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Sängerin, Diva und Vorbild: Oumou Sangaré zeigt den Weg

Sie ist Afrikas grösste lebende Sängerin neben Angélique Kidjo, setzt sich gegen Polygamie, Zwangsheirat und Beschneidung von Frauen ein und ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau.

Oumou Sangaré, die vor 25 Jahren eine der ersten grossen Diven der Weltmusik war, kehrt nun nach Ausflügen in den elektronischen Pop wieder zu ihren Wurzeln zurück. Das neue Album der 52-Jährigen heisst bezeichnenderweise schlicht und einfach «Acoustic», und es ist eine intime Neufassung ihres vor drei Jahren erschienenen Werks «Mogoya» – mit den ruppigen Rhythmen der Stegharfe Kamalengoni, mit Perkussion, Akustikgitarre und dem typisch majestätischen Gesang ihrer Heimatregion Wassoulou, im tropischen Süden Malis.

«Diese kleine Besetzung hat mir gefehlt», so Sangaré im Gespräch. «Viele Leute kamen zu mir und sagten: ‹Oumou, man hört ja deine Stimme gar nicht bei diesen grossen Bands.› Es war also eine Mischung aus Nachfrage und eigenem Bedürfnis, zu diesen traditionellen In­strumenten zurückzukehren.»

Beyoncé hat ihre Musik gesampelt

Oumou Sangaré ist stolz, dass selbst Beyoncé vor kurzem ihre Musik im Stück «Mood 4 Eva» sampelte. Doch sie sieht sich ganz klar als Botschafterin einer Kultur, die sich nicht vom Westen vereinnahmen lassen will. «Ich bin die Hüterin eines Erbes, das von der ganzen Welt begehrt wird. Und ich kann mich der Welt auch nicht verschliessen, denn ich bin ja viel auf Reisen, aber dabei muss ich immer meine Identität bewahren», sagt sie.

Identität ist auch ihr Thema abseits der Musik. Sangaré, die sich als Jugendliche in den Strassen von Bamako singend durchschlagen musste, um sich und ihre alleinerziehende Mutter zu finanzieren, betreibt heute in Bamako ihr eigenes Hotel, im Wassoulou-Ort Yanfolila ein Touristen-Resort mit Nachtclub, und sie hat ihre eigene Automarke namens «Oum Sang» kreiert. Man sollte aber nicht verschweigen, dass sie dabei mit China kooperiert.

Sie ist ein Rollenmodell für junge Malierinnen überall auf der Welt, selbst der Megastar mit malischen Wurzeln Aya Nakamura beruft sich auf sie. Ihr unerschütterlicher Kampf gegen Polygamie und Beschneidung zeigt erste Auswirkungen. «Von einer durchgreifenden Änderung können wir aber noch nicht sprechen», wägt sie ab. «Um die Position der Frau in der Wassoulou-Region, in Mali und in Afrika zu stärken, da muss sich noch vieles punkto Mentalität tun.»

Oumou Sangaré: Acoustic

(No Format). Digital erhältlich. Physisch ab 28.8.

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