Switzerland

Nüsse und Waschmittel selbst abfüllen: Migros prüft schweizweiten Verkauf unverpackter Lebensmittel

Erste Tests mit Produkten zum Selbstabfüllen sind so gut gelaufen, dass der Detailhändler eine Erweiterung auf die gesamte Schweiz prüft. Ein definitiver Entscheid steht aber noch aus.

So sehen die Abfüllstationen in der Migros aus. Bei den Kundinnen und Kunden kommen sie gut an.

So sehen die Abfüllstationen in der Migros aus. Bei den Kundinnen und Kunden kommen sie gut an.

Foto: Migros

Was bislang nur in ausgesuchten Läden möglich ist, könnte bald schon in der Migros um die Ecke zur Realität werden. Der Detailhändler prüft einen schweizweiten Verkauf von unverpackten Lebensmitteln und Waschmitteln, sagt ein Sprecher. Künftig könnten Kundinnen und Kunden damit Hülsenfrüchte, Reis oder Nudeln sowie besonders gängige Waschmittel selbst abfüllen und damit Plastikverpackungen reduzieren.

Die Migros testet den Unverpackt-Verkauf in ausgesuchten Filialen bereits seit längerem. Für Grundnahrungsmittel wie Reis, Teigwaren und Linsen stehen an den Abfüllstationen Mehrwegbeutel aus Biobaumwolle bereit. Die Kundinnen und Kunden können sie selbst befüllen, die Ware anschliessend abwiegen und mit einem Etikett für die Kasse versehen. Bislang ist es allerdings nicht möglich, die eigene Tupperware mitzubringen. Die Migros arbeite daran.

Die Nachfrage nach den Abfüllstationen ist gross. «Bislang wurden gut drei Tonnen Lebensmittel über die Abfüllstationen verkauft. Die positiven Kundenreaktionen haben unsere Erwartungen auf jeden Fall übertroffen», sagt der Migros-Sprecher. Wegen der positiven Resonanz habe die Migros den Testlauf auf weitere Filialen ausgeweitet. Für einen Entscheid, ob das Angebot landesweit in die Filialen komme, sei es jedoch noch zu früh.

In dieser Migros-Filiale in Genf läuft der Testbetrieb schon seit längerem.

In dieser Migros-Filiale in Genf läuft der Testbetrieb schon seit längerem.

Foto: Olivier Vogelsang

Waschmittel zum Selberabfüllen sind gefragt

Der Unverpackt-Verkauf beschränkt sich jedoch nicht nur auf Lebensmittel. Auch bei Wasch- und Spülmitteln testet die Migros ein Konzept, bei dem Kundinnen und Kunden die leeren Flaschen von zu Hause in den Laden zurückbringen und sie dort auffüllen. Ein Scanner erkennt anhand der leeren Flasche, um welches Produkt es sich handelt. Der Automat füllt anschliessend die entsprechende Menge ab. Der Preis ist dabei gleich wie bei bereits abgefüllten Produkten. Erhältlich sind zwei Handwaschmittel und zwei Waschmittel – bislang jedoch nur in zwei Filialen der Migros-Genossenschaft Aare – in der Marktgasse in Bern und in Schönbühl. Dort hätten die Testläufe die Erwartungen «bei weitem» übertroffen, so der Migros-Sprecher. «Das Umsatzziel für sechs Monate wurde bereits nach zweieinhalb Wochen erreicht.»

An eigens eingerichteten Abfüllstationen können Migros-Kundinnen und -Kunden in ausgewählten Filialen bereits jetzt leere Wasch- und Spülmittelflaschen wieder auffüllen.

An eigens eingerichteten Abfüllstationen können Migros-Kundinnen und -Kunden in ausgewählten Filialen bereits jetzt leere Wasch- und Spülmittelflaschen wieder auffüllen.

Foto: Migros

Wie hygienisch ist das in Zeiten von Corona?

Hygienebedenken seien unbegründet, erklärt die Migros. Die Stationen würden regelmässig gereinigt und desinfiziert. Zudem würden die Lebensmittel in den Behältern kontrolliert.

Der Einzelhändler folgt mit den Abfüllstationen einem Trend, den es bereits länger gibt. Unverpackt einkaufen kann man in der Schweiz nicht nur auf dem Markt, sondern auch in diversen kleineren Läden, die sich darauf spezialisiert haben. Dort können Kunden ihre eigenen Behälter mitbringen.

Ziel all dieser Vorstösse ist es, Plastikmüll zu reduzieren. Denn immer noch sind diverse Lebensmittel – oft selbst Bioprodukte – in Plastik verpackt. Schweizweit fallen so pro Jahr nach Angaben des Bundes rund 780’000 Tonnen Kunststoffabfälle an. Ein Grossteil wird in Kehrichtanlagen oder Zementwerken verbrannt, nur ein kleiner Teil wird recycelt.

Bei Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace kommen derartige Projekte daher gut an. Für Markenartikelhersteller bergen sie jedoch ein Problem: Denn sie sind vielfach auf Verpackungen angewiesen, um ihre Marken bei den Konsumenten zu propagieren. Dennoch hat auch Nestlé erste Versuche – etwa mit Tiernahrung zum Selbstabfüllen – gestartet.

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