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Prävention: So schützt du dich vor dem Coronavirus

Das neue Coronavirus (Sars-CoV-2) ist in Europa. In Italien starben bereits vier Personen an der vom Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 (siehe Video). In Frankreich starb ein chinesischer Tourist. Fälle wurden zudem aus und Deutschland, Spanien, Belgien, Finnland und Schweden gemeldet. Weltweit sind mehr rund 80'000 Menschen infiziert, die grosse Mehrheit davon in der chinesischen Provinz Hubei. In der dortigen Metropole Wuhan ist das Virus erstmals auf einem Tiermarkt von Tieren auf den Menschen übergesprungen. Mindestens 2619 Personen sind daran gestorben, die meisten davon waren über 60 Jahre alt und gesundheitlich bereits angeschlagen.

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Wie kann ich mich schützen?

Hier gelten die gleichen Empfehlungen wie bei der saisonalen Grippe. Am wichtigsten ist eine gute persönliche Hygiene. Dabei steht häufiges und gründliches Händewaschen im Vordergrund (siehe Video unten). Zusätzlich zum Händewaschen mit Seife kann auch Händedesinfektionsmittel verwendet werden. Man soll zudem vermeiden, mit ungewaschenen Händen Mund, Nase oder Augen zu berühren. Denn das Virus gelangt über die Schleimhäute in den Körper. Weiterhin gilt auch: Beim Husten und Niesen soll der Mund mit der Armbeuge abgedeckt werden. Oder noch besser sollte man in ein Papiertaschentuch niesen oder husten. Nach Möglichkeit sollten kranke Menschen gemieden werden.

Übrigens: Wie Händewaschen richtig geht, zeigt das folgende Video des Bundesamtes für Gesundheit. Wer nicht in Kauf nehmen will, sich selbst oder andere Menschen mit Krankheiten anzustecken, sollte es sich – unabhängig vom neuen Coronavirus – zu Herzen nehmen.

Schützen Masken gegen eine Ansteckung?

Auch wenn das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit in Wuhan vorgeschrieben ist: Die einfachen Masken, auch Mund-Nasen-Schutz genannt, schützen nur unzuverlässig vor Ansteckungen mit dem Coronavirus, da die Übertragung vermutlich mittels Tröpfcheninfektion erfolgt. Die Masken schliessen nicht dicht, haben keinen Luftfilter und lassen die Augen frei. Sie können allerdings davor schützen, dass man sich mit den Fingern an Mund oder Nase berührt, was laut einer Studie von 2016 rund 23-mal pro Stunde passiert.

Das Problem bei Masken ist zudem, dass sie meist nicht richtig gehandhabt werden. Man trägt sie nicht ununterbrochen, greift darunter, wenn es im Gesicht juckt, legt sie zum Telefonieren ab und tauscht sie zu wenig oft aus. Wer allerdings aus dem Risikogebiet zurückgereist ist oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte, sollte eine Maske tragen, um andere vor einer Ansteckung zu schützen, wie die amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC rät.

Wie lange überlebt das Virus ausserhalb des Körpers auf Oberflächen?

Die kurze Antwort ist: Niemand weiss es. Es gibt aber Studien zu vergleichbare Coronaviren wie Sars (Severe Acute Respiratory Syndrome) und Mers (Middle East Respiratory Syndrome). Diese Viren können auf Oberflächen wie Metall, Glas oder Plastik bis zu 9, auf Papier bis zu 5 Tage überleben, wie deutsche Forscher im «Journal of Hospital Infection» schreiben. Ob sich das neue Virus auf Oberflächen gleich verhält, können sie aber nicht sagen. Auch nicht, wie schnell und wie viele Viren bei Berührung von kontaminierten Oberflächen an den Händen kleben bleiben.

Wie kann ich Oberflächen am besten dekontaminieren?

Gut wirken gewöhnlicher Alkohol und Natriumhypochlorit (NaClO), das in Haushaltsbleichmitteln vorhanden ist. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) empfiehlt, Oberflächen nach nach dem normalen Putzen mit 70-prozentigem Ethanol einzureiben. Alternativ können Flächen nach der Reinigung Flächen auch mit einer 0,1-prozentigen NaClO-Lösung abgerieben werden. Das ist 1/50 der in Bleichmitteln für den Haushalt üblichen Konzentration von 5 Prozent. Allerdings ist NaClO nicht für alle Oberflächen geeignet. Hier gibts die Empfehlungen der ECDC als PDF. Alternativ kann laut BAG 0,1-prozentiges Javelwasser (Kaliumhypochlorit) verwendet werden.

Wie erkenne ich, ob ich infiziert bin?

Infizierte klagen in den meisten Fällen über Husten, Fieber und Kurzatmigkeit, zum Teil auch über Übelkeit und Durchfall. Mildere Fälle gleichen also der saisonalen Grippe. Bei schwerer Erkrankung kommt es zu einer Lungenentzündung. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann bis zu 14 Tage betragen.

Was passiert bei einem Verdachtsfall?

Bei einem Verdachtsfall wird die erkrankte Person vom Arzt nach Reisen, Kontakten mit Infizierten sowie Krankheitssymptomen befragt und isoliert. Ärzte und Labors müssen Fälle mit Verdacht auf Coronavirus innert zweier Stunden den Kantonen und dem Bund melden. Dann wird ein Rachen-Nasen-Abstrich ans Referenzzentrum für neuauftretende Virusinfektionen am Universitätsspital Genf geschickt. Dort dauert es acht Stunden, bis ein Testresultat vorliegt. Erst wenn ausgeschlossen werden kann, dass das Sars-CoV-2 oder ein anderes gefährliches Virus für die Erkrankung verantwortlich ist, darf die Quarantäne aufgehoben werden. Bestätigt sich eine Infektion, müssten auch enge Kontaktpersonen für zwei Wochen in Quarantäne.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Da es sich um eine virale Erkrankung handelt, nützen Antibiotika nichts. Das heisst, der Körper muss sich selber heilen. Es können nur die Symptome behandelt werden. Erkrankte brauchen viel Ruhe und sollten genug trinken. Bei einer schweren Lungenentzündung muss der Patient möglicherweise künstlich beatmet werden. Es gibt keine zugelassenen Medikamente für die Behandlung von Coronaviren.

Gibt es einen Impfstoff?

Nein. Allerdings arbeiten Forscher auf Hochtouren daran, einen Impfstoff zu entwickeln. Da das neue Coronavirus sehr schnell identifiziert werden konnte, besteht die Hoffnung, dass bereits in einigen Monaten ein Impfstoff getestet werden kann. Wann aber ein marktfähiges Produkt zur Verfügung stehen wird, kann zurzeit nicht abgeschätzt werden.

Eine erste Version dieses Artikels erschien am 27. Januar 2020.

(jcg)