Switzerland

Hilferuf der Gewerkschaften für die Schweizer Luftfahrt

Mit einem gemeinsamen Appell stärken die Gewerkschaften der Swiss und der Schweizer Luftfahrt insgesamt den Rücken. Sie fordern die Einführung eines adäquaten Covid-19-Testsystems für sicheres Reisen.

Die Hoffnung auf eine Erholung des Flugbetriebs hat sich zerschlagen.

Die Hoffnung auf eine Erholung des Flugbetriebs hat sich zerschlagen.

Karin Hofer / NZZ

Die Schweizer Luftfahrt steht mitten in einer existenziellen Krise, denn die Normalisierung des Flugbetriebs kommt wegen der zahlreichen Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen auch in Europa nur zögerlich in Gang. Anfang der Woche zeichneten Führungsverantwortliche der Swiss ein düsteres Bild. Sie wiesen darauf hin, dass das Netzwerksystem aus dem Gleichgewicht geraten sei. Die Flugleistung des Vorjahres werde zurzeit um rund 70% unterboten. Nach der Öffnung von Grenzen im Schengenraum im Sommer haben jüngst Reiserestriktionen in Spanien und in Grossbritannien die Kundschaft wieder stark verunsichert.

Wachsende Sorge um die Arbeitsplätze

Sukkurs erhält die Schweizer Luftfahrt jetzt von den Gewerkschaften, was die Dramatik der Lage unterstreicht. Aeropers als Interessenvertreterin der Piloten wie auch die Gewerkschaften VPOD, Kapers (Kabinenpersonal), SEV Gata (Bodenpersonal) und der Kaufmännische Verband kritisieren gemeinsam das geltende Quarantäneregime. Unbestritten sei der Schutz der Bevölkerung, der Reisenden und der Mitarbeitenden, doch müssten die Quarantänebestimmungen hinterfragt werden.

Thomas Steffen hält als Aeropers-Vertreter fest, dass die enorme Planungsunsicherheit, ausgelöst durch die ständige Neudefinition der Risikogebiete, durch Einreiserestriktionen und Quarantänebestimmungen, den Luftverkehrsmarkt habe kollabieren lassen. Die Unternehmen und Mitarbeitenden der helvetischen Luftfahrt seien aber dringend darauf angewiesen, dass sich eine Normalisierung der Reisetätigkeit einstelle. Werde das nicht erreicht, würde mittelfristig eine Welle von Firmeninsolvenzen Tausende von Arbeitsplätzen vernichten.

Testen, testen, testen

Die Gewerkschaften klagen nicht nur, wie es bei Lohnforderungen in der Vergangenheit oft der Fall war, sondern sie bringen auch Ideen zur Stabilisierung des Fluggeschäfts ein. Die Schweiz habe gegenüber einigen EU-Staaten Nachholbedarf, wenn es um Covid-19-Tests gehe. Dazu sagt Steffen: «Was die Schweiz nicht schafft, machen einige EU-Staaten bereits vor. Das Vorweisen eines aktuellen negativen Covid-19-Testergebnisses ermöglicht Erleichterungen und Ausnahmen zu den geltenden Quarantänebestimmungen. Mit Testzentren auch an Flughäfen könnte effizientes Testen deutlich vereinfacht werden.»

Auch Stefan Tschudin, der am Flughafen Zürich für den Flugbetrieb verantwortlich zeichnet, hat sich in einem Gespräch mit der NZZ jüngst für das Einrichten von Testzentren starkgemacht. Offensichtlich gibt es in der stark gebeutelten Branche einen breiten Konsens darüber, dass im Abwehrkampf gegen das Virus neue Wege beschritten werden sollten. Aeropers ist skeptisch in Bezug auf die Frage, ob eine minime Verkürzung der Quarantänepflicht – also weniger als zehn Tage – etwas bringe, so dass das Vertrauen in sichere Flugreisen zurückkehre.

Nur ein System mit kontrollierten Tests von Einreisenden aus Risikogebieten könne Planungssicherheit für Passagiere sowie Unternehmen in der Luftfahrtbranche schaffen. Wie rasch ein Testsystem an Schweizer Flughäfen eingerichtet werden kann, ist offen. Beipflichten kann man den Gewerkschaften bei ihrer Feststellung, dass dies nur eine Frage des Willens sei.

Lufthansa trifft Vorbereitungen

Hinter den Kulissen arbeiten mehrere Fluggesellschaften daran, mit Corona-Schnelltests das zurzeit darniederliegende internationale Fluggeschäft wieder in Gang zu bringen. Die Lufthansa-Gruppe will noch im Oktober ein Pilotprojekt für einige Destinationen in den Vereinigten Staaten lancieren, ist dabei aber auf die Zustimmung der Behörden angewiesen.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte am Donnerstag, dass in Kooperation mit Partnern in den USA Erfahrungen mit Schnelltests gesammelt werden sollen. Voraussichtlich wird die Lufthansa solche Tests nicht mit eigenem Personal durchführen, sondern sich etwa in Frankfurt die Dienste des Anbieters Centogene sichern. Die Swiss trifft in Abstimmung mit ihrer Muttergesellschaft Lufthansa auch Vorbereitungen für Corona-Schnelltests. Auf Anfrage erklärte die Swiss-Sprecherin, es würden verschiedene Szenarien evaluiert. Auf Grund behördlicher Vorgaben in den verschiedenen Ländern ändere sich die Ausgangslage fast täglich.

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