Switzerland

«Sabine» streichelte Wald nur

«Wald im Stress» – unter diesem Titel lud der Verein Erlebnisraum Tafeljura am Dienstagabend Fachleute aus verschiedenen Bereichen zur Diskussion nach Tenniken ein. Im Mittelpunkt vor dem rund 70-köpfigen Publikum stand dabei vor allem einer: Kantonsförster Ueli Meier. Dies nicht nur wegen seines Fachwissens, sondern auch wegen der Aktualität in Form von «Sabine».

Zumindest bezüglich dieses neuesten Sturms konnte Meier aber entwarnen: «Das nach den Hitzesommern zirkulierende Schreckensszenario, dass der nächste Sturm alle dürren Bäume umlegen würde, ist nicht eingetroffen.» «Sabine» habe zwar Löcher hinterlassen, aber keine Flächenschäden wie etwa «Lothar». Denn «Sabine» sei trotz höherer Geschwindigkeit sanfter mit dem Wald umgegangen, weil ihre Böen nicht wie jene von «Lothar» aus dem Nichts plötzlich auf 150 Stundenkilometern beschleunigten.

In Zahlen: «Sabine» fällte nach Stand gestern in den beiden Basel weniger als 1000 Kubikmeter Holz, «Lothar» vor 20 Jahren über 200 000 Kubikmeter. Generell fallen Winterstürmen mehr Nadelhölzer zum Opfer, weil sie mehr Angriffsflächen bieten als die blattlosen Laubbäume. Meiers wirkliche Wald-Sorgen sind andere: «Mich beschäftigt, was uns im Frühling beim Austreiben der Laubbäume erwartet. Denn im dritten Jahr nach längerer Trockenheit werden die Auswirkungen so richtig ersichtlich.»

Grosse Produktion von Früchten vor dem Tod

Verstärkt haben Meiers Sorgen neue Erkenntnisse aus dem von der Uni Basel gross angelegten Experiment im Hölsteiner Wald, bei dem der Klimawandel simuliert wird. Meier erklärt gegenüber der bz: «Dort verdursten nicht nur Bäume, sondern sie verhungern auch wegen eines Mechanismus, mit dem sie auf die Trockenheit reagieren.»

Das funktioniert so: Die Blätter haben auf der Unterseite Spaltöffnungen, mit denen sie Sauerstoff und Kohlenstoff aufnehmen. Damit produzieren die Bäume Traubenzucker für ihre Ernährung. Mangelt es ihnen wegen der Trockenheit an Wasser, schliessen die Spaltöffnungen an den Blättern, damit nicht noch Wasser verdunstet. Somit kann auch kein Traubenzucker mehr produziert werden und die Bäume verhungern, falls dieser Mechanismus über längere Zeit spielt. Zudem leidet der Wald nach wie vor am übermässigen Stickstoffeintrag, der die Wurzelbildung und damit die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt.

Meier machte zur Veranschaulichung einen Vergleich mit der menschlichen Gesundheit: «Wenn Sie erkältet sind, ist das harmlos. Wenn Sie dann aber noch ein Grippe-Virus einfangen, sind Sie gefährdet.» Menschen denken in alarmierenden Momenten an das Aufsetzen ihres Testaments. Auch bei den Bäumen stehen in solchen Momenten die Nachkommen im Vordergrund. Meier: «Früher gab es alle fünf bis acht Jahre ein Mastjahr, jetzt produzieren Buchen und Eichen fast jedes zweite Jahr überdurchschnittlich viele Früchte. Das ist Ausdruck vom Ableben der Bäume nach dem Motto ‹wir produzieren noch möglichst viele Nachfolger›.» Das betreffe vor allem ältere Bäume, bei den jungen sei die Vitalität grösser.
Meier spricht beim Umgang mit dem angeschlagenen Wald lieber von «Change Management» als von Krisenbewältigung: «Wir stehen in einer Phase der Verunsicherung, in der bisherige ‹Rezepte› nicht mehr funktionieren. Damit müssen wir umgehen, indem wir Neues ausprobieren, bei dem wir nicht wissen, ob es klappt.»

Der Kantonsförster erwähnt dazu das Beispiel Edelkastanie: Das Amt für Wald empfiehlt für den Wald der Zukunft auch diese Baumart; das nebst Eichen, Linden sowie diversen Ahorn- und Kirschenarten. Die Edelkastanie ist trockenresistent und erzielt einen guten Holzpreis. Unsere Kalkböden sind aber nicht ideal für sie und mancherorts leidet der «Marroni-Baum» unter einem Pilz, der Kastanienkrebs verursacht. Doch je artenreicher ein Wald sei, desto kleiner sei das Risiko eines grossflächigen Scheiterns unter der Klimaerwärmung, sagt Meier.

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