Switzerland

Leichtes Spiel für Novak Djokovic während Henri Laaksonen in Paris scheitert, 14 Corona-Fälle beim FC Genoa – und weitere Sportmeldungen

Die Stabhochspringerin Nicole Büchler tritt zurück. Der Bundesliga-Klub Mainz entlässt den Trainer. Die wichtigsten Sportmeldungen im Überblick.

Weitgehend chancenlos: Henri Laaksonen am Dienstag in Paris.

Weitgehend chancenlos: Henri Laaksonen am Dienstag in Paris.

Yoan Valat / EPA

(sda) Der Schweizer Henri Laaksonen (ATP 135) verlor beim French Open in Paris in der 1. Runde gegen Pablo Cuevas (ATP 60). Der Uruguayer setzte sich in 2:20 Stunden 6:1, 2:6, 6:4, 6:2 durch. Laaksonen, der schweizerisch-finnische Doppelbürger, gab in Paris wieder einmal Rätsel auf. Ein miserabler Start, ein bärenstarker zweiter Satz, ein dritter Durchgang, in dem er nach einem frühen Break keinen Weg zurück fand und dann der totale Einbruch. Am Ende beging der 28-jährige Schaffhauser 59 unerzwungene Fehler - viel zu viele gegen einen grundsoliden Sandspezialisten wie es der sechs Jahre ältere Südamerikaner ist.

Novak Djokovic hatte derweil leichtes Spiel. Der Weltranglistenerste deklassierte den Schweden Mikael Ymer (ATP 80) in nur 97 Minuten 6:0, 6:2, 6:3. Der bedauernswerte Ymer brachte bei guten Bedingungen mit geschlossenem Dach nur gerade drei seiner zwölf Aufschlagspiele durch.

In der 2. Runde dürfte es für Djokovic am Donnerstag kaum viel schwieriger werden. Er trifft auf den Litauer Ricardas Berankis (ATP 66), gegen den er in zwei Partien keinen Satz verloren hat. Sorgen bereiten könnte dem Serben höchstens der Arm, der ihm verschiedentlich etwas Schmerzen bereiten zu schien.

Seine eindrückliche Bilanz in diesem Jahr steht neu jedenfalls bei 32:1 Siegen. Die einzige Niederlage war die Disqualifikation beim US Open, als er mit einem Ball eine Linienrichterin traf.

krp. Beim FC Genoa mit dem Schweizer Mittelfeldspieler Valon Behrami ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Nach dem 0:6 gegen Napoli am vergangenen Wochenende wurden 14 Spieler und Betreuer positiv auf das Virus getestet. Ob auch Behrami betroffen ist, gab der Klub nicht bekannt. Als Vorsichtsmassnahme verzichtet seine Ehefrau Lara Gut-Behrami auf die Teilnahme an den Werbetagen von Swiss Ski.

Die italienische Fussballliga will laut Medienberichten bei einem Krisengipfel über das weitere Vorgehen beraten. Die Gespräche sollten am späten Dienstagabend oder am Mittwoch stattfinden, berichtete die «Gazzetta dello Sport». Zur Debatte stehe entweder die Verlegung einzelner Partien oder eine Unterbrechung der kompletten Serie-A-Saison für mehrere Wochen.

Am Meeting in Stockholm 2017 erreichte Nicole Büchler als erste Schweizerin einen Sieg in der Diamond League.

Am Meeting in Stockholm 2017 erreichte Nicole Büchler als erste Schweizerin einen Sieg in der Diamond League.

Imago

(sda) Mit Nicole Büchler verlässt eine der erfolgreichsten Schweizer Leichtathletinnen der vergangenen zwanzig Jahre die grosse Bühne. In ihrer Jugend zunächst als Mitglied des Nationalteams in der Rhythmischen Gymnastik international erfolgreich, stellte sie auch nach ihrem Wechsel zur Leichtathletik eine beeindruckende Konstanz auf hohem Niveau unter Beweis. Büchler nahm dreimal an Olympischen Spielen, sechsmal an Weltmeisterschaften und zweimal an Europameisterschaften teil. Hinzu kommen zahlreiche Indoor-Titelkämpfe sowie Team-Europameisterschaften.

2016 war Büchlers erfolgreichstes Jahr. An den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro belegte sie Platz 6. In jener Saison stellte sie mit 4,80 m in der Halle und mit 4,78 m im Freien auch die bis heute gültigen Schweizer Rekorde auf. An der Hallen-WM in Portland im Gliedstaat Oregon wurde sie mit 4,80 m Vierte – es war dies das einzige Mal in der Geschichte, dass eine Athletin mit einer solchen Höhe an einer internationalen Meisterschaft nicht auf dem Podest stand. Die Bronzemedaille verpasste sie lediglich wegen des Umstands, dass sie sich mehr Fehlversuche notieren lassen musste als die Griechin Ekaterini Stefanidi. In der folgenden Saison errang die Seeländerin in Stockholm als erste Schweizer Leichtathletin einen Sieg in der Diamond League.

