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Oviedo-Verteidiger Grippo (31) über die Ausgangssperre in Spanien: «Auf der Strasse patrouilliert das Militär!»

Es ist erst einen Monat her. Noch am 6. März sagte Simone Grippo (31) zu BLICK, dass das Coronavirus in Oviedo irgendwie noch nicht angekommen sei, dass einige seiner Mitspieler in der Kabine gar noch darüber scherzen würden.

Zum Scherzen ist den Spaniern längst nicht mehr zumute. Das Virus hat das Land mit voller Wucht getroffen. Aus Spass sei innert Minuten Ernst geworden, sagt Grippo. «Am 15. März haben wir am Vormittag noch trainiert, am Nachmittag wurde dann der komplette Lockdown beschlossen. Von null auf hundert – das ist krass.»

Längst sind die Auflagen in Spanien schärfer als in der Schweiz. Weil die Zahlen der Toten und Infizierten immer weiter nach oben klettern, wurde letzten Sonntag eine Verschärfung der herrschenden Ausgangssperre beschlossen. Grippo: «Man darf das Haus nur noch verlassen, um Lebensmittel einzukaufen oder um zum Arzt zu gehen. Auf der Strasse patrouilliert das Militär zu Fuss in Dreiergruppen. Und die Polizisten sind im Auto unterwegs, um zu kontrollieren.»
Grippo und seine Teamkollegen haben die Auflage des Klubs bekommen, Oviedo nicht zu verlassen.

Wohnung ist ein «halbes Gym»

Heisst: Der Verteidiger, seine Freundin Melissa und ihr dreijähriger Sohn Teo sind in ihrer Wohnung eingesperrt. Im Wald oder am Strand spazieren liegt nicht mehr drin. «Von unserem Balkon aus sehen wir den grossen, grünen Stadtpark. Fünfzehn Minuten von hier ist das Meer mit dem schönen Strand. Alles ist so nah und doch so weit weg! Es stimmt schon: Man merkt erst, was man hat, wenn es weg ist ...»

Zum Glück haben die Grippos neben einer grossen Wohnung auch eine Garage. «In der Wohnung habe ich mir ein halbes Gym eingerichtet. In der Garage absolviere ich mein Lauftraining, da spielen wir auch oft mit Teo. Im Moment geht es uns noch gut zu Hause, wir sind noch beschäftigt. Aber es wird sicher komplizierter werden», sagt der ehemalige Basel-Junior, der nach Stationen in Bellinzona, Italien, Lugano, Genf und Vaduz sein Glück in Spanien gefunden hat.

Als Familie mit Kind maximal 1000 Euro

Nur ein Familienmitglied dürfe jeweils zum Einkaufen raus, sagt Grippo, «vor einigen Tagen wurde ich von der Polizei im Auto überprüft. Erst als die Polizisten meine Einkaufstüten gesehen haben, durfte ich weiterfahren.» Die Situation in Spanien ist beängstigend. «Klar machen wir uns Sorgen. Hier sind schon viele Menschen gestorben und immer mehr werden infiziert», sagt Grippo.

Der spanische Profifussball hat auch noch Probleme zu lösen. Man prüft so eine Art Kurzzeit-Entlassungen, um die Vereine zu entlasten. Der Staat würde dann die temporär arbeitslosen Fussballer mit­finanzieren. «In Spanien bekommst du als Familie mit einem Kind maximal 1000 Euro. Ohne Kind 800.»

Die Grippos bleiben in ihrer Wohnung und versuchen, sich bei Laune zu halten. «Das schaffen wir schon. Und irgendwann ist diese schreckliche Zeit für alle Menschen dann hoffentlich auch mal zu Ende!»

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