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«Ich kann es nicht wirklich erklären»: Auch ein Provinzmusiker macht Karriere

50 Jahre Musik, 500 geschriebene Lieder, 50 selbst produzierte Tonträger: Müsste man das Musikschaffen des selbst betitelten «Provinzmusikers» Jürg «Gogo» Frei in üblicher Steckbriefmanier zusammenfassen, kämen solche runde Zahlen zusammen. Doch Zahlen haben für den unprätentiösen, heute 65-Jährigen noch nie eine Rolle gespielt – zudem war er, wie er sagt, nie gut in Mathematik.

In seiner biografischen Dokumentation «Gogo – die Karriere eines Provinzmusikers» präsentiert er deshalb keine Tonträger-Verkaufszahlen oder Auflistung der angesagten Festivals, an denen er aufgetreten ist – obwohl darunter gar das WEF in Davos zu finden wäre. Vielmehr offenbart der bekannte Lokalmusiker einen Schatz von Anekdoten und amüsanten, historischen Bildern.

Zusammen mit Ehefrau Melanie hat Gogo ein 308-seitiges Zeitdokument verfasst über die Musikszene in und um Aarau. Wie seine Musikaufnahmen ist auch sein Buch selbst gemacht, auf seine eigene, für viele chaotische Art. Ganz ohne Grossbuchstaben, dafür aber klar chronologisch unterteilt, erzählt und kommentiert Gogo süffig, direkt und ohne Drumherum die Geschichte vieler Lokalbands, darunter einigen, bei denen er spielte. «Allein aufgetreten bin ich sehr selten, ist mir zu langweilig.»

Nach Song für Sven Lüscher «schoss er keine Tore mehr»

Soloaufnahmen machte Gogo aber einige, stets bei sich zu Hause im alten Bauernhaus am Aegerten in Kölliken, mit grossem Gewächshaus und inspirierender Sicht auf das Suhrental. Dort wohnt er seit über 40 Jahren, aufgewachsen ist er aber in Aarau im Binzenhofquartier, worüber auch Geschichten im Buch erzählt werden – etwa die vom früheren Sporting-Club Aarau, der später mit dem FC Aarau fusionierte.

Dieser zweiten Leidenschaft von Gogo Frei – dem Fussball – sind im Buch einige Seiten gewidmet. Musik und Fussball konnte er auch oft miteinander verbinden: Als inoffizieller Hausmusiker des FC Aarau hat er etwa Lieder geschrieben wie «Brügglifäld» oder «Wenn de Sven», für den früheren FCA-­Stürmer Sven Lüscher. «Leider gelangen ihm nach dem Song keine Tore mehr», bemerkt Gogo im Buch amüsanterweise.

Wollte es mit den Leuten gut haben

Ergiebiger waren dafür ­andere fussballerische Musikprojekte wie die Gruppe «Schwalben­­könige», wo er Musik macht, unter anderem mit den Schriftstellern Wolfgang Bortlik und Pedro Lenz, mit denen er seit Jahrzehnten befreundet ist. Sie haben auch die Vorworte zum Buch verfasst: «Gogo ist gerne sein eigener Chef, produziert und vertreibt seine Musik selber, auf seine Art», schreibt etwa Pedro Lenz. «Viel wichtiger als gross ­herauszukommen, ist Spass zu haben.» Bei einem Auftritt wolle er es mit den Leuten gut haben, «alles andere ergibt sich von selbst». Wolfgang Bortlik bezeichnet Gogo gar als «verdammtes Genie». «Ich bin echt froh, dass das so wenige wissen», so müsse er sich nicht hinten anstellen, wenn er einen Song brauche. «If you need a song, go to Gogo.»

Ein Lebenskünstler mit Freunden auch in der Politik

Bei Gogo erhält man keine hochwertigen Studioaufnahmen – er fühle sich in fremden Studios durch den Zeitstress wegen der hohen Kosten nicht wohl –, dafür aber solche mit hochwertigem Inhalt. Er ist tatsächlich ein talentierter Texter. «Ich kann es nicht wirklich erklären», schreibt er im Buch. Als gelernter Gärtner – eine KV-Lehre bei Glühlampenwerke Aarau brach er ab – hat er es nicht der Schulbildung zu verdanken.

Begeisterung und Hingabe ohne narzisstischen Egotrip

Gogo schlug sich immer mit Teilzeitjobs durch, etwa als Friedhofsgärtner, Plättlileger oder Gitarrenlehrer – obwohl er nie Noten lesen konnte. Mit dem Geld war er «häufig knapp dran», das habe ihn aber nie gestört. «Niemals hätte ich von 7 bis 17 Uhr arbeiten wollen.» Aufs Sozialamt sei zu seiner Zeit auch niemand gegangen, «auch die ersten Drögis und Halbdrögis hatten meist irgendwelche Jobs». Oder sie hatten, wie Gogo, «immer Freundinnen, die genug Geld hatten», wie er einmal scherzhaft sagte.

Begeisterung und Hingabe an die Musik ohne narzisstischen Egotrip: Das wäre in etwa die bessere, zahlenlose Zusammenfassung von Gogos Laufbahn. Dazu hat er allerlei witzige Geschichten über die früheren und heutigen Konzertlokale der Region. Und auch zu einzelnen Lokalpolitikern: Als der heutige Stadtrat Hanspeter Thür 1987 Nationalrat wurde, wollte Gogo sein Chauffeur werden, «was aber an meinem Leumundszeugnis scheiterte. Ich war eher der Hippie als der Politer.»

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