Switzerland

Kafi Crème von 1.90 bis 5 Franken: Über 150 Aargauer Betriebe im grossen Preisvergleich

975 Tassen. So viel Kaffee trinken Herr und Frau Schweizer pro Jahr. Das sind etwas mehr als zweieinhalb Tassen pro Tag. Damit gehören wir neben den Österreichern, den Deutschen und den Norwegern zur Weltspitze. Und obwohl sich der klassische Kaffe Crème seit Jahren gegen «trendigere» Kaffeegetränke (Cappuccino, Macchiato, Cortado) behaupten muss, bleibt er eines der beliebtesten in der Schweiz.

«Wir gehen davon aus, dass mehr als jeder dritte in der Gastronomie bestellte Kaffee ein Kaffee Crème ist», so Julian Graf, Geschäftsführer von Cafetier Suisse. Für die Gastronomie ist der Kaffee Crème deshalb ein wichtiges Produkt. Im Aargau kostet er in Cafés, Cafeterias, Café-Bäckereien und Bistros durchschnittlich 4,28 Franken, wie eine Umfrage von Cafetier Suisse unter rund 650 Aargauer Betrieben ergeben hat.

Die Aargauer Zeitung hat sich selbst auf die Suche nach den günstigsten und teuersten Kafi Crème gemacht. Dabei haben wir die Betriebe nach drei Kategorien unterschieden: Selbstbedienung, Theke (das Kaffee wird an einer Theke bestellt, wird dann vom Personal zubereitet und vom Gast mitgenommen, oder serviert) und bediente Betrieben.


Grün: Unter 4 Franken. Schwarz: 4 bis 4.50 Franken. Rot: Über 4.50 Franken. Violett: Wechselnde Preise. Blau: Ketten.

Fehlt auf der Karte ihr Lieblings-Kaffee-Ort? Schreiben Sie uns Betrieb, Ortschaft, Preis und Kategorie (Bedient, Theke, Selbstbedienung) an [email protected].

Nicht berücksichtigt wurden Kaffee-Automaten, obwohl uns einige Leserinnen und Leser darauf hingewiesen haben, dass es im Lidl den Kafi für 90 Rappen gäbe. Nicht verschweigen können wir Ihnen aber die Kaffee-Ecke im Spital Muri: Hier steht seit Kurzem im Wartesaal ein Automat von Starbucks (Preis: Short 2.40, Tall 3.00).

Die Kaffee-Ecke im Spital Muri

Am günstigsten stillt man seinen Koffein-Bedarf im Campus-Kafi der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg: Für 1.90 Franken muss man das Kafi zwar selber an der Theke holen, dafür wird es mit einer professionellen Barista-Maschine zubereitet.

Auch im teuersten Betrieb, den wir gefunden haben, muss man an der Theke bestellen. Für 5 Franken wird das Kafi im «YanaCocha» in Baden dann auf einem hübschen Holztablärli an den Platz gebracht. Natürlich werden auch hier die Bohnen frisch gemahlen und der Kaffee mit einer Profi-Maschine zubereitet. Ebenfalls einen Fünfliber möchte das AMO im Shoppi Spreitenbach. 

Kaffee könnte zum Luxusgut werden

Die massgeblichen Kostentreiber sind aber nicht etwa die Kaffeebohnen, die Maschine oder das Guezli. «Wie insgesamt in der Gastronomie sind es die Mietpreise und die Lohnkosten, die entscheidend sind», erklärt Graf. Der aktuell niedrige Kaffeepreis auf dem Weltmarkt könnte sich mit der Zeit gar negativ auswirken. Denn die Entwicklung trifft in erster Linie die Produzenten in den Anbauländern hart.

Möglicherweise ist dadurch die Vielfalt und Qualität des Kaffeeangebots gefährdet, weil sich der Anbau von Kaffee nur noch für Grossproduzenten in wenigen Ländern lohnen könnte, heisst es im aktuellen Jahresbericht von Cafetier Suisse.

