fracht an Meeres- und Landgrenzen zu tun haben, werden angeblich regelmässig unter Quarantäne gestellt und beobachtet.

In Japan sind Geschäfte, Schulen, Kinos und Fitnessstudios in den meisten Landesteilen wieder geöffnet. Die japanische Hauptstadt Tokio verzeichnete allerdings am 3. Juli mit 120 Neuinfektionen und 107 am Vortag die höchsten Zahlen seit Anfang Mai. Die Metropole mit 14 Millionen Einwohnern hatte zunächst 20 als täglichen Grenzwert für Neuinfektionen angesetzt, seit der rund sechswöchige Notstand am 25. Mai aufgehoben wurde. Bei Werten darüber sollten Massnahmen wieder verschärft werden. Seither betrug die Zahl der täglichen Neuinfektionen jedoch häufig über 50. Anlass zur Sorge gaben zuletzt vor allem Cluster im Nachtleben und in Spitälern. Japan zählt über 19 150 Infektionen und über 977 Todesfälle (3. 7.).

Pakistans Spitäler sind Wochen nach der Lockerung der Beschränkungen zunehmend überfüllt. Pakistan verzeichnet rund 221 900 bestätigte Fälle und rund 4550 Tote (3. 7.). Aussenminister Shah Mahmood Qureshi wurde am 3. Juli ebenfalls positiv auf das Virus getestet.

In Hyderabad, Pakistan, wird ein Knabe auf das Coronavirus getestet.

In Hyderabad, Pakistan, wird ein Knabe auf das Coronavirus getestet.

Pervez Masih / AP

In Singapur sind Geschäfte und Schulen wieder offen. Insgesamt sind in Singapur über 44 300 Fälle gemeldet, 26 Personen sind verstorben (3. 7.). In Zukunft soll jeder Bewohner einen Coronavirus-Melder tragen, was die Suche nach den Kontakten Infizierter erleichtern soll.

In anderen Teilen Asiens ist die Bewegungsfreiheit nach wie vor eingeschränkt. Malaysia, Indonesien, Vietnam und Hongkong haben Einreisebeschränkungen und teilweise Ausgangssperren erlassen.

Iran verzeichnete Anfang Juni einen neuen Höchststand an Coronavirus-Fällen innerhalb von 24 Stunden. Das Land hatte sich kurz nach Beginn der Pandemie nach China zu einem der am stärksten betroffenen Länder weltweit entwickelt. Schiitische Pilger trugen anfänglich das Virus auch in Nachbarländer wie den Irak, Bahrain und Kuwait, die mit starken Abschottungsmassnahmen reagierten.

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Iran verzeichnet noch immer die meisten Fälle in der Region. Über 235 400 Personen sind positiv getestet worden, rund 11 260 Personen sind gestorben (3. 7.). Es gilt ein Reiseverbot.

In Saudiarabien ist am 23. Juni mit fast 5000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages ein neuer Höchststand an Neuerkrankungen verzeichnet worden. So sind rund 197 600 Infektionsfälle (3. 7.) bekannt, über 1750 Erkrankte sind verstorben. Trotzdem sind ab dem 21. Juni alle Beschränkungen gefallen.

In Iran stieg die Zahl der Infizierten für einige Zeit wieder an

Bestätigte Coronavirus-Fälle, nach Status der Patienten (in Tausend)

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Waren die meisten Länder der Region, abgesehen von Iran, eher moderat von der Pandemie getroffen, stiegen auch hier die Zahlen. Dank Beschränkungen sind auch hier die Infektionsraten teilweise rückläufig.

Israel hat angesichts eines Rekordwerts von Neuinfektionen neue Einschränkungen verhängt. Versammlungen sollen demnach wieder beschränkt werden. In Festhallen, Bars und Clubs dürfen nur noch bis zu 50 statt zuvor 250 Menschen zusammenkommen. An anderen geschlossenen Orten, darunter auch Gebetshäuser, dürfen sich nur noch bis zu 20 Menschen versammeln. Nachweislich infiziert sind bisher über 27 600 Personen, 326 sind verstorben (3. 7.).