In den letzten Jahren wurde Büchler mehrmals durch Verletzungen zurückgeworfen. Ihren letzten internationalen Einsatz hatte sie im September 2019 an der WM in Doha. Knapp ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes Flynn kämpfte sie dort bereits wieder mit den internationalen Top-Springerinnen um die Finalplätze mit. In der laufenden Saison konnte sie wegen Hüftbeschwerden weder in der Halle noch im Freien Wettkämpfe bestreiten.

Büchler bleibt der Schweizer Leichtathletik auch nach ihrem Rücktritt erhalten. Sie erhält beim Verband ein Teilpensum als Nationaltrainerin für den Stabhochsprung. Sie ist in dieser Funktion Teil einer Nachfolgelösung für Herbert Czingon, der kürzlich pensioniert wurde.

(sda) Einen Tag nach Schalke 04 setzt auch Mainz 05 schon nach der zweiten Bundesliga-Runde seinen Cheftrainer ab. Die in die Krise gerutschten Mainzer trennen sich von Achim Beierlorzer. Im Meisterschaftsspiel am Freitag bei Union Berlin soll der Assistenztrainer Jan-Moritz Lichte interimistisch auf der Bank sitzen.

Der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder hatte dem 52-jährigen Beierlorzer nach dem Spielerstreik und der zweiten Saisonniederlage am Samstag gegen Aufsteiger Stuttgart (1:4) die Rückendeckung versagt. Beierlorzer seinerseits hatte versichert, er habe keine Schuld an dem Wirbel und er habe «ein ganz konstruktives Verhältnis» mit der Mannschaft. Beierlorzer war als Nachfolger von Sandro Schwarz erst seit Mitte November 2019 Mainzer Cheftrainer.

Dass zwei Trainer schon nach dem zweiten Spieltag entlassen werden, ist in der Geschichte der Bundesliga einmalig. Vor diesem Wochenende wurden erst drei Trainer überhaupt derart früh abgesetzt. Dies waren der Niederländer Rinus Michels 1983 bei Köln, der Däne Morten Olsen 1995 ebenfalls bei Köln und Dieter Hecking 2009 bei Hannover.

(sda) Am French Open blieben die grossen Überraschungen auch am zweiten Tag aus. Rafael Nadal, Dominic Thiem und Serena Williams zogen ohne Satzverlust in die nächste Runde ein.

Stefanie Vögele wartet auch in Paris auf ihren ersten Sieg auf WTA-Stufe seit April 2019. Die 30-jährige Aargauerin unterlag der Rumänin Patricia Maria Tig (WTA 59) in nicht ganz zwei Stunden 5:7, 5:7. Im Feld der Frauen ist somit keine Schweizerin mehr. Jil Teichmann ist am Montag in drei Sätzen gegen Irina-Camelia Begu ausgeschieden.

Bam Adebayo und Miami Heat erreichen den NBA-Final und treffen dort auf die Los Angeles Lakers.

Bam Adebayo und Miami Heat erreichen den NBA-Final und treffen dort auf die Los Angeles Lakers.

Mark J. Terrill / AP

(sda) Die Finalserie der NBA heisst Miami Heat gegen Los Angeles Lakers. Miami gewinnt gegen die Boston Celtics 125:113 und setzt sich in dieser Halbfinalserie mit 4:2 Siegen durch.

Die Heat und die Lakers, mit sechzehn Titeln die erfolgreichste Mannschaft nach den Celtics (siebzehn Titel), standen sich noch nie in einer Finalserie gegenüber. Die Lakers triumphierten zuletzt vor zehn Jahren, die Heat errangen 2013 ihren dritten und bis jetzt letzten Titel.

Die Heat und die Lakers sind die beiden Klubs, für die der heute legendäre Center Shaquille O’Neal zwölf Saisons seiner Karriere absolviert hat. Für die Lakers spielte O’Neal von 1996 bis 2004, für die Heat von 2004 bis 2008.

(sda) IOK-Präsident Thomas Bach spricht sich gegen eine Reduzierung der Zahl der Athleten bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio aus.

«Ich sehe nicht, dass eine Reduzierung der Athleten notwendig ist. Die Athleten sollten nicht unter dieser Situation leiden, indem sie nicht an Olympia teilnehmen können», sagte der Deutsche in einer internationalen Medienrunde anlässlich der Strassen-Radweltmeisterschaften in Imola. Eine Deadline für die verschobenen Spiele gebe es nicht. «Am 23. Juli 2021 wird die Eröffnungsfeier sein.»

Das IOK beschäftigt sich nicht nur für Tokio 2021 mit den Pandemie-Bedingungen, sondern arbeitet auch für die Winterspiele in Peking, die gut ein halbes Jahr später im Winter 2022 stattfinden sollen. «Viele der Massnahmen für Tokio werden wir auch für Peking gebrauchen können, natürlich angepasst an den Wintersport und das Gastgeberland. Das ist wichtig für uns», so Bach.

Der 66-Jährige hält die Radsport-Events in Zeiten des Coronavirus für eine Inspiration für die Olympischen Spiele. «Wir haben in den letzten Monaten gesehen, dass man Sportevents in einer sicheren Umgebung organisieren kann – auch ohne einen Impfstoff. Der Erfolg dieser Events gibt uns und dem gesamten Sport viel Selbstvertrauen», so Bach, und er fügte an: Der Impfstoff sei für Tokio «nicht das Allheilmittel, das alle Probleme löst».

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