Switzerland

Landammann Markus Dieth an Corona erkrankt: "Man merkt, wie der Körper gegen das Virus ankämpft"

Vor einer Woche wurde Markus Dieth positiv auf das Coronavirus getestet. Nun, sieben Tage später, blickt ein etwas bleicher, aber gut gelaunter Landammann in die Kamera. "Ich bin den Umständen entsprechend wieder zwäg", sagt er im Skype-Interview mit Tele M1. Anfangs habe er unter Fieber und Schweissausbrüchen gelitten. Zudem sei er sehr schnell müde geworden. "Man merkt, wie der Körper gegen das Virus ankämpft."

In den schlimmsten Fällen müssen Coronapatienten künstlich beatmet werden. Landammann Dieth meint, er selber sei wohl glimpflich davongekommen: "Es gab schon Momente, in denen das Atmen schwerer gefallen ist, aber bei mir ging es wirklich gut über die Bühne."

Dank eines eher milden Krankheitsverlaufs konnte er sich zuhause auskurieren. Der Arbeit fern blieb er aber dennoch nicht – oder zumindest nur physisch. Homeoffice bedeutete auch für den Aargauer Landammann eine Umstellung: "Ich habe sehr viel gelernt in den vergangenen Tagen", sagt er. Die Regierungssitzung wurde via Skype durchgeführt. Jeden Tag tauschte er sich mit Kollegen und Mitarbeitern aus seinem Departement aus. Wichtige Akten liess er sich nach Hause liefern. "Es war anstrengend und ging an die Substanz", meint er rückblickend. Dieth erlebte auch schöne Momente. Mit Gesundheitsdirektor Gallati beschloss er vergangene Woche, Coronapatienten aus dem Elsass und dem Kanton Tessin in den Aargauer Spitälern aufzunehmen. "Das ging mir emotional sehr nahe, es tut gut, wenn man helfen kann."

Gefährdet wegen Sitzungen vor Ort

Selbstkritisch äussert sich Dieth angesprochen auf die Ansteckungen; neben ihm wurden auch Regierungsrat Urs Hofmann und Regierungssprecher Peter Buri positiv auf das Coronavirus getestet. Man hätte Sitzungen bereits früher über Skype durchführen sollen, räumt er ein. "Wir waren sicher gefährdet: Es fanden viele Sitzungen mit mehreren Personen in einem Raum statt."

Personen, die mit Dieth in Kontakt standen, befinden sich ebenfalls in Quarantäne. Dazu zählt seine gesamte Familie. Die Zeit in den eigenen vier Wänden bringe sie wieder näher zusammen. Ein positiver Nebeneffekt von dieser Ausnahmesituation. Nicht einmal für die täglichen Spaziergänge mit dem Hund verlassen sie das Haus: "Unsere Gina wird von anderen Leuten ausgeführt." Dafür ist Dieth dankbar. Für die Menschen, die "vielen Freunde", die ihn in dieser Zeit unterstützen, Einkäufe vorbeibringen. Sogar eine Kiste "Lägerebräu" habe er eines Tages vor seiner Haustür angetroffen. "Das muss aber noch etwas warten, darauf habe ich aktuell noch keinen Appetit", meint er schmunzelnd.

Bis Sonntag steht Dieth unter Hausarrest. "Sobald ich immun bin, möchte ich als Landammann auch wieder vor Ort wirken", sagt er. "Ich glaube, das ist wichtig – auch für die Bevölkerung."

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