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Müller mit Kampfansage – Flick vor Beförderung: Wer soll diese Bayern stoppen?

Das «Mia san mia»-Gefühl ist zurück! und stehen mit einem Bein in den Viertelfinals der Champions League.

Die Krise der Vorrunde, die in der Entlassung von Trainer Kovac gipfelte, ist wie weggeblasen. Plötzlich treten die Bayern-Stars wieder mit jenem Selbstvertrauen auf, für das man sie in Vergangenheit entweder hassen oder lieben gelernt hat. «Der FC Bayern bekommt immer Respekt. Der Ruf hat vielleicht etwas gelitten, aber man muss wieder mit uns rechnen», warnt Thomas Müller die Konkurrenz.

So beeindruckend wie die Bayern ist bisher in den Achtelfinals noch keiner der grossen Klubs aufgetreten: PSG verlor beim BVB ebenso wie Liverpool bei Atlético, Barcelona kam in Neapel nur zu einem 1:1. Wie sich Real, ManCity und Juve am Mittwoch schlagen, bleibt abzuwarten. In dieser Form gehören die Münchner aber definitiv wieder zu den Anwärtern auf Europas Fussball-Krone.

Pudelwohl fühlt sich in London offenbar Serge Gnabry, der nach dem Viererpack in der Gruppenphase gegen Tottenham auch Chelsea zwei Tore einschenkt. «Arsenal fragt sich das vielleicht auch», sagt Thomas Müller, als er nach den Gründen für den Torhunger des Ex-Gunners gefragt wird. «Ich bin froh, dass er das erst jetzt tut, sonst wäre er wohl nicht bei uns», so Müller weiter.

Auf der linken Bayern-Seite verdient sich neben Gnabry auch Alphonso Davies eine Topnote. Goalie Manuel Neuer scherzt über die Leistung des Aussenverteidigers: «Er hat gut gespielt. Defensiv habe ich ihm kurz vor seinem Dribbling über die ganze linke Bahn aber zur Sau gemacht. Das hat er natürlich super gemacht, man darf ihn aber nicht zu sehr loben, damit er weiterhin so seine Leistungen bringt, wie er es heute gezeigt hat.»

Neuer Vertrag für Flick?

Ein anderes Indiz, dass die Bayern zurück sind, ist das obligate Bankett, das sie nach grossen Champions-League-Abenden jeweils veranstalten. So auch am Dienstag, als Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zum Mikrofon greift. «Unser Trainer wurde 55 Jahre», richtet er sich an Interimscoach Hansi Flick, der am Montag Geburtstag hatte. «Das ist ein gutes Alter. Wir schenken dir in dem roten Päckchen einen Stift. Mit Stiften unterschreibt man beim FC Bayern manchmal auch Papiere», wird Rummennigge vom «Kicker» zitiert.

Mit diesem Papier ist natürlich der neue Vertrag gemeint, der Flick vom Co-Trainer zum Chef an der Seitenlinie befördern würde. Dass er in München nicht mehr als Assistent arbeiten will, hat Flick bereits betont. Ganz oder gar nicht – mit diesem Selbstvertrauen scheint er wie gemacht für die «Mia san mia»-Bayern. (cmü)