Switzerland

Kloten bricht nach drei Jahren aus der Negativspirale aus

Mit dem Qualifikationssieg in der Swiss League hat der EHC Kloten eine erste Korrektur vollzogen. Ab Mittwoch folgt der Playoff-Test gegen die GCK Lions.

Hat die Erwartungen mehr als erfüllt: Der neue Trainer Per Hanberg. (Claudio Thoma/freshfocus)

Hat die Erwartungen mehr als erfüllt: Der neue Trainer Per Hanberg. (Claudio Thoma/freshfocus)

Wenn es so einfach wäre wie bei Wilhelm Busch. «Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich», heisst es bei «Max und Moritz». Auf Kloten übertragen: Auf den Qualifikationssieg in der Swiss League folgt nun ein erfolgreicher Playoff-Lauf. Eishockey hat indes wenig mit Bubenstreichen zu tun.

Im ersten Teil der Saison, der 44 Partien umfasste, hat Kloten immerhin bewiesen: Der Club ist doch in der Lage, aus einer Negativspirale auszubrechen, in der er sich drei Jahre lang drehte. Im ersten Winter nach Präsident Hans-Ulrich Lehmann zeigte sich, dass eine Rückkehr ins Positive möglich ist. Schritt für Schritt und Sieg für Sieg wuchs da etwas heran.

Die Basis dieses Teams
ist die Defensive. Sie ist
die klar beste der Liga.

Fast alles, was geändert wurde, entpuppte sich als Gewinn. Die Führungsstruktur verarbeitete sogar einen Präsidentenwechsel ohne Getöse. Der neue Trainer hat die Erwartungen mehr als erfüllt. Per Hanberg holte alle in jenes Boot, das «Team» heisst. Die Schlüsselpositionen wurden optimal besetzt. Mit Dominic Nyffeler kam ein Topgoalie. Mit Éric Faille ein starker Ausländer und Teamplayer als Center. Mit Robin Figren ein Flügel mit internationaler Qualität. Mit Dominic Forget ein Routinier, der in dieser Liga noch immer wichtige Akzente setzen kann.

Die Basis dieses Teams ist die Defensive, sie ist klar die beste der Liga. In dieser Struktur konnte so mancher wachsen. Ramon Knellwolf ist erst 21 Jahre alt, nur 1,68 m gross – aber er schoss 17 Treffer. Es gibt in dieser Liga genau zwei Spieler mit Schweizer Pass von Geburt an, die mehr Goals erzielten: Stefan Tschannen (Langenthal) und Melvin Merola (Thurgau). Marco Lehmann wird im März 21 Jahre, er hat sich mit seiner Schnelligkeit einen National-League-Vertrag bei den Lakers abgeholt. Auf diese Stufe gebracht hat sie Faille. Der Kanadier spielte sehr lange mit den zwei Jung-Flügeln.

Der EHC Kloten hat sich wieder interessant gemacht. Der Schnitt von 4809 Besuchern ist in der Swiss League einsame Spitze.

Was ebenfalls ein Zeichen für die Qualität der Mannschaft ist: Neben den 26 Siegen nach 60 Minuten (sowie den 9 Nullern) absolvierte Kloten 6 Verlängerungen und 3 Penaltyschiessen – von diesen Überzeit-Einsätzen gewann es 5 in der Verlängerung und alle 3 Penaltyschiessen. Die einzige Niederlage nach mehr als 60 Minuten kassierte Kloten im Heimspiel gegen Ajoie.

Der EHC Kloten hat sich wieder interessant gemacht. Der Schnitt von 4809 Besuchern ist in der Swiss League einsame Spitze. Olten als zweitbestes Team kommt auf 2980, der Ligaschnitt steht bei 1807. Klotens Zahlen müssen Teilen der Konkurrenz in der National League zu denken geben: Die Lakers vermelden bisher 4249 Besucher im Schnitt, Davos steht bei 4552.

Kloten muss und will weiter liefern. Den Final der Swiss League erreichen. Mindestens. Was in den letzten fünf Monaten war, war gut. Die neue Saison beginnt am Mittwoch. Dann gilt es zuerst einmal, im Playoff gegen die GCK Lions all die gemeinsam erarbeiteten Qualitäten aufs Eis zu bringen.

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