Switzerland

Irrster Abstiegskampf aller Zeiten, doch CC und Renzetti bleiben ruhig: In der Super League liegen die Nerven blank

Gut, am blanksten liegen die Nerven … nein, nicht in Sion. Da hat Christian Constantin gestern den Hebel des Schleudersitzes nicht betätigt. Sondern in Basel. Dabei ist der FCB eigentlich die einzige Mannschaft, bei der es nur um einen Platz in der Conference League geht. Das neu geschaffene Verlierer-Europacup-Format für alle jene, für welche die Europa League eine Schuhnummer zu gross geworden ist. Wie die Schweiz. Nummer 17 in Europa.

Alle anderen können einerseits auch auf diese drittklassigen Euro Games schielen. Doch die Mehrheit des Rests schaut vor allem dem Abgrund ins Auge. Das Damoklesschwert Challenge League schwebt unheilvoll über der Liga. Und das umso stärker, als der designierte Absteiger Vaduz eine nie für möglich gehaltene Auferstehung erlebt hat, die an ein Fussballwunder grenzt. Die Liechtensteiner sind nach dem Sieg im Tourbillon punktgleich mit dem FC Sion. Und vor allem: Sie sind mit 15 Punkten das zweitbeste Team 2021 nach YB. Gut: Im Moment kriegen sie all das Glück dieser Welt, das ihnen in der Vorrunde fehlte, kübelweise ausgeschüttet. Doch auch das kann so schnell wieder ändern, wie es gekommen ist.

«Was bringt ein Wechsel drei Tage vor einem Spiel? Nichts»

Die «katastrophale Leistung», so CC, führte dazu, dass er am Sonntagabend eigentlich sicher war: Mit Fabio Grosso steigen wir ab! Der Gedanke an einen Wechsel war nahe, sehr nahe. Anderntags aber entschied er sich nach dem Austausch mit dem italienischen Weltmeister, diesem noch ein bisschen Gnadenbrot zu geben. «Was bringt ein Wechsel drei Tage vor einem Spiel? Nichts. Also versuche ich diese Woche irgendwie durchzubringen. Mit Fabio, dem das 0:2 gegen Vaduz auch zugesetzt hat. Nach den Spielen gegen Lugano und in Lausanne ziehe ich Bilanz.» Dann ist die Schonfrist endgültig vorbei. Vier Punkte dürften das Minimum sein, das Grosso erreichen muss.

Und da sind wir schon beim nächsten Problemkind: Lugano. Die Tessiner Remiskönige, die zwölfmal die Punkte teilten, haben das Siegen komplett verlernt. Seit sieben Spielen warten sie auf einer Dreier. Zuletzt gabs zwei schmerzhafte Schlappen. Dennoch nörgelt Präsident Angelo Renzetti nicht herum, bleibt ungewöhnlich cool. Im Tessin werten das Insider als todsicheres Zeichen, das etwas im Busch ist. Doch Renzetti nimmt den Coach gleich selber aus der Schusslinie: «Maurizio ist nicht der Sündenbock für unsere aktuelle Situation.» Dennoch gibts vorderhand keine Vertragsverlängerung mit Jacobacci. Dabei schien diese nach der besten Vorrunde der Tessiner seit Einführung der Super League nur noch Formsache.

Lausanne ist nun Europacup-Kandidat

In Lausanne hingegen wähnte man Giorgio Contini permanent auf der Kippe. Aber der Winterthurer ist immer noch da und macht als Dépendance von Ineos’ grösserem Klub Nizza einen verdammt guten Job mit einer sicher talentierten, aber gesichtslosen Truppe. Weil Lausanne zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen machte, promovierte das Portal «Le Matin» die Contini-Elf flugs zum Europacup-Anwärter. Zur Erinnerung: Vor drei Runden waren die Lausanner noch zwei Punkte vom Barrageplatz weg. Jetzt sind es fünf. Und auch der nach wie vor sehr unstete FC Zürich ist nur sieben Punkte vom letzten Platz entfernt. Selbst die Zürcher dürfen sich nicht in Sicherheit wiegen.

Und am Donnerstag kommt es zum nächsten Abstiegskracher. Sion, das nun auch schon vier Spiele sieglos ist, empfängt Lugano. CC vs. Renzetti im gnadenlosen Abstiegsfight. Da werden die Fetzen fliegen. Und die Nerven blank liegen. Wie im gesamten irren Abstiegskampf 2021.

Football news:

Maguire geriet in Konflikt mit Woodward wegen der Informationen über die Super League bei einem Treffen der Spieler mit der Führung von Manchester United
UEFA-Präsident-Englische Klubs: Meine Herren, Sie haben einen großen Fehler gemacht. Aber Sie haben Zeit, Ihre Meinung zu ändern
Ich werde keinen Vorteil aus der Super League bekommen-ich will nur den Fußball retten. Perez gab ein Programminterview (und fiel sofort auf eine Lüge)
Evertons Besitzer über den Einstieg in die Super League: Nie. Everton-Besitzer Farhad Moshiri hat erklärt, dass der Klub nicht beabsichtigt, in die europäische Superliga einzusteigen
UEFA-Präsident: Der Abstieg aus der Champions League ist kein sportlicher Rückschlag mehr, sondern ein Produktionsrisiko, das nicht alle akzeptieren wollen
Wolverhampton hat sich auf Twitter zum Weltmeister 2018/19 gekürt. Die Wolves waren dann die ersten nach 6 Gründer der Super League
Ryan Mason wurde acting Spurs-Trainer Mourinho nach dem Rücktritt