Switzerland

Neue Ausstellung: Jean Starobinski: Online-Ausstellung vermittelt Werk und Denken

Der Genfer Schriftsteller Jean Starobinski (1920-2019) hat sich in seinen Werken mit Literaturkritik beschäftigt; er interessierte sich zudem für Medizin, Ideengeschichte, Musik und bildende Kunst. Er gilt als Autor, der das kritische Denken weltweit geprägt hat. Daneben zeichnen sich seine Schriften, wie etwa «La Relation critique», dadurch aus, dass sie dem Lesepublikum ohne die Hilfe von Fachpersonen zugänglich sind.

Sein Archiv hatte Starobinski der Schweizerischen Nationalbibliothek vermacht: Manuskripte, Korrespondenzen, Dokumentationen und mehr als 40'000 Bücher. Beim dortigen Schweizerischen Literaturarchiv hat man sich gefragt, wie sich anhand dieser schieren Masse von Dokumenten Starobinskis Werk, sein Lebensweg und seine Persönlichkeit vermitteln liesse.

Die Antwort ist eine neue digitale Plattform. Dafür haben das Schweizerische Literaturarchiv mit dem Zentrum für Designforschung der ETH Lausanne (EPFL+ECAL Lab) zusammen gespannt und ehemalige Studierende der Hochschule mit einbezogen. Diese hatten das Unternehmen Apptitude gegründet und sich damit auf komplexe Standorte und Interaktionen spezialisiert.

Nach 18 Monaten gemeinsamer Arbeit ist ein digitales Ausstellungsformat entstanden, mit dem das Denken bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller beleuchtet werden soll.

Diese Form der Ausstellung experimentiert mit verschiedenen Zugängen. So können sich die Besucherinnen und Besucher die Ausstellung entlang der für Starobinski repräsentativen Themeninseln erschliessen. Möglich ist dann die Auswahl eines bestimmten Objekts, das vertieft und aus neuen Perspektiven betrachtet werden kann.

So hat jede Besucherin, jeder Besucher die Möglichkeit, Inhalte neu anzuordnen, die Ausstellung nach eigenen Interessen umzugestalten. Dadurch entstehe «eine persönliche Entdeckungstour, die den jeweiligen Interessen entspricht», heisst es in einer Mitteilung des Schweizerischen Literaturarchivs vom Donnerstag.

Ab 18.30 Uhr soll die Ausstellung für alle zugänglich sein. In den kommenden Monaten wollen die Verantwortlichen evaluieren, welche Wirkung dieses neue Format hat, um in Zukunft weitere Schätze des Literaturarchivs digital vermitteln zu können.

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