Switzerland

Mit Currywurst-Stand auf zu neuen Nordsee-Ufern: Basler Auswanderer finden ihr Glück im Norden

Ein Schmunzeln wird einem entlockt, wenn Sacha Kunz bereits Mitte Februar erzählt, dass man den Winter gut rumgebracht habe. Es lässt sich kaum verstecken: Der Inhaber des Küsten-Imbisses in Dorum brennt auf den Saisonstart. In der letzten Folge von «Auf und davon» auf SRF 1 am Freitag sah man Familie Kunz erst noch ihren Imbisswagen vom norddeutschen Kutterhafen wegfahren, um ihn bei Freunden zu überwintern. Schon in einem Monat sollen wieder Currywürste gebrutzelt werden. «Der Start war ein Erfolg. An manchen Wochenenden haben wir bis zu 400 Würste und 100 Kilo Pommes verkauft», zieht der 51-Jährige Bilanz.

Neue Saison wartet mit vielen Überraschungen auf

In ihrer Winterpause lagen Sacha und Brigitte Kunz alles andere als auf der faulen Haut. So möchten sie in der neuen Saison mit Überraschungen auftrumpfen: «Schinken-Käse-Toast werden wir neuerdings backen und zum Dessert kann man sich mit Churros verwöhnen lassen», sagt Kunz am Telefon. Ausserdem hätten sie eine Alkohollizenz eingeholt: «Für viele gehört zur Currywurst einfach ein Bier dazu.» Auch personell gibt es Änderungen. «Zu unserer eigenen Entlastung werden wir ab dem Frühjahr von zwei bis drei Damen unterstützt», erzählt Kunz. Dieser Tage werde das letzte Vorstellungsgespräch stattfinden, danach sei das neue Team komplett.

Die grösste Überraschung jedoch wurde in der Sendung am Freitagabend präsentiert: ein Mini-Imbisswagen. Mit dem kleinen Bruder des Küsten-Imbisses liebäugelte Sacha Kunz schon länger. «Nun haben wir ihn gekauft», bestätigt er und erzählt mit Begeisterung von neuen Ideen: «Der zweite Wagen soll quasi als mobiler Lückenbüsser dienen, damit ich bei gutem Wetter auch im Winter ‹auf die Platte› kann. Wir freuen uns auch, an regionale Events und Märkte zu fahren.» So schwebt dem Baselbieter vor, im Juli am Deichbrand Festival, einem riesigen Musikfest, teilzunehmen.

Ein bisschen Wehmut bleibt – trotz Erfolgswelle

Die Teilnahme bei «Auf und davon» habe sich rückblickend als erfolgreiche Vermarktungsstrategie erwiesen. In den vergangenen Monaten sei der Imbiss nicht selten von Schweizern, die er selbst nicht kannte, besucht worden. Als die Familie im Januar in der Heimat war, hätten sie auf der Strasse ab und zu ein «Das sind doch die aus dem Fernsehen!» gehört. «Auch auf der Autobahn winken uns plötzlich Fremde zu», erzählt Kunz, «oder man wird im Café oder beim Einkaufen angesprochen.» Auch in Dorum selbst kennt man die Familie aus Läufelfingen dank den Dreharbeiten des Schweizer Fernsehens und lokalen Zeitungsberichten.

Trotz der Erfolgsgeschichte bleibt ein kleiner Wermutstropfen, der sich Heimweh nennt. Sacha Kunz vermisst vor allem Familie, Freunde und FCB-Spiele. Gänzlich unersetzbar sei jedoch die Fasnacht, räumt er ein: «Da blutet mein Herz schon.»