Switzerland

Grosser Kampf, kein Lohn

Es hat so wenig gefehlt. Vielleicht hätte es schon gereicht, wenn zweieinhalb Minuten vor Schluss der Ball nicht gleich wieder zum rumänischen Schützen zurückgeprallt wäre, nachdem Renato Milosevic den Siebenmeter abgewehrt hatte. Oder man in der ersten Halbzeit etwas länger den Vorsprung hätte behaupten können, den man sich in der ersten Viertelstunde herausgearbeitet hatte.

Und selbst in der letzten Minute, als kaum mehr Aussicht auf Erfolg bestand, gab der BSV Bern in Turda nicht auf. Nach der 33:36-Niederlage im Hinspiel führten die Berner 33:32, drei Tore hätten sie noch gebraucht, um in den Viertelfinal des Challenge-Cups einzuziehen. Zwei erzielten sie rasch, eines nach einem eigenen Time-out, eines nach einem durch die offensive Deckung provozierten Fehler des Gastgebers.

Und selbst nach dem 33:35 von Turda bestand die Chance, eine Verlängerung zu erzwingen. Tobias Baumgartners Wurf aus der Mitte des Spielfeldes wurde jedoch abgefangen, statt eine Verlängerung sah man erleichterte Rumänen, die sich bei den 700 Zuschauern in der kleinen und ausverkauften Halle für ihre Unterstützung bedankten. Für den BSV wird es hingegen in dieser Saison keine weiteren Europacup-Auftritte geben.

Selbstkritischer Captain

Captain Baumgartner äusserte sich anschliessend sehr selbstkritisch über die letzte Aktion. «Ich habe leider die falsche Entscheidung getroffen», meinte er. «Ich hatte die Uhr nicht im Blick und dachte, dass das Spiel nur noch eine Sekunde dauern würde. Ich hätte jedoch noch einen Pass spielen können.» In Wirklichkeit standen vier Sekunden verbleibende Zeit zur Verfügung; es wäre möglich gewesen, einen näher beim Tor stehenden Kollegen anzuspielen.

Verloren haben die Berner das Duell mit den Südosteuropäern aber nicht in Turda, sondern im Hinspiel in Gümligen. Als man mit nur neun Feldspielern antreten musste und in der zweiten Halbzeit dem Gegner den letztlich entscheidenden Vorsprung zugestand. «Aus dem Spiel heute können wir viel Positives mitnehmen», sagte denn auch Trainer Aleksandar Stevic. «Wir sind stark aufgetreten.»

Positiv hat sich auch die Personalsituation entwickelt. Nur Simon Getzmann (Saisonende) und Max Freiberg sind aktuell verletzt. Pedro Spinolas Gesichtsverletzung war wesentlich weniger gravierend als befürchtet; der Portugiese stiess am Samstag nachträglich zur Mannschaft und lief bereits wieder auf.

Schwung für den Rest der Saison in der NLA hat sich der BSV geholt. Nur gab es keinen Lohn für eine ausgezeichnete Leistung.