Switzerland

Hotellerie fühlt sich benachteiligt und fordert Entschädigungspaket

Die Hotels verzeichnen derzeit eine starken Gästerückgang und fahren finanzielle Verluste ein. Von der Politik sehen sich die Hoteliers im Stich gelassen. Die behördlichen Schliessungen hätten massive Folgen für die Branche, sagt Raphael Wyniger, Präsident von HotellerieSuisse Basel, gegenüber CH Media: «Diesem Fakt muss dringend endlich auch in der Ausgestaltung der Hilfen Rechnung getragen werden.»

Nun legt der Verband HotellerieSuisse einen Forderungskatalog vor, der diverse Anpassungen auf der Gesetzes- und Verordnungsebene vorsieht. Konkret sollen beispielsweise die Härtefallbeiträge von 20 auf 30 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes von 2018 und 2019 angehoben werden, wie HotellerieSuisse in einer Mitteilung schreibt.

Die aktuell vorgesehenen Beiträge genügten nicht und würden nur kurzfristig helfen. Darüber hinaus sollte der Bundesbeitrag für die Härtefälle von 2,5 auf 3 Milliarden erhöht werden.

Spartenabrechnung für Hotelrestaurants

Weiter soll nach Ansicht von HotellerieSuisse das Anspruchskriterium für Entschädigungen von derzeit 40 neu auf 30 Prozent des verlorenen Umsatzes gesenkt werden. Der Branchenverband befürchtet, dass die erlittenen Verluste sonst zu einer noch stärkeren Verschuldung der Betriebe führen könnte.

Benachteiligt fühlt sich die Beherbergungsbranche auch im Vergleich zu herkömmlichen Restaurants und Beizen. Wenn ein Hotel mit Restaurant die Verlustschwelle von 40 Prozent nicht erreiche, sie die Restaurantsparte von der Härtefallhilfe ausgeschlossen. Daher soll eine Spartenabrechnung für Hotelrestaurants zugelassen werden. Diese sei in der Verordnung ohnehin vorgesehen, heisst es.

Kein strengeres Grenzregime

Bezüglich schörgeren Einreiseregeln sind sich die Hoteliers mit den Gewerkschaften sowie den Vertretern der Grenzkantone einig und lehnen diese «dezidiert» ab, so HotellerieSuisse. Ein strengeres Grenzregime forderten jüngst die Parteichefs von SVP, SP, FDP, Mitte, Grünen und Grünliberalen in einem gemeinsamen Brief an den Bundesrat.

Laut Angaben von HotellerieSuisse würden strengere Einreisebestimmungen im ersten Quartal zusätzliche Verluste von 200 bis 370 Millionen Franken verursachen. Falls der Bund dennoch zu diesem Mittel greift, sollte er die finanziellen Unterstützungsmassnahmen ausbauen, so die Forderung des Branchenverbandes.

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