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Kurs bietet Angehörigen Hand: Was tun, wenn jemand psychisch leidet?

Depressionen, Angststörungen, Suchtprobleme – schon vor Beginn der Pandemie berichtete bei Umfragen jeder Fünfte von psychischen Problemen, mittlerweile ist es gar jeder Dritte. Viele kennen einen Menschen, der seelisch leidet – wissen aber nicht, wie sie helfen sollen.

So ging es auch Benno Maggi (57): «Das Thema wird im Arbeitsumfeld leider oft tabuisiert. In den vergangenen Jahren hatten auch wir in unserer Firma Mitarbeitende, die psychische Probleme hatten», sagt der CEO der Marketingagentur Partner & Partner in Winterthur ZH. «Da ist man als Arbeitgeber natürlich gefordert.» Falle jemand wegen niedrigen Blutdrucks in Ohnmacht, wisse man genau, was zu tun sei. Nicht aber, wenn der Betreffende Anzeichen einer psychischen Krankheit zeige.

Darum hat Maggi zusammen mit Mitarbeitenden den Erste-Hilfe-Kurs für ­psychische Gesundheit «Ensa» besucht, der seit 2019 von der Stiftung Pro Mente Sana angeboten wird, mitinitiiert durch die Beisheim Stiftung. «Der Kurs ist ein Pendant zum Erste-Hilfe-Kurs, wie man ihn als Teil des Fahrtrainings kennt», sagt Marcel Wisler, Co-Leiter Gesundheitsförderung und Kommunikation bei Pro Mente Sana. Nur geht es dabei eben um seelische Gesundheit.

Auf Menschen zugehen, Krankheitsbilder erkennen

Die Teilnehmenden üben, wie sie auf Menschen mit psychischen Problemen zugehen und ihnen zur Seite stehen können, lernen unterschiedliche Krankheitsbilder kennen oder unterstützende Gespräche zu führen.

«Dieses Wissen können sie in der Regel oft anwenden», sagt Wisler. «Dass es jemandem nicht gut geht, erlebt man im beruflichen und privaten Alltag sehr oft.» Rund 2000 Personen hätten den Kurs bisher absolviert. «Wir schätzen, dass psychische Probleme ideal abgefangen werden könnten, wenn jeder Fünfte in einem Unternehmen den Kurs besucht hätte», so ­Wisler.

Denn: Gerade am Arbeitsplatz können psychische Probleme frühzeitig erkannt und Arbeitskolleginnen zu professioneller Hilfe ermutigt werden. «Solche Frühinterventionen wiederum verbessern die Prognose auf Genesung, Leidenswege werden verkürzt und Langzeitabsenzen vermieden.»

Das sieht Benno Maggi auch so. Der Kurs vermittle das richtige Handwerkzeug für solche Situa­tionen, bestätigt er. Man bleibe ­natürlich trotzdem Laie. «Aber man wird zu einer Art Bindeglied zwischen jenen, die Hilfe brauchen, und den Profis.»

Auch wirtschaftliche Aspekte

Maggi weiter: «Für mich ist klar, dass die psychische Gesundheit meiner Mitarbeitenden auch mich etwas angeht.» Das habe auch wirtschaftliche Aspekte – so könnten durch die Schulung lange Ausfälle verhindert werden. «Ich würde den Kurs jeder Firma empfehlen – gerade jetzt, da viele Leute im Homeoffice am Versauern sind.»

In der Krise haben die Anmeldungen stark zugenommen. «2020 gab es eine Verdoppelung der Anzahl Teilnehmenden, konzen­triert vor allem auf die ­zweite Jahreshälfte», sagt Wisler. Auch in den ersten zwei Monaten des aktuellen Jahres haben bereits doppelt so viele Leute den Kurs besucht wie im Vorjahr.

Nebst stärkerem Marketing und der Möglichkeit, den Kurs auch online zu ­absolvieren, hätten auch die zweite Corona-Welle und die lange Zeit im ­Homeoffice dazu beige­tragen. Benno Maggi bestätigt: «Im Homeoffice wirken viele Belastungen auf die Leute ein, da muss man ­etwas dagegen machen. Und sei es nur, mit ­einem solchen Kurs das ­Bewusstsein für psychische Tiefs beim Gegenüber zu schärfen.»

Und am Ende helfe der Kurs auch den Teilnehmenden selbst. «Man nimmt gewisse Signale ernster und hört besser auf sich selbst», sagt Maggi.

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