Switzerland

Neue Studie zu Immomarkt: Rekord-Leerstand reisst Hausbesitzern Loch in die Kasse

Der Traum vom Eigenheim rückt für viele in weite Ferne: Wohnungen und Häuser haben sich allein im Jahr 2019 um rund zwei Prozent verteuert. Seit 2014 hat der Schweizer Eigenheimmarkt keinen stärkeren Preisanstieg erlebt, heisst es in der heute veröffentlichten Immo-Studie der UBS.

Die Preise heben besonders in den urbanen und wirtschaftsstarken Regionen ab, weil dort die sinkenden Kapitalkosten mehr ins Gewicht fielen als in der Peripherie. Dazu gehören die Genferseeregion, der Grossraum Zürich und Basel. «Im Luxussegment war die Preisentwicklung sogar dreimal so stark wie im Schweizer Durchschnitt.»

Baukräne mehr in Zentrumsnähe

Der Bau neuer Wohnungen verlagert sich demnach in diese Regionen ohne Leerstand. Die meisten Baugesuche wurden 2019 in den Agglomerationen der Wirtschaftszentren Zürich, Genf und Luzern gestellt.

Gemäss einer ZKB-Studie ist Zürich hier Spitzenreiter: Am meisten neue Wohnungen entstehen dieses Jahr in der Limmatstadt. Dort werden fast 3000 neue Wohnungen gebaut (BLICK berichtete).

Loch in die Kassen

Weiter stellen die UBS-Experten fest: Durch den Leerstand entgehen den Hauseigentümern und Besitzern von Mehrfamilienhäusern «zusehends» die Mietzinserträge. Die Folge: ein Loch in den Kassen. Am stärksten betroffen seien Regionen wie Solothurn und das Tessin. «Dort liefert jede Wohnung bereits einen Monat pro Jahr keine Einnahmen», heisst es in der Studie. Bei jeder sechsten Wohnung liege dieser Wert sogar doppelt so hoch.

UBS-Immo-Experte Claudio Saputelli (50): «Für institutionelle Investoren dürfte die Schmerzgrenze bei den Leerständen wohl erreicht sein.»

Und potenzielle Eigenheimkäufer? Laut Saputelli müssen Schweizerinnen und Schweizer, die sich den Erwerb von Wohneigentum überlegen, auch 2020 auf steigende Preise einstellen. «Wir rechnen mit einem leichten Anstieg der Eigenheimpreise», sagt Saputelli.

Für Mieter, die sich derzeit eine neue Mietwohnung suchen, gibt es eine gute Nachricht. «Die Angebotsmieten dürften auch 2020 nochmals um rund 1 Prozent sinken», so Saputelli. Das schränke das Potenzial für höhere Kaufpreise ein. (uro)