Es wird erwartet, dass sich die Nachfrage nach Kaffee in den kommenden 30 Jahren verdoppeln könnte, weil vor allem in den asiatischen Ländern die Lust auf Kaffee steigt. Andererseits bedroht der Klimawandel insbesondere Kaffeeanbauregionen, so dass Kaffee zu einem Luxusproduktgut werden könnte.

Der Preis für ein Kafi im Restaurant sinkt erstmals

Lohnt sich denn das Kafi Crème für den Wirten? «Kaffee ist grundsätzlich ein spannendes Produkt mit höherer Marche als beispielsweise auf dem Essen. Trotzdem können nur wenige Betrieb allein davon leben – meistens macht es ein guter Mix aus.» 

Gibt es eine obere Preisgrenze? «Das kann ich so nicht sagen», erklärt Graf. «Wir konnten aber 2019 erstmals feststellen, dass die Preise in der Deutschschweiz leicht zurückgegangen sind, nämlich um 3 Rappen. Das ist ein Zeichen, dass sich der Durchschnittspreis zumindest im Moment in der Region einpendelt.»

In der Dorfbeiz ist es günstiger

Lohnt sich denn das Kafi Crème für den Wirten? «Kaffee ist grundsätzlich ein spannendes Produkt mit höherer Marche als beispielsweise auf dem Essen. Trotzdem können nur wenige Betrieb allein davon leben – meistens macht es ein guter Mix aus», erklärt Graf.

Gibt es eine obere Preisgrenze? «Das kann ich so nicht sagen», sagt Graf. «Wir konnten aber 2019 erstmals feststellen, dass die Preise in der Deutschschweiz leicht zurückgegangen sind, nämlich um 3 Rappen. Das ist ein Zeichen, dass sich der Durchschnittspreis zumindest im Moment in der Region einpendelt.» Am teuersten ist das «Käfele» nach wie vor in der Stadt Zürich: 4.44 Franken pro Tasse.

Das günstigste Kafi in einem bedienten Betrieb bietet die «Oase», die zum Paul Scherrer Institut gehört: 3 Franken. In «klassischen» Restaurants fanden wir den Klassiker für 3.50 Franken in der Pizzeria Linde in Böttstein, im Gasthaus Sodi in Bad Zurzach und im Gasthof Krone in Rietheim.

Ein Besuch in der Krone macht die Unterschiede zum hippen Lokal in Baden schnell klar: Holz- und Gelbtöne dominieren den Raum, nur der grüne Jassteppich bringt einen Farbtupfer. Der Kachelofen und die Werbung für die Metzgete passen genauso ins Bild der urchigen Dorfbeiz wie die beiden Rentner, die bei einer Stange Bier über Neulenker fluchen.

Ein echter Geheimtipp ist das Cafe Teresa in Wettingen. «Wir haben als einziges Lokal im Aargau Iaquinta-Kaffee im Angebot, der ist besonders gut», erklärt Inhaberin Jessica Iaquinta. «Der beste», sagt einer ihrer Gäste. Das Lokal hat Dönerbuden-Grösse, am Fenster sind Kaffeetassen zu einem Vorhang umfunktioniert worden. Das Kafi für 3.20 wird an der Theke bestellt und dann am Tisch serviert, zusammen mit einem Guezli.

Ob das Kafi 1.90 oder 5 Franken kostet, beides könne aus Sicht des Wirten sinnvoll sein, je nach Betriebskonzept, erklärt Graf. Häufig werde dem Kaffee in diesem aber nicht die nötige Beachtung geschenkt, findet er. «Wir raten jedem Wirten, dem Kaffee im Betriebskonzept den nötigen Stellenwert einzuräumen.» Die Anspruchshaltung sei in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen.

«Der Schweizer ist bereit, für seinen Kafi auch einen hohen Preis zu zahlen, aber nur, wenn die Qualität diesen auch rechtfertigt.»

Nach sieben besuchten Betrieben und genauso vielen Kafi Crème konstatieren wir: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist zwar unterschiedlich, ein ungeniessbarer Kaffee wurde aber nirgendwo serviert.

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