Switzerland

Kein weiterer Jubeltag in Crans Montana - Schweizer Skifahrerinnen bei Brignone-Sieg neben dem Podest

Wie erkennt man, dass die Schweiz wieder zur Skination Nummer 1 taugt? Wenn die Ränge vier und fünf von Michelle Gisin und Wendy Holdener in der Kombination der Frauen beim Publikum eine Spur Enttäuschung auslösen. Vor wenigen Jahren hätte man bei Swiss Ski sofort für solche Klassierungen unterschrieben. Inzwischen sind die Ansprüche gestiegen. Erst recht nach zwei historischen Jubeltagen in Crans-Montana. Erst recht auch dank den jüngsten Erfolgen gerade in der Kombination. Mit Gisin und Holdener standen immerhin die aktuelle Olympiasiegerin und die Weltmeisterin am Start. Doch in Crans-Montana will es mit dieser vom Aussterben bedrohten Disziplin aus Schweizer Sicht einfach nicht klappen.

Die kompletteste Skifahrerin kommt aus Italien

Die derzeit beste Kombiniererin, Federica Brignone aus Italien, feierte im WM-Ort von 1987 den vierten Sieg in vier Jahren. Sie hat auch die vier letzten Kombi-Rennen gewonnen und übernahm mit dem jüngsten Erfolg die Führung im Gesamtweltcup.

Der grösste Schweizer Auftritt am Sonntag gehörte so einem Mann – dem ehemaligen Weltcup-Abfahrer Bruno Kernen. Er absolvierte in Crans-Montana nach dreizehn Jahren seine letzte Kamerafahrt fürs Schweizer Fernsehen. Im Ziel wurde der 47-Jährige von Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann mit einer Champagner-Dusche empfangen. Kernen kann schon länger nur mit Schmerztabletten Skifahren. In den nächsten Monaten lässt er sich sein kaputtes Knie durch ein künstliches Gelenk ersetzen.

Suter schafft Historisches

Nicht nur Kernens Abschied von der Bühne der kameratragenden Rennfahrer-Legenden verlieh dem Walliser Nobelskiort eine historische Dimension. Am Samstag feierte die Skination Schweiz zwei Erfolge mit Seltenheitswert. Mit der exakt gleichen Reihenfolge – Lara Gut-Behrami vor Corinne Suter – sorgte das Frauenteam für einen doppelten Doppelsieg an einem Wochenende. Das letzte solche Erlebnis liegt 31 Jahre zurück. Dank dem Punktezuwachs für die beiden zweiten Plätze sicherte sich die Schwyzerin Suter zudem vorzeitig den Disziplinenweltcup in der Abfahrt. Die letzte Schweizerin, der dies gelang, war 1991 die Walliserin Chantal Bournissen.

Suter selber erlebte zwei emotionale Tage, mit einigen Freudentränen sowie weniger Schlaf und mehr Druck als erhofft. Dass sie den zweiten Abfahrtssieg ihrer Karriere am Samstag nur um zwei Hundertstelsekunden verpasste, störte sie nicht. Es sei der schönste Podestplatz ihrer Karriere, sagte die 25-Jährige überglücklich. Suter:

Alles, was jetzt noch komme, sei Zugabe. Vielleicht in drei Wochen die zweite Kristallkugel für die beste Super-G-Fahrerin der Saison.

Schon 918 Punkte Vorsprung

Lara Gut-Behrami wurde in 24 Stunden um zwei Abfahrtssiege und 90'000 Franken Preisgeld reicher. Beinahe noch bemerkenswerter war, dass sich die 28-Jährige im Ziel für die Unterstützung durch die Teamkolleginnen und die Trainer von Swiss Ski während ihrer sportlich schwierigen Phase bedankte.

Der Teamgedanke zählt neuerdings nicht nur bei Gut-Behrami, sondern auch auf dem Weg zum nächsten grossen Verbandsziel, dem Gewinn der Nationenwertung. Mit inzwischen 918 Punkten Vorsprung wird immer offensichtlicher, dass eine Durststrecke von 30 Jahren zu Ende geht. In dieser Zeit hiess der Sieger stets Österreich, die Schweiz landete ganze 18-mal auf dem zweiten Platz. Quasi als Mahnmal der Schweizer Baisse im alpinen Skirennsport steht jedoch auch Platz sieben im Nationenklassement der Saison 2012/13.

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