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Hohe Aktienkurse und Immobilienpreise sind nicht Ausdruck von steigendem Wohlstand, sondern von Inflation

Als gäbe es keine Corona-Pandemie, bewegen sich US-Börsenkurse auf Rekordhöhen. Die Geldschwemme der Zentralbanken hat die Preise für Aktien und Immobilien von der Realität entkoppelt. Die Entwicklung birgt Gefahren.

Als Gründe für die Kursgewinne beim Dow Jones gelten vielversprechende Impfstoffe gegen das Coronavirus.

Als Gründe für die Kursgewinne beim Dow Jones gelten vielversprechende Impfstoffe gegen das Coronavirus.

John Angelillo / Imago

Die Aktienbörsen sind weiter auf Rekordkurs. Das US-Leitbarometer Dow Jones hat am Dienstag erstmals die Marke von 30 000 Punkten überschritten. In einer Zeit, in der weiterhin eine Pandemie wütet, ist dies bemerkenswert. Der Anstieg der Aktienkurse nach dem Crash im Frühjahr dieses Jahres darf als einer der fulminantesten in der Börsengeschichte gelten.

Als Gründe für die Kursgewinne gelten vielversprechende Impfstoffe gegen das Coronavirus, zunehmende Klarheit über den Übergang der US-Präsidentschaft von Donald Trump zu Joe Biden sowie Prognosen, dass die Konjunktur im Jahr 2021 deutlich anziehen dürfte. Der nach wie vor wichtigste Treiber hinter der Börsenhausse ist aber die Liquiditätsschwemme der Notenbanken. Sie sorgt dafür, dass sich die Preise für Vermögenswerte – dazu zählen neben Aktien auch Immobilienpreise oder Gold – zunehmend von der Realität entkoppeln. Diese Entwicklung birgt grosse Risiken.

Die Anleger wiegen sich derweil in Sicherheit, dass die Notenbanken weiterhin und über eine lange Frist hinweg eine extrem expansive Geldpolitik betreiben werden. Dies haben Zentralbanker wie der Chef der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, so angekündigt. Die daraus resultierenden Null- und Negativzinsen machen Obligationen unattraktiv. Als Alternative bleiben Sachwerte wie Aktien oder Liegenschaften. Am Finanzmarkt macht in diesem Zusammenhang längst das Akronym «TINA» die Runde – es steht für «There is no alternative». Demzufolge gibt es angesichts der ultraniedrigen Zinsen gar keine Alternative mehr zu Aktien.

Mit ihren Rettungspaketen in der Corona-Krise haben Notenbanken und Regierungen laut Ökonomen aber weit mehr Mittel zur Verfügung gestellt, als die Wirtschaft braucht. Zudem spricht vieles dafür, dass sich das in der Krise neu geschaffene Geld nie mehr abschöpfen lässt. Das überschüssige Geld fliesst derweil in Anlagen und entkoppelt die Vermögenspreise von der Realität. Doch damit nicht genug: Die Notenbanken heizen die Entwicklung noch weiter an. So hat die Federal Reserve unlängst ein neues Inflationsziel angekündigt: Sie hält nicht an den bisherigen 2 Prozent Inflation fest, sondern plant, diese als Durchschnitt über die mittlere Zeit hinweg zu erreichen. «Nullzinsen für immer!», laute die eigentliche Botschaft dieser Ankündigung, kommentierte unlängst eine Bank. Andere Zentralbanken könnten der Fed bald auf diesem Weg folgen.

Dies spricht vorerst für weiter steigende Vermögenspreise. Diese sind indessen Ausdruck nicht von steigendem Wohlstand, sondern von Inflation – nur wird diese in den auf Konsumentenpreisen beruhenden Inflationsstatistiken nicht erfasst. Manche Banker sehen sogar eine «Hyperinflation der Vermögenspreise» am Horizont aufziehen. Der Anstieg der Aktienkurse und Immobilienpreise hat derweil auch gesellschaftliche Folgen, denn er sorgt für eine Umverteilung von Vermögen. Profiteure sind in erster Linie die bereits Wohlhabenden, denn sie sind überproportional in Sachwerten wie Aktien und Liegenschaften investiert. Kleinere Sparer leiden indessen unter der Geldentwertung, da sie ihr Erspartes oftmals auf dem Konto liegen haben.

Dies wiederum schafft sozialen Sprengstoff, der sich in Protesten, sozialen Unruhen und Zuspruch für populistische Politiker zu entladen droht. Findet die Inflation schliesslich ihren Weg in die Konsumentenpreise und damit die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung, könnte sich die Entwicklung noch zuspitzen. Letztlich könnte der Staat darauf mit neuen Eingriffen reagieren, während die Marktwirtschaft zum Sündenbock für die Entwicklung gemacht wird. Kehrt die westliche Welt in diesem Kurs nicht um, gerät ihr Wohlstand immer stärker in Gefahr.

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