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Johnson und Corbyn vom Publikum ausgelacht

Der britische Premier und der Oppositionsführer haben sich einen heftigen Schlagabtausch im TV geliefert – mit zweifelhaften Behauptungen.

Gemäss einer Umfrage kämen die Tories derzeit auf knapp 38 Prozent der Stimmen, Labour auf gut 28 Prozent: Boris Johnson und Jeremy Corbyn im TV-Duell. (19. November 2019)

Gemäss einer Umfrage kämen die Tories derzeit auf knapp 38 Prozent der Stimmen, Labour auf gut 28 Prozent: Boris Johnson und Jeremy Corbyn im TV-Duell. (19. November 2019) Bild: Jonathan Hordle/ITV/Keystone

Bei der Fernsehdebatte zwischen dem britischen Premierminister Boris Johnson und Oppositionsführer Jeremy Corbyn haben sich beide Politiker rund vier Wochen vor der Parlamentswahl in Grossbritannien einen ersten Schlagabtausch geliefert. Die Debatte fand am Dienstag in Manchester statt.

In der vom TV-Sender ITV übertragenen Debatte kam es zwischen den beiden Rivalen Premierminister Boris Johnson und Oppositionsführer Jeremy Corbyn vor allem bei den Themen Brexit und Gesundheitssystem zu heftigen Wortwechseln.

Johnson bekräftigte sein Wahlversprechen, den Brexit endlich zum 31. Januar «zu erledigen». Corbyn wiederum warf dem Premier vor, sein Zeitplan sei unrealistisch. Der Labour-Chef verwies zudem auf seinen Plan, ein neues Brexit-Abkommen auszuhandeln und es der Bevölkerung in einem Referendum vorzulegen - mit der Option, in der EU zu bleiben.

Beim Thema der Gesundheitsvorsorge behauptete der Oppositionsführer, die Konservativen von Premier Johnson würden das nationale Gesundheitssystem NHS an die USA verkaufen wollen. Johnson nannte die Vorwürfe «eine absolute Erfindung». Einen echten Punkt konnte keiner der beiden in der ersten von einer Reihe geplanter TV-Debatten setzen.

Tatsachen überprüfen

Johnson war stark darauf fokussiert, seinen Gegner zu attackieren. Corbyn hingegen versuchte mit seiner Sozialpolitik zu punkten. Beide Kontrahenten handelten sich zeitweise den Spott des Publikums ein. Corbyn erntete höhnisches Gelächter, als er seinen Vorschlag einer Vier-Tage-Woche verteidigte. Johnson wurde ausgelacht, als er sich als wahrheitsliebend darstellen wollte.

Für Aufsehen sorgten während der TV-Debatte vor allem die Konservativen, die den Namen ihres Kontos auf Twitter kurzerhand in «factcheckUK» änderten, um in mehreren abgesetzten Tweets Corbyns Aussagen zu widerlegen. Die Aktion brachte der Partei viel Kritik ein: «Keine politische Partei sollte versuchen, sich unter dem Deckmantel unabhängiger Journalisten zu tarnen», sagte Ben de Pear, der Herausgeber von Channel 4 News, der ein eigenes @FactCheck-Profil betreibt.

Der Ausgang der vorgezogenen Parlamentswahl am 12. Dezember ist Experten zufolge ungewiss. Laut einer Umfrage von Britain Elects kämen die Tories derzeit auf knapp 38 Prozent der Stimmen, Labour auf gut 28 Prozent. Die Zustimmung für die Brexit-Partei liegt demnach bei knapp neun Prozent. (roy/SDA)

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