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Niederlage gegen Vaduz: Gar nicht so heiter, dieser FCZ

Der FC Zürich verpasst den Sprung auf Rang 2 durch eine unerklärliche Leistung gegen den Tabellenletzten Vaduz. Er verliert 0:1.

FCZ-Torhüter Yanick Brecher findet nach dem Spiel klare Worte: «Enttäuschend, erbärmlich, sehr unglücklich.»

FCZ-Torhüter Yanick Brecher findet nach dem Spiel klare Worte: «Enttäuschend, erbärmlich, sehr unglücklich.»

Alexandra Wey (Keystone)

Am heitersten hatten es zur Pause jene zwei Menschen, die vom Spiel keine einzige Sekunde mitbekommen hatten. Die zwei Security-Angestellten beim Einlass schlugen die Zeit tot, sprachen über die grosse Welt der Schlafsäcke und ihre sachgemässe Lagerung. Sie lachten und schäkerten, sie hatten – zu diesem Schluss musste man kommen – offensichtlich eine gute Zeit.

50 Meter entfernt, in den Kabinengängen, war gerade keine gute Zeit. Zumindest beim FCZ. Trainer Massimo Rizzo war unzufrieden. Er hatte allen Grund. Die Spieler des FCZ waren passiv, fahrig, inspirations- und planlos, als hätten sie den Start, ja die ganzen 45 Minuten verschlafen. Alles Gute, was man am Samstag noch gegen Basel gezeigt hatte, schien verschwunden. Ein Sieg wäre gleichbedeutend mit dem Vorrücken auf Rang 2 gewesen, endlich etwas Ambitionen nach oben.

Doch dann spielte der FCZ gegen den Tabellenletzten aus Vaduz mit einer Attitüde, die – vorsichtig ausgedrückt – sehr genügsam war. Der Stadtclub stand sehr tief, griff den Gegner kaum an. Als wolle man mit maximal einem Punkt Platz 2 in der Tabelle angreifen. So zurückhaltend sah das aus.

Der Mannschaft half sicherlich nicht, dass sie ohne den Helden des Basel-Spiels antreten musste. Blerim Dzemaili fehlte wegen eines gereizten Knies, ebenfalls mussten sich kurzfristig Omeragic, Sobiech und Schönbächler abmelden. Und trotzdem: Es kam unerklärlich wenig vom FCZ.

Rizzos Vorschläge werden ignoriert

Rizzo machte dann seiner Mannschaft zur Pause ein paar Vorschläge, wie man aus diesem Malaise rauskommen könnte (Ball schneller laufen lassen, aggressiver spielen). Das war zwar gut gemeint, wurde aber von seinen Spielern schlicht ignoriert. Auch in der zweiten Halbzeit stand eine Mannschaft auf dem Platz, die zu keiner echten Torchance kam, die Vaduz kaum unter Druck setzte und sich sehr stümperhaft bei Standards anstellte.

Man weiss ja mittlerweile, wie Vaduz aufstieg (durch diese Standards), man weiss auch, wie die Liechtensteiner in der Super League Torgefahr ausstrahlen (genau, durch diese Standards). Und man hatte 45 Minuten Erfahrung, dass die Vaduzer in Person von Milan Gajic diese Standards auch in diesem Spiel ziemlich stark traten. Die guten Flanken wurden begleitet durch intelligente Laufwege im Strafraum, einmal rettete für Goalie Brecher gar die Latte. In der 61. Minute hatte der FCZ all dieses Wissen vergessen. Eckball Vaduz, Flanke Gajic, Kopfball Yannick Schmid, Tor. Die Variante war einstudiert, der FCZ desorientiert. Einmal mehr.

Dann kam: sehr wenig. Eigentlich nichts vom FCZ. Yanick Brecher bezeichnete die eigene Leistung als «enttäuschend, erbärmlich, sehr unglücklich» und bediente sich dann noch eine Schublade tiefer. Das mag auch mit der 86. Minute zu tun haben.

Er wurde vom Platz geschickt: Blaz Kramer.

Er wurde vom Platz geschickt: Blaz Kramer.

Alexandra Wey (Keystone)

Sie war so typisch für dieses Spiel, und sie fasste auch das Schaffen von Stürmer Blaz Kramer ziemlich gut zusammen. So viel vorweg: Die Szene endete mit einem Tor durch Adrian Winter, sehenswert, wie sein Schuss unter der Latte einschlug, schön auch sein Jubel, endlich etwas Emotionen.

Doch die Szene hatte einen Haken. Kramer hat den Angriff lanciert und dabei mit dem Ellbogen den Vaduzer Schmid niedergestreckt. Nach einigem Warten das Verdikt per Videobeweis: kein Tor. Stattdessen sah Kramer Gelb. Und weil er diese Farbe schon vor der Pause einmal ins Gesicht gestreckt bekommen hatte, musste er vom Feld. Platzverweis.

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