In Syrien hat Machthaber Bashar al-Asad die für Mai geplante Parlamentswahl ein zweites Mal verschoben. Neuer Termin ist der 19. Juli. Das Gesundheitsministerium hat bisher rund 330 Coronavirus-Fälle gemeldet, darunter 10 Tote (3. 7.). Die Dunkelziffer wird deutlich höher geschätzt.

In Afrika ist die Todesrate bisher niedrig, was mit den frühen Beschränkungen zu tun haben könnte sowie mit der mehrheitlich jungen Bevölkerung (60 Prozent sind jünger als 25 Jahre alt).

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Zurzeit melden Südafrika (mehr als 168 000 Fälle) und Ägypten (rund 71 300 Fälle) die höchsten offiziellen Zahlen in Afrika (3. 7.). In Südafrika steigt die Zahl der Corona-Infektionen rasant an. Innerhalb eines Tages meldeten die Behörden am 2. Juli nach den letzten verfügbaren Zahlen 8124 neue Fälle sowie 92 neue Todesfälle. Nach der Westkap-Provinz mit Kapstadt als Zentrum entwickelt sich nun das Wirtschaftszentrum rund um Johannesburg zur Schwerpunktregion. In Südafrika sind über 2840 Personen verstorben, in Ägypten über 3100 Personen. Ägypten lässt seit 1. Juli wieder ausländische Reisende ins Land. Der Tourismus, der 12 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) ausmacht, bleibt allerdings auf drei Küstenprovinzen beschränkt.

Mitarbeiter eines Luxushotels in Ägypten.

Mitarbeiter eines Luxushotels in Ägypten.

Mohamed Abd El Ghany / Reuters

So gestaltet sich die allgemeine Situation auf dem Kontinent

Zahlreiche Länder haben Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren erlassen. Viele Regierungen in Afrika sind autoritär. Beschränkungen werden unreflektiert verhängt, obwohl viele Menschen von der Hand in den Mund leben. Auch Versicherungen gibt es kaum und die versprochenen Staatshilfen kommen – falls überhaupt – zu spät an. Dies führt zu Revolten wie in Kamerun, Simbabwe oder Niger. Die Sicherheitskräfte haben diese bisher gewalttätig niedergeschlagen.

Australien meldet über 8060 Fälle. 104 Personen sind bisher nach einer Infektion gestorben (3. 7.). Im Gliedstaat Victoria wurden nach neuen Ausbrüchen in mehreren Regionen erneut Ausgangsbeschränkungen für rund eine Million Menschen erlassen. In Melbourne wurde am 1. Juli für rund 300 000 Bewohner von mehreren Vororten ein Lockdown verhängt. Andere Gliedstaaten haben ihre Grenzen für Reisende aus Victoria vorläufig geschlossen. Die Schulen und die Wirtschaft im Land sind wieder geöffnet. Internationaler Tourismus soll erst wieder ab 2021 möglich sein. Ankommende Flugpassagiere müssen zwei Wochen in Hotel-Quarantäne.

Aufnahme vom 1. Juni am berühmten Bondi Beach in Australien, wo die Corona-Beschränkungen langsam wieder gelockert werden.

Aufnahme vom 1. Juni am berühmten Bondi Beach in Australien, wo die Corona-Beschränkungen langsam wieder gelockert werden.

James Gourley / EPA

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Nachdem Neuseeland während drei Wochen keine aktiven Coronavirus-Fälle mehr vermeldet hatte, gab es seit dem 16. Juni insgesamt vier Infizierte, allesamt Reisende aus dem Ausland. Mitte Juni hatte Neuseeland die Corona-Krise für beendet erklärt und Sportveranstaltungen ohne Einschränkungen wieder erlaubt. Neuseeland registrierte zuletzt 1530 Fälle seit Beginn der Pandemie und 22 Tote (2. 7.). Neuseeland ist eines der wenigen Länder, in dem es zu keinem signifikanten Ausbruch gekommen ist. Die Regierung hatte das öffentliche Leben frühzeitig beschränkt. Am 2. Juli trat Gesundheitsminister David Clark nach einigen Pannen im Umgang mit Quarantäne-Einrichtungen sowie persönlichen Verfehlungen während des Lockdowns zurück.

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab. Dort gibt es vereinzelte Fälle.

Bis Ende des Jahres könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein oder zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus vorliegen. Wenn alles glatt laufe mit den derzeitigen Studien, könnten dann auch schon einige Hundert Millionen Impfdosen hergestellt sein, hiess es Mitte Juni vonseiten der WHO. An rund 200 möglichen Impfstoffen wird zur Zeit geforscht, ein knappes Dutzend wird bereits am Menschen getestet. Bis Ende 2021 könnten laut WHO zwei Milliarden Impfdosen vorliegen.

Die WHO hat die vorläufigen Ergebnisse einer britischen Studie zum Entzündungshemmer Dexamethason als Durchbruch bezeichnet. Federführende Wissenschafter der Universität Oxford haben nachgewiesen, dass die Sterberate mit Dexamethason um einen Drittel sank. Die Ergebnisse der «Recovery»-Studie sind bisher allerdings noch nicht von anderen Experten begutachtet worden. Das ist ein wesentlicher Schritt für die allgemeine Akzeptanz der Ergebnisse.

Tests mit anderen bereits vorhandenen Medikamenten laufen. Dazu zählen das antivirale, gegen Ebola entwickelte Medikament Remdesivir, zwei Malariamittel (Chloroquin und Hydroxychloroquin), eine Kombination zweier HIV-Medikamente (Lopinavir und Ritonavir) sowie diese zwei Präparate zusammen mit Interferon-Beta, einem Mittel zur Behandlung von Multipler Sklerose. Studien mit dem zunächst als Wundermittel gefeierten Malaria-Medikament Hydroxychloroquin werden zunehmend eingestellt. Nach Einschätzung der WHO reduziere das Mittel die Sterblichkeit von schwer erkrankten Patienten nicht.

In Deutschland hat das Mainzer Unternehmen Biontech, das zusammen mit dem Pharma-Riesen Pfizer an einem Impfstoff arbeitet, als erstes die Zulassung für Tests an Menschen bekommen. Die EU hat Biontech für die Impfstoff-Entwicklung bis zu 100 Millionen Euro als Kredit von der Europäischen Investitionsbank zur Verfügung gestellt. Die deutsche Regierung stieg Mitte Juni mit 300 Millionen Euro bei der Firma CureVac ein, die an einem Impfstoff forscht.

Die USA wollen mit ihrem Projekt «Operation Warp Speed» bis zum Jahresende einen Impfstoff entwickeln. Amerikanische Spitäler dürfen seit Mai das Ebola-Medikament Remdesivir einsetzen. Eine klinische Studie hatte gezeigt, dass der Wirkstoff bei Covid-19-Patienten die Genesungszeit um mehrere Tage verkürzen kann.

Am 1. Juli wurde bekannt, dass sich die Trump-Regierung fast alle Dosen des Medikaments Remdesivir bis September gesichert hat. Das amerikanische Biotech-Unternehmen Gilead Sciences hatte am Montag den Preis für den amerikanischen Markt festgelegt: Eine fünftägige Behandlung werde bei Bestellung durch die amerikanische Regierung 2340 Dollar pro Patient kosten, schrieb Gilead-Chef Daniel O'Day in einem offenen Brief. Für private Krankenversicherungen sei der Preis etwa ein Drittel höher. Bei diesem Preis hätten seiner Einschätzung nach alle Menschen Zugang zu dem Wirkstoff, schrieb O'Day.

Der Arzneimittelhersteller Gilead führt laut eigener Aussage Gespräche mit Chemikalien- und Arzneimittelherstellern, um das experimentelle Medikament für Europa, Asien und Entwicklungsländer bis spätestens 2022 herzustellen. Für bedürftigere Länder werde es generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

Die Beschränkungen haben ganze Wirtschaftszweige lahmgelegt. Entsprechend erwartet der Internationale Währungsfonds (IMF) die schlimmste Rezession seit der Grossen Depression. Unter der Annahme, dass die Pandemie im zweiten Quartal 2020 ihren Höhepunkt erreicht, erwartet der IMF einen Rückgang der realen Weltwirtschaftsleistung (BIP) um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Falls die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte abklingt, ist 2021 jedoch ein Wiederaufschwung mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 5,4 Prozent zu erwarten. Für Asien prognostizierte der IMF im April zum ersten Mal seit 60 Jahren ein Nullwachstum.

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation sind fast die Hälfte der 3,3 Milliarden Arbeitskräfte weltweit wegen der Massnahmen gegen das Virus in ihrer Existenz bedroht. Betroffen seien vor allem 1,6 der zwei Milliarden Menschen, die irregulärer Arbeit nachgehen. Ihr Einkommen sei im weltweiten Durchschnitt um 60 Prozent eingebrochen, in Afrika und Lateinamerika sogar um mehr als 80 Prozent.

Viele Notenbanken haben ihre Leitzinsen reduziert und auch die übrigen geldpolitischen Instrumente praktisch ausgeschöpft, um Kredite zu verbilligen sowie Investitionen und Konsum anzukurbeln. Die Regierungen helfen betroffenen Unternehmen mit Sofortzahlungen.

Nach langen Verhandlungen haben sich die Mitgliedstaaten der EU auf ein Hilfspaket für die europäische Wirtschaft in der Höhe von 540 Milliarden Euro einigen können. Der EU-Gipfel hat das vereinbarte Paket am 23. April gebilligt. Zudem soll es laut Deutschland und Frankreich einen Wiederaufbaufonds in der Höhe von 500 Milliarden Euro geben. Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande haben einen Gegenvorschlag zu dem deutsch-französischen Vorstoss für einen Corona-Wiederaufbauplan vorgelegt. Darin sprechen sich die vier Länder für einen einmaligen Notfall-Fonds zur Stärkung der EU-Wirtschaft aus. Sie machten deutlich, dass sie einer Vergemeinschaftung von Schulden und einer Erhöhung des EU-Budgets nicht zustimmen werden. Die EU-Kommission ihrerseits schlug am 27. Mai Wiederaufbau-Hilfen in der Höhe von 1850 Milliarden Euro vor.

Der Uno-Sicherheitsrat hat am 1. Juli nach dreimonatigen Verhandlungen eine umstrittene Corona-Resolution verabschiedet. Alle 15 Mitglieder des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen stimmten einem französisch-tunesischen Entwurf zu. Der Text unterstützt vor allem die Aufforderung von Uno-Generalsekretär António Guterres zu einer globalen Waffenruhe während der Pandemie.

Weltweit wurden zahlreiche Grossveranstaltungen abgesagt oder verschoben. Dazu gehören das Oktoberfest in München, die Olympischen Sommerspiele, die Fussball-Europameisterschaft, der Eurovision Song Contest, die Expo 2020 in Dubai sowie zahlreiche andere Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich.

So geht der Sport mit der Corona-Krise um

Anfang Januar 2020 teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Nach verschiedenen Studien sind die ersten Fälle von Covid-19 in Wuhan, China, Ende November oder Anfang Dezember aufgetreten. Gleichzeitig gibt es aber auch Hinweise darauf, dass das neue Coronavirus schon Wochen oder Monate früher in Südchina zirkuliert haben könnte, möglicherweise sogar im August. Der Stammbaum des Virus lässt sich über die Veränderungen in seinem Genom nachvollziehen (Details hier).

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sein könnten.

Es kursieren Verschwörungstheorien, wonach das Virus in einem Labor in Wuhan gezüchtet worden sei. Auch der amerikanische Präsident Donald Trump äusserte sich derart. Diese Vorwürfe wies Yuan Zhiming, Chef des Instituts für Virologie in Wuhan, zurück. Auch die WHO ist der Ansicht, das Virus sei tierischen Ursprungs.

Anfang Mai hat die WHO alle Länder dazu aufgefordert, Fälle von Lungenentzündungen Ende 2019 zu überprüfen. Damit reagierte die WHO auf einen Bericht aus Frankreich, wonach Covid-19 bereits am 27. Dezember bei einem Mann in einem französischen Spital behandelt worden sei, fast einen Monat bevor die französische Regierung die ersten Fälle bestätigte. Die später als Covid-19 identifizierte Krankheit wurde der WHO von den chinesischen Behörden zum ersten Mal am 31. Dezember gemeldet. Zum Bericht

Wie sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat

Zum Zeitpunkt Erkrankte (ohne Geheilte/Tote) pro Land oder chinesische Provinz

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen «Sars-CoV-2» (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde «Covid-19» (coronavirus disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

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