Switzerland

Pandemie-Massnahmen retteten schon 340 Schweizern das Leben

Laut einer Studie haben «Lockdown» und Social Distancing in elf europäischen Ländern bereits zehndausende Menschen vor dem Tod durch Covid-19 bewahrt.

Polizisten patrouillieren in Lausanne, um die Ansammlung von mehr als fünf Personen zu verhindern. Bild: Laurent Gillieron/Keystone

Die Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie haben einer Studie zufolge bisher 59'000 Menschen in elf europäischen Ländern das Leben gerettet. In der Schweiz kamen dank der Beschränkungen 340 Menschen bis Ende März mit dem Leben davon.

Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern des Imperial College London hervor.

Die Forscher untersuchten die Auswirkungen der verschiedenen Massnahmen, die in elf Ländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten ergriffen worden waren. Dazu zählten Quarantäne für Infizierte, die Schliessung von Schulen und Universitäten, Versammlungsverbote, Abstandsregelungen und Ausgangssperren. Der Studie liegt die Annahme zugrunde, dass die gleiche Massnahme in verschiedenen Ländern vergleichbare Auswirkungen hat.

38'000 Gerettete in Italien

Im stark von der Pandemie betroffenen Italien, das als erstes Land strikte Massnahmen ergriffen hatte, wurden demnach die meisten Menschenleben gerettet. Die Wissenschaftler schätzen, dass dort 38'000 Menschen vor dem Tod bewahrt werden konnten. In Spanien waren es demnach 16'000 Menschen, in Frankreich 2500, in Belgien 560, in Deutschland 550, in Grossbritannien 370, in der Schweiz 340, in Österreich 140, in Schweden 82, in Dänemark 69 und in Norwegen 10.

Die Wissenschaftler schätzen, dass sich in den elf Ländern insgesamt zwischen sieben und 43 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Die offiziell bestätigten Zahlen sind deutlich niedriger. Dies erklärt sich den Forschern zufolge dadurch, dass Infizierte in vielen Fällen nur «milde oder gar keine Symptome» aufweisen. Zudem würden viele Infektionen wegen der «begrenzten» Testmöglichkeiten nicht erkannt, heisst es in der Studie.

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