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Hallo Schöpfergott, wieso müssen wir Menschen leiden und sterben?

Was hat sich Gott bloss dabei gedacht? Bild: shutterstock.com

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Hallo Schöpfergott, wieso müssen wir Menschen leiden und sterben?

Er hat die Welt und das Leben extrem kompliziert gestaltet und uns Menschen mit zerstörerischen Energien ausgestattet, die zu Leid und Tod führen. Aber wieso?

Neugier und Wissensdurst sind die herausragenden Eigenschaften, die den Homo sapiens von der Tierwelt unterscheidet. Nichts treibt uns so sehr um wie unbeantwortete oder unbeantwortbare Fragen. Fragen nach dem Ursprung, dem Sein, dem Sinn treiben uns um, während sich unsere Hauskatze wohlig auf dem Sofa räkelt und vermutlich von der Maus träumt, der sie demnächst das Genick mit einem gezielten Biss brechen wird.

Um Gott kümmert sich die Katze nicht. Wie sollte sie auch, sie hat keine Vorstellung von Gut und Böse, vom Ursprung des Lebens und vom Tod.

Bei der Suche nach Antworten auf die existentiellen Fragen landete der Homo sapiens bei der Wissenschaft und der Philosophie. Dabei machte er zwar erstaunliche Erkenntnisse, doch er erkannte auch, dass er dem Geheimnis des Lebens so schnell nicht auf die Spur kommen würde. Je mehr er weiss, desto sicherer weiss er, dass er nichts weiss, erkannte Sokrates schon vor über 2000 Jahren. Da unsere Vorfahren die Ungewissheit nicht ausgehalten haben, erfanden sie schliesslich die Religionen.

Diese löste alle Rätsel mit einem genialen Kunstkniff. Alles, was unsere Ahnen nicht wussten, delegierten sie an ein Superwesen namens Gott. Dieses Universalgenie kannte nicht nur alle Antworten, es wurde gleich noch zum Schöpfer der Erde, ja des ganzen Universums hochstilisiert.

Der weise, gütige Vater

Unsere Vorfahren sahen im Schöpfer einen Freund des Menschen, hat er sie doch angeblich nach seinem Ebenbild geschaffen. Viele sehen in ihm den weisen, gütigen Vater, der den Gläubigen ein zweites Leben schenkt, das ewig dauern soll.

Was er geschaffen hat – sollte er tatsächlich der Urheber sein –, ist schlicht grandios. Der Kosmos: unvorstellbar gross. Die Erde: eine magische Kugel. Die Tierwelt: beeindruckend vielfältig. Der Mensch: ein Wunderwerk. Die Komplexität des Gehirn ist überwältigend, das Zusammenspiel der Organe phänomenal.

Das ist aber nur der erste Blick auf die Schöpfung. Der zweite hinter die Kulisse ist weniger paradiesisch. Und man muss sich fragen, in welcher seelischen Verfassung Gott oder das Intelligent Design waren, als sie ihr Werk erschaffen haben.

Die Natur ist nämlich auch grausam. Viele Tiere können nur überleben, indem sie andere fressen. Und um sie fressen zu können, müssen sie sie töten. Viele «Opfer» werden lebendigen Leibes gefressen, manche sterben erst, wenn ihnen die Därme aus dem Leib gerissen werden.

Grausam können auch unsere lieben Schmusekätzchen sein. Sie treiben sadistische Spielchen mit den todgeweihten Mäusen.

Ein tödliches Gleichgewicht

Schon fast ein wenig pervers ist die Tatsache, dass das biologische Gleichgewicht, das die Biodiversität sichert, auf dem Prinzip des Tötens beruht. Überpopulationen müssen ausgemerzt werden, sonst rotten sie andere Arten aus.

Auch wir Menschen sind als Ebenbild Gottes unfertige und anfällige Geschöpfe. Fast täglich erleben wir Dysfunktionen im Hirn und anderen Organen. Die Folge: körperliche und psychische Leiden. Das Arsenal an Krankheiten geht in die Hunderte.

Zwar kann der Körper die meisten Fehlleistungen heilen, der Prozess ist aber meist mit Angst und Leid verbunden. Ausserdem hat der Schöpfergott auch tödliche Krankheiten geschaffen, die selbst Kleinkindern den Tod bringen. Auch die Coronaviren, die aktuell die Menschheit erschüttert, gehen letztlich auf sein Konto.

Grundsätzlich kann man sich auch fragen, weshalb dieser Gott alles so kompliziert eingerichtet hat. Als Alleskönner hätte er die Welt und seine Geschöpfe etwas einfacher designen können. Zum Beispiel die Zeit weglassen, um seinen Ebenbildern die Todesangst zu nehmen. Oder die Gravitation aus seinem Schöpfungskonzept streichen, um viele Unfälle zu verhindern. Er hätte auch die körperliche Software so programmieren können, dass die Organe störungsfrei funktionierten.

Trieblos glücklich

Eine gute Idee wäre auch gewesen, wenn er seinen Geschöpfen keine Triebe eingehaucht hätte. Es gäbe keine Machtgelüste – also auch keine Kriege –, kein Neid, kein Gewaltpotential, keine Begierden und kein Sexualtrieb, der ebenfalls unsäglich viel Leid bewirkt.

Es stellt sich auch die Frage, weshalb der Schöpfer nicht in weiser Voraussicht unseren Kreislauf und somit unseren Energieverbrauch gedrosselt hat. Somit müssten wir vielleicht nur die Hälfte an Nahrungsmitteln zu uns nehmen, könnten Hungersnöte verhindern und die Böden schonen.

Oder Gott hätte uns mit einer grösseren Temperaturtoleranz ausstatten können. Dann würden wir uns bei eisiger Kälte ebenso wohlfühlen wie bei heissen Temperaturen. Somit könnten wir Energie und Rohstoffe sparen. Klimawandel und Luftverschmutzung wären dann kein Thema.

Auch bei der Grundidee des Lebens ist Gott kein Geniestreich geglückt. Es stellt sich grundsätzlich die Frage nach dem Sinn des Todes. Und somit nach der Notwendigkeit der Vermehrung. Denn ein Grossteil der aktuellen Probleme der Menschheit gehen auf die Bevölkerungsexplosion in den letzten 50 Jahren zurück.

Man würde gern mit dem Schöpfer an einen Tisch sitzen und mit ihm über die zentralen Aspekte seines monumentalen Werks diskutieren. Vermutlich ist sein Interesse an einem solchen Diskurs gering. Denn er müsste damit rechnen, dass seine Antworten Zweifel an seiner Existenz nähren würden.

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