Switzerland

Mundart-Sänger Kunz (36) hat die Pandemie genutzt, Söhnchen Emil (1) zu umsorgen: Vater, Hausmann, Naturbursche

Der Himmel ist mit Wolken bedeckt, die Seefrösche im Teich quaken um die Wette. Eine Primarschulklasse wimmelt sich durch den Park des Botanischen Gartens in Zürich. Hier treffen wir Marco Kunz (36), der sich unter seinem Nachnamen einen festen Namen in der Schweizer Musikbranche gemacht hat. «Das ist total idyllisch hier», freut sich der Luzerner während des Spaziergangs.

Dass wir den Sänger inmitten von Blumen und Pflanzen treffen, ist kein Zufall. «Ich bin ein Naturmensch», sagt Kunz. «So bewusst wurde mir das aber erst, als ich meinen Wohnort nach Zürich verlegt habe.» Seiner Frau Jenny (30) zuliebe ist er vor drei Jahren in die Limmatstadt gezogen, trotzdem stellte er immer wieder klar, dass sein Herz für Luzern schlage. Seit wenigen Wochen wohnen die beiden wieder in der Stadt unter dem Pilatus, gemeinsam mit ihrem Sohn Emil (15 Monate). «So war die Abmachung», meint Kunz lachend.

Kunz kümmert sich um den kleinen Emil

Der Musiker ist mittlerweile auch Hausmann. Aufgrund der Corona-Pandemie ist er zu einem Grossteil zu Hause, während seine Frau als Projektmanagerin im Büro arbeitet. «Das Schöne: So hautnah hätte ich das erste Lebensjahr meines Sohnes wohl nicht miterlebt, wenn nicht die Pandemie gewesen wäre.» Er lege grossen Wert darauf, dass Emil in einem offenen Umfeld aufwachse, in dem Mann und Frau gleichgestellt sind. «Da kann auch der Mann die Wäsche machen und bügeln. Ich würde mich meinem Sohn nie in den Weg stellen, wenn er einen Beruf ausüben will, der von der Gesellschaft eher Frauen zugeschrieben wird. Die Welt ist bunt.»

Die Corona-Zeit brachte aber auch einiges an Unsicherheit in das Leben des gelernten Hochbau-Poliers. «Weil alles abgesagt wurde, plagten mich Existenzängste.» Berichte, dass Konzerte nie mehr so stattfinden werden wie vor der Pandemie, verunsicherten ihn. «Ich habe mich immer wieder Mal gefragt, ob ich wieder zurück in die Baubranche gehen muss.» Das sei heute aber keine Option mehr. «Dafür liebe ich meinen Job zu sehr.»

Er singt über Distanz, wenn jemand am Smartphone klebt

Beim gemeinsamen Spaziergang durch den Park treffen wir auch auf
Zibbz-Sängerin Co Gfeller (35). Sie und Kunz haben gemeinsam das Lied «Wiit wäg» aufgenommen. Kennengelernt haben sich die Musiker an Branchenevents: «Wir hatten schon einige Partys gefeiert», meint Co lachend. Heute gehen es die beiden ruhiger an. Genauso wie Kunz hat auch die Sängerin mit Bowie (23 Monate) ein Kleinkind zu Hause. «Einen Familiennachmittag haben wir allerdings noch nie gemacht. Das müssen wir nachholen», findet Co. «Kunz stelle ich mir als tollen Vater vor – einer, der mit seinem Kleinen durch den Wald läuft und jeden Käfer unter die Lupe nimmt.»

Weitere Kinder nicht ausgeschlossen

Damit hat sie nicht unrecht: Mit Emil unternimmt Kunz regelmässig kleine Wanderungen: «Auf den Pilatus würde ich jetzt noch nicht mit ihm gehen, aber eine Stunde in der Natur liegt immer drin.» Mittlerweile laufe der Sohnemann auch selbst. «Auf dem Rücken kann ich ihn nicht mehr ständig tragen, dafür ist er schon zu schwer.»

In die Zukunft schaut Kunz optimistisch. Familientechnisch sei er zufrieden, «aber ich habe auch schon immer gesagt, dass ich gerne eine grosse Familie hätte. Wenn wir irgendwann noch ein Kind bekommen sollten, ist das ein schönes Geschenk. Druck mache ich mir aber nicht». Jobtechnisch blickt er in eine gute Zeit. «Ich lasse mich gegen das Coronavirus impfen. Und wenn das viele tun, haben wir hoffentlich bald die Normalität zurück – mit grossen Festen und Konzerten», sagt er auf der Parkbank in der bunten Blumenoase sitzend. «Sobald es losgeht, blühen wir richtig auf.»

Kunz' Album «Mai» ist im Handel erhältlich.

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