Switzerland

Happy Birthday!: Werner Düggelin wird 90 - Ungebrochener Hang zur Reduktion

Als Werner Düggelin das erste Mal - er war etwa 20 - im Schauspielhaus Zürich «oben in der rechten Loge» sass, habe er einen «coup de foudre» erlebt, erzählt er der Publizistin Beatrice von Matt in einem 2006 veröffentlichten Gespräch. Das Theater war sein Beruf, das wusste er sofort. «Stellen Sie sich vor, ich war nie in einem Theater und fasste diesen Entschluss.»

Schauspieler wollte er nicht werden, aber Regisseur. «Ich kann nicht sagen, was es war - es war einfach irr.» Für diesen Entscheid gab er sofort die Universität auf. Das Schauspielhaus Zürich engagierte ihn als gelegentlichen Statisten und als Beleuchter. So verdiente er immerhin etwas Geld. Sein Traum aber blieb die Regie, und es zog ihn nach Paris. Dort lernte er Anfang der 1950er Jahre das Theater der Avantgarde kennen.

Geboren wurde Werner Düggelin am 7. Dezember 1929 in Siebnen SZ, und nun folgte nach Zürich der Sprung nach Paris. «Ich war richtiggehend Frankreich-angefressen.» Er lernte Roger Blin kennen, den Regisseur und Schauspieler, der 1953 Samuel Becketts epochalem Stück «Warten auf Godot» zum Durchbruch verhalf. «Blin war einfach der Grösste», so Düggelin. In seinem Theater habe er gesehen, «was Theater ist".

Zurück in Zürich warb Düggelin für Becketts «Warten auf Godot". Und tatsächlich: Ende 1954 war das Stück als deutschsprachige Inszenierung von Blin auf der Pfauenbühne zu sehen. Düggelin hatte den Text übersetzt und assistierte Blin. Für die Avantgarde war Zürich allerdings noch nicht bereit. Das Stück wurde «miserabel» aufgenommen. «Das Publikum blieb aus.»

Seit Mitte der 1950er Jahre führt Düggelin selbst Regie. Erstmals im Theater am Central in Zürich, wo er John Steinbecks «Von Menschen und Mäusen» erfolgreich inszenierte. Dann im Darmstädter Landestheater, wo er 1957 mit Goethes «Urfaust» seinen Durchbruch erlebte.

Beatrice von Matt charakterisiert Düggelins Theater so: «Er ist ein Genie der Begegnung, tritt mit den Schauspielern in seelischen Austausch, lässt die Figuren heranwachsen und zum gemeinsamen Spiel finden. Dennoch gehorcht alles der strengen Form. Auf dieser Spannung zwischen Hingabe und kompromissloser Komposition beruht seine Kunst.»

Düggelin, der mit dem Kulturpreis der Stadt Basel und dem Kunstpreis der Stadt Zürich ausgezeichnet wurde, reiste als freier Regisseur von Theater zu Theater in der Schweiz, in Deutschland und Österreich. Einmal war er Intendant, von 1968 bis 1975 in Basel. Diese Ära Düggelin wurde legendär. «In seinem Gesamtschaffen», so von Matt, «markiert sie eine Phase des Umbruchs und Neubeginns. Viele seiner späteren Inszenierungen haben dort ihre Wurzeln.»

Vorerst inszenierte Düggelin in Darmstadt, München, Berlin und Wien, dann aber vor allem am Schauspielhaus Zürich und am Theater Basel. Seine vorderhand letzte Arbeit, die Bühnenfassung von Büchners «Lenz», war im September 2018 am Schauspielhaus Zürich zu sehen. Ungebrochen betonte der Regisseur in der Box des Schiffbaus seinen Hang zur Reduktion, indem er den Prosatext mit nur einem Erzähler, mit André Jung, als Vortragsstück für drei Stimmen inszenierte.

Verfasser: Karl Wüst, ch-intercultur